KAKTuS präsentierte Marco Tschirpke
Empirisch belegte Brötchen

Lüdinghausen -

Fußball im Fernsehen und die Irische Nacht im Park direkt nebenan – das war in Ferienzeiten wohl zu viel Konkurrenz für das Gastspiel von Marco Tschirpke im Rahmen des KAKTuS-Sommerfestivals.

Sonntag, 04.08.2019, 22:00 Uhr
Obwohl mit dem Kabarettisten Marco Tschirpke der Gewinner des deutschen Kleinkunstpreises 2018 zu Gast war, kamen nur wenige Besucher in den Kapitelsaal.
Obwohl mit dem Kabarettisten Marco Tschirpke der Gewinner des deutschen Kleinkunstpreises 2018 zu Gast war, kamen nur wenige Besucher in den Kapitelsaal. Foto: ll

Die Besucherzahl war überschaubar bei der KAKTuS-Veranstaltung am Samstagabend im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen. Dabei war mit dem Kabarettisten Marco Tschirpke der Gewinner des deutschen Kleinkunstpreises 2018 im Rahmen des Sommerfestivals zu Gast und servierte dem Publikum, sein Programm „Empirisch belegte Brötchen“. Als Grund für den schwachen Andrang vermutete Herbert Baur , stellvertretender Vorsitzender des KAKTuS, das starke Konkurrenzprogramm mit dem parallelen Fußballspiel im Fernsehen und der Irish Folk Night nebenan. Nichtsdestotrotz kamen die Anwesenden an diesem Abend auf ihre Kosten.

Marco Tschirpke präsentierte humorvolle Gedichte und Lieder, die er selbst am Klavier begleitete. Durch die vielen abrupten Wechsel und die kurzgehaltenen Stücke („Egal ob dein Feind stirbt oder du/ Am Ende hast du Ruh“) kam keine Langeweile auf. So setzte Tschirpke beispielsweise zum Flötenspiel an, um diese dann doch wieder wegzupacken und weiter zu singen. Oder er stellte den Inhalt eines Gedichtes vor, nur um dann doch ein anderes zu rezitieren. Dabei blieb er dem Tipp Goethes, ein Dichter solle bei den kleinen Themen bleiben, treu und dichtete beispielsweise über das Staubwischen oder Kinder, die Radiergummis verschlucken.

Nur weil es an der Wand hängt, ist es noch kein Bild.

Marco Tschirpke

Allerdings wirkte diese Art von Humor nach den ersten Malen doch etwas einseitig, sodass das Programm zum Ende des ersten Teils etwas abflachte. Nach der Pause kam jedoch wieder neuer Schwung in das Programm, da nun auch neue Ansätze in dem Programm aufkamen. So rechnete Tschirpke mit der modernen Malerei ab („Nur weil es an der Wand hängt, ist es noch kein Bild.“) genauso wie mit der Architektur („Ludwig Mies van der Rohe war der Godfather der Mehrzweckhalle.“). Es wurde auch politisch an diesem Abend: „Der Grund warum mein Staat fiel zu den Ahnen/ Aus Mangel an Bananen.“ Auch mit seinem Klavierspiel überzeugte der Kabarettist sein Publikum, genauso wie mit seinen humorvollen Gedichten, wie „Der emeritierte Professor“ („Wenn auch nichts bewegt/ Waren seine Brötchen empirisch gut belegt“).

Alles in allem gelang es dem Künstler, der sein Programm selbst als eine „Zumutung“ bezeichnete, das Publikum durch sein geübtes Klavierspiel, seine unerwarteten Pointen und seinen humorvollen Anekdoten trotz kürzerer Schwächephase knapp zwei Stunden zu unterhalten. Das Publikum bedankte sich durch großen Applaus.

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