Erinnerungen an die erste Mondlandung
Die Schwiegermutter auf dem Sofa

Lüdinghausen -

Der erste Mensch auf dem Mond war der amerikanische Astronaut Neil Armstrong. Am 21. Juli 1969 um 2.56 Uhr nach mitteleuropäischer Zeitrechnung machte er den entscheidenden Schritt. Die Lüdinghauser Dietmar Vogt und Peter Mönning erinnern sich, wie sie dieses Ereignis erlebt haben.

Samstag, 20.07.2019, 08:00 Uhr
Am 21. Juli um 2.56 Uhr mitteleuropäischer Zeit – in den USA war noch der 20. Juli – betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond.
Am 21. Juli um 2.56 Uhr mitteleuropäischer Zeit – in den USA war noch der 20. Juli – betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Foto: dpa

Es gibt Ereignisse im Weltenlauf, da erinnert man sich noch ganz genau, wo man selbst zu jenem Zeitpunkt war. Dazu zählt – zumindest für die älteren unter uns – sicher auch der Tag der Mondlandung im Jahr 1969. Neil Armstrong als Kommandant der Apollo 11 setzte vor genau 50 Jahren, nach mitteleuropäischer Zeitrechnung am 21. Juli um 2.56 Uhr, einen Fuß auf den Boden des Erdtrabanten – als erster Mensch überhaupt.

„Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“ – diesen magischen Satz sprach der Astronaut damals aus. 600 Millionen Menschen weltweit haben diesen Moment live an den Fernsehern verfolgt – die zu jener Zeit noch in Schwarz-Weiß flimmerten.

Die passte auf, dass ich nicht auf dumme Gedanken komme.

Dietmar Vogt

Dietmar Vogt war einer von ihnen. „Ich saß im Wohnzimmer meiner Schwiegermutter in Hamm auf dem Sofa“, erinnert sich der gelernte Vermessungstechniker. Gebannt habe er auf den Bildschirm geschaut und Stunde um Stunde diesem großen Schritt entgegengefiebert, erzählt er. Zunächst habe auch seine Verlobte noch mit ihm ausgeharrt, sei dann aber zu Bett gegangen. Nur die Schwiegermutter hielt eisern durch. „Die passte auf, dass ich nicht auf dumme Gedanken komme“, sagt Vogt mit einem Augenzwinkern.

Die lange Wartezeit – immerhin hatte die Live-Übertragung schon am Nachmittag begonnen – wurde am späten Abend durch einen Western mit John Wayne überbrückt, so Vogt. Auch da habe die Mutter seiner Braut weiter tapfer durchgehalten. Besonders beeindruckt war Vogt, „als dann Armstrong die amerikanische Flagge in den Boden gerammt hat. Das war faszinierend.“ Auch die „Galoppsprünge“ des Astronauten auf der Mondoberfläche hätten nachhaltigen Eindruck bei ihm hinterlassen.

Dafür haben wir Schwarzpulver aus Krachern genommen und angefangen zu basteln.

Dietmar Vogt

Sein Interesse an Weltraum-Themen sei schon in der Schulzeit geweckt worden, berichtet der 74-Jährige. „Die erste Sonnenfinsternis habe ich 1955 erlebt. Unser Lehrer hatte uns geraten, eine Scherbe vor die Augen zuhalten.“ Mit Freunden an seiner Mindener Schule sei er schließlich auf die Idee gekommen, selbst eine Rakete zu bauen. „Dafür haben wir Schwarzpulver aus Krachern genommen und angefangen zu basteln.“ Das Modell sei aber schon beim Start explodiert. Der Ärger mit Eltern und Lehrern sei nicht ohne gewesen, erinnert sich Vogt. Seine Passion für das Thema Raumfahrt habe ihn aber bis heute nicht verlassen.

Deutlich gebremster äußert sich dagegen Peter Mönning zu dem Thema. „Bei der Mondlandung war ich mit meiner Frau in der Schweiz. Wir hatten Semesterferien und sind nach Italien getrampt. Mit 200 Mark für zwei Wochen in der Tasche“, erinnert sich der ehemalige Cani-Lehrer. Beim Boxenstopp in St. Gallen hätten sie dann in der Nacht auf den 21. Juli 1969 den ersten Schritt eines Menschen auf dem Mond nur ganz nebenbei registriert.

Wir haben draußen gesessen. In einem Haus nebenan lief zwar der Fernseher. Aber wir haben das nur am Rande mitbekommen.

Peter Mönning

„Wir haben draußen gesessen. In einem Haus nebenan lief zwar der Fernseher. Aber wir haben das nur am Rande mitbekommen“, erzählt der 72-Jährige. Im übrigen habe er die Übertragung als eher langweilig empfunden. Zudem habe er zu jener Zeit dem ganzen Aufwand der Mondflüge eher skeptisch gegenüber gestanden. Damals sei es doch Amerikanern und Russen in Sachen Raumfahrt eher ums Prestige gegangen: „Es ging um die Frage: Wer zuerst?“

Sicher habe er als Jugendlicher auch seine Raumfahrt-Phase gehabt, die Gemini-Projekte der USA und den ersten Menschen im All, den russischen Kosmonauten Juri Gagarin, verfolgt. Er habe auch die ersten Science-Fiction-Romane mit Perry Rhodan gelesen, erzählt Mönning. Heute allerdings, so sagt er, würde er doch gerne einmal „die Welt von oben sehen“.

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