Anton-Schülerinnen auf „Wirtschaftsexpedition“ im Silicon Valley
Alles andere als ein Urlaubstrip

Lüdinghausen -

Der Vorschlag kam von ihrer Sowi-Lehrerin: Nicole Gergert und Jona Seiler machten eine zweiwöchige Wirtschaftsexpedition ins Silicon Valley. Dass die Voraussetzung, müdigkeitsresistent zu sein, begründet war, merkten die beiden Oberstufenschülerinnen des St.-Antonius-Gymnasiums schon auf dem Hinflug.

Freitag, 26.07.2019, 09:00 Uhr
Nicole Gergert (l.) und Jona Seiler zeigen die 138 Seiten umfassende Abschlussarbeit, die sie mit den anderen Teilnehmern der internationalen Bildungsreise ins Silicon Valley erstellt haben. Während ihren Besuchen bei den Riesen der IT-Branche wie Apple, Google oder SAP war das Tragen der „Young Business School“-Jacken Pflicht..
Nicole Gergert (l.) und Jona Seiler zeigen die 138 Seiten umfassende Abschlussarbeit, die sie mit den anderen Teilnehmern der internationalen Bildungsreise ins Silicon Valley erstellt haben. Während ihren Besuchen bei den Riesen der IT-Branche wie Apple, Google oder SAP war das Tragen der „Young Business School“-Jacken Pflicht.. Foto: ben

„Müdikeitsresistent“ sollten sie sein, hieß es unter anderem in dem Anforderungskatalog, um an der „Wirtschaftsexpedition“ ins Silicon Valley teilnehmen zu können. Dass das durchaus wörtlich gemeint war, haben Jona Seiler und Nicole Gergert jetzt zwei Wochen lang erleben dürfen. Die beiden Oberstufenschülerinnen des St.-Antonius-Gymnasiums hatten sich auf Vorschlag ihrer Sowi-Lehrerin für eine Teilnahme an der Bildungsreise des Institutes für Jugendmanagement in Heidelberg beworben.

„Da haben wir gar nicht lange überlegt, nur unsere Eltern mussten wir noch überzeugen“, erzählen die beiden 17-jährigen Schulfreundinnen. Das mit dem Überreden hatte natürlich auch mit den Kosten für die Reise zu tun. „Wir haben uns deswegen auf die Suche nach Sponsoren gemacht, allerdings mit ziemlich durchwachsenem Erfolg“, so Gergert.

„Das ging schon während des Hinflugs los.

Nicole Gergert

Los ging es dann am 25. Mai zunächst nach Heidelberg, wo sich die 26-köpfige Reisegruppe zum ersten Mal traf. Die jungen Leute im Alter zwischen 13 und 19 Jahren kamen dabei aus fünf Nationen: Neben Deutschland waren das Österreich, die Schweiz, Schweden und sogar ein Teilnehmer aus Japan war vertreten. „Vor allem nur Jungs, aber das hatte wohl mit dem Thema zu tun“, schmunzeln die beiden Aschebergerinnen. Es sollte um Wirtschaft und Technik gehen, genauer gesagt rund um das wirtschaftliche und bildungspolitische Umfeld, in dem in den USA Start Ups gegründet werden. „Dazu haben wir sowohl große Unternehmen wie SAP, Apple oder Google besucht als auch verschiedene Universitäten kennengelernt“, erzählt Seiler.

Allerdings waren all diese Besuche weniger Sightseeing sondern viel mehr Recherche für die 138 Seiten umfassende Abschlussarbeit, die die Gruppe gemeinsam bis zum Abflugtag erstellen musste. „Das ging schon während des Hinflugs los, wo wir noch im Flieger uns in Gruppen zusammensetzen und unsere späteren Befragungen und Auswertungstechniken vorbereiten mussten“, lässt Gergert durchblicken, dass dieser USA-Trip kein Urlaub vom Schulstress war. „Dafür war es aber super interessant. Wann bekommt man schon mal solche Einblicke?“, sind sich beide einig.

Dort hockt niemand allein in seinem Kämmerlein und brütet über seiner Idee.

Jona Seiler

Vor allem die andere Mentalität der US-Amerikaner hat sie beeindruckt, wie zum Beispiel deren „Kultur des Scheiterns“. „Wer bei uns mit einer Geschäftsidee scheitert, ist ein Verlierer. In Amerika wird stattdessen der Mut und das Engagement anerkannt, es versucht zu haben“, erklärt Gergert. Auch das enge Zusammenarbeiten in Teams, ob an den Universitäten oder auch den Gründungszentren hat ihnen imponiert. „Dort hockt niemand allein in seinem Kämmerlein und brütet über seiner Idee. Die Leute treffen und tun sich zusammen, um weiter zu kommen“, schildert Seiler ihre Eindrücke. Mit dem College 42 habe man sogar eine Schule im Silicon Valley kennegelernt, in der es weder Lehrer noch Klassen gibt. „Das heißt aber nicht, dass sich die Studenten dort einen lauen Lenz machen. Die haben ein strammes Programm, das sie sich selbst im Team erarbeiten müssen“, erzählt Seiler. Bei so viel Begeisterung liegt die Frage nach einem eigenen Studium in den USA nach dem Abitur im nächsten Jahr natürlich nahe. Aber da winken die beiden Anton-Schülerinnen ab. „Viel zu teuer“, lautet ihr einhelliges Urteil.

Erholung im Spanien-Urlaub

Nicht ganz so teuer, dafür aber erheblich erholsamer war übrigens der Urlaub, den die beiden gerade zusammen in Spanien verbracht haben. Nach der Rückkehr aus den USA hieß es nämlich sofort, die anstehenden Leistungskursklausuren zu schreiben beziehungsweise auch die verpassten nachzuholen. „Da war ein bisschen Erholung echt nötig.“

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