Journalistin und Schriftstellerin lebte in Lüdinghausen
„Ehrenpreis der Deutschen Afrika-Stiftung“ für Ruth Weiss

Lüdinghausen -

Der Vorstand der Deutschen Afrika-Stiftung hat beschlossen, Ruth Weiss den „Ehrenpreis der Deutschen Afrika Stiftung“ zukommen zu lassen. Dies verkündet der Verein zum 95. Geburtstag der Journalistin und Schriftstellerin, die von 2002 bis 2015 in Lüdinghausen lebte. Die offizielle Verleihung ist für die Mitgliederversammlung am 11. Dezember in Berlin vorgesehen und findet im Deutschen Bundestag oder im Parlamentarischen Club statt.

Donnerstag, 25.07.2019, 19:00 Uhr
Auch mit 95 Jahren immer wieder in Deutschland unterwegs, Ruth Weiss – hier im April in der jüdischen Gemeinde in Essen.
Auch mit 95 Jahren immer wieder in Deutschland unterwegs, Ruth Weiss – hier im April in der jüdischen Gemeinde in Essen. Foto: privat

Ruth Weiss ist eine Jahrhundertzeugin. Ihr Lebenslauf ist ein Weg entlang der unglaublichen Erschütterungen, denen die Welt im letzten und diesem Jahrhundert ausgesetzt war, und ist ein selbst gewählter Weg auch gegen Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Rassismus“, schreibt die Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden Lüdinghausen, die bereits seit den 1970er-Jahren mit ihr in Kontakt stand.

Geboren 1924 in Deutschland als Kind einer jüdischen Familie, mit der sie 1936 nach Südafrika emigrierte, lebte und arbeitete sie an vielen Orten. Als Zeitungs- und Radiojournalistin in Johannesburg lernte sie 1960 Nelson Mandela und andere wichtige Personen des ANC kennen, wurde für die Regierung bald zur Persona non grata und verbrachte danach viele Jahre vor allem im damaligen Rhodesien, wie der Verein weiter mitteilt.

Während ihrer Zeit als Verantwortliche der Afrika-Abteilung der Deutschen Welle ermöglichte Ruth Weiss der Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden in Lüdinghausen ab den 1970er-Jahren durch zahlreiche Vorträge und als Reisebegleiterin nach Sambia detaillierte Informationen und Einblicke in die Schwierigkeiten sogenannter Entwicklungsländer, die für die verschiedenen Partnerschaftsprojekte der umliegenden Kirchengemeinden von Bedeutung waren.

Der enge Kontakt veranlasste Ruth Weiss später, als sie sich mehr ihrer Leidenschaft als Schriftstellerin widmete, von Großbritannien nach Lüdinghausen zu ziehen. Dort nahm sie 2014 das Bundesverdienstkreuz entgegen. In Vertretung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft überreichte die damalige Ministerin Dr. Angelica Schwall-Düren die Auszeichnung. Von dort zog sie vor vier Jahren in den hohen Norden Dänemarks, wo sie bei der Familie ihres Sohnes ihren Lebensabend verbringt.

„Ihre Schaffenskraft ist ungebrochen“, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Ihr Roman „Meine Schwester Sara“ sei in den vergangenen Jahren immer wieder Pflichtlektüre in Baden-Württemberg gewesen, was Ruth Weiss zu mehreren Lesereisen durch Deutschland geführt habe. Denn auch in anderen Bundesländern sei sie ein gern gesehener Gast.

Für Samstag (27. Juli) hat der Freundeskreis zu einer Geburtstagsparty nach Castrop-Rauxel geladen, wo viele der ehemaligen und aktuellen Weggefährten sich zu Ehren von Ruth Weiss versammeln. Bereits am Freitag (26. Juli) sendet der Radiosender WDR 5 von 9.45 bis 10 Uhr aus Anlass ihres Geburtstags in der Reihe Zeitzeichen einen Beitrag über ihr Leben und Wirken.

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