Erweiterung des Biologischen Zentrums
Die äußere Hülle steht schon

Lüdinghausen -

Das Biologische Zentrum bekommt mehr Platz. Anfang Juli haben die Arbeiten für die Erweiterung sowie die Sanierung des Altgebäudes begonnen. Der Anbau in Holzständerbauweise steht bereits. Ende des Jahres soll alles fertig sein. Für die offizielle Eröffnung hat sich bereits hoher Besuch angekündigt.

Dienstag, 06.08.2019, 11:00 Uhr
Der Anbau in Holzständerbauweise steht bereits. Die Leiterin des Biologischen Zentrums, Dr. Irmtraud Papke, freut sich, dass der breite Dachüberstand – „ein toller Sonnenschutz“ – vom Altbau aufgenommen wurde.
Der Anbau in Holzständerbauweise steht bereits. Die Leiterin des Biologischen Zentrums, Dr. Irmtraud Papke, freut sich, dass der breite Dachüberstand – „ein toller Sonnenschutz“ – vom Altbau aufgenommen wurde. Foto: Eckrodt

Die Begeisterung ist Dr. Irmtraud Papke förmlich anzusehen. „Es ist unglaublich, wie schnell das geht und wie hervorragend die Firmen ineinander greifen.“ Was anderen Kopfzerbrechen und schlaflose Nächte bereitet, nämlich eine Gebäudesanierung samt Anbau während des laufenden Betriebs, bringt die Leiterin des Biologischen Zentrums regelrecht ins Schwärmen. „Klar ist das alles mit Lärm und Schmutz verbunden. Aber es läuft einfach super, auch dank der tollen Planung und Koordinierung unseres Architekten Jörg Dröge“, macht Papke bei einem Ortstermin auf der Baustelle deutlich.

Lange hat die Einrichtung am Rohrkamp darauf hingearbeitet, mehr Platz für die stetig steigenden Besucherzahlen – rund 20 000 sind es mittlerweile, die an den jährlich 900 Veranstaltungen teilnehmen – schaffen zu können. Am 2. Juli rollte dann der Bagger an, um zunächst eine Betonplatte hinter dem Anfang der 1970er Jahre errichteten Gebäude aufzubrechen und zu beseitigen. „Die Platte diente als Maschinenwaschplatz und stammt noch aus der Zeit, als das heutige Zentrum landwirtschaftliches Lehrfeld der Realschule Lüdinghausen war“, so Papke. Auf der Fläche wurden anschließend Fundament und Bodenplatte für den Anbau gegossen.

Wir könnten sogar schon Richtfest feiern.

Dr. Irmtraud Papke

Binnen drei Tagen stand der Trakt, der Platz für zwei Veranstaltungsräume mit 50 beziehungsweise 30 Quadratmetern bietet. Eine Holzständerkonstruktion macht es möglich. „Die Mitarbeiter der Zimmerei Kühnhenrich haben wirklich Unglaubliches geleistet – und das während der Hitzephase“, zieht die Biologin den imaginären Hut vor den Handwerkern. Und sie fügt hinzu: „Wir könnten sogar schon Richtfest feiern.“ Aufgrund von Betriebsferien ist das jedoch erst Ende August geplant.

Derweil laufen im Altbau die Vorbereitungen für die Erneuerung der Sanitäranlagen und den Einbau einer behindertengerechten Toilette. In den nächsten Tagen wollen die Installateure loslegen. Außerdem bekommen die Mitarbeiter des Biologischen Zentrums, das seit einiger Zeit als Regionalzen­trum im Landesnetzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BEN) fungiert, mehr Platz. „Bis zum Schulbeginn werden wir im Altbau schon ein ganzes Stück weiter sein“, ist Papke überzeugt. Im Anbau soll dann der Innenausbau beginnen. Nach den Herbstferien – so der Zeitplan – ist der Durchbruch, der künftig Alt- und Neubau verbinden wird, vorgesehen. Gibt es keine Komplikationen, werden die Handwerker Ende November das Feld räumen. Einen Monat später soll alles eingerichtet sein. „Unsere Weihnachtsfeier wollen wir schon in den neuen Räumen feiern“, erzählt Papke mit einem Schmunzeln.

Ich finde es klasse, dass hier ein Teil Bergbaugeschichte weiterlebt.

Dr. Irmtraud Papke

Apropos Einrichtung: „Vieles haben wir ja jetzt schon. Außerdem arbeiten wir gerne mit Recyclingmöbeln“ erzählt Papke. So tummeln sich im neben ausrangierten Tischen und Stühlen aus dem Kreishaus auch welche aus dem Hotel „Clemens-August“ in Davensberg sowie von der Zeche Prosper-Haniel. Papke: „Ich finde es klasse, dass hier ein Teil Bergbaugeschichte weiterlebt.“ Sollten am Ende noch Ausstattungsteile fehlen, habe der Förderverein seine Unterstützung zugesagt.

Den Löwenanteil der Kosten für den Anbau und die Sanierung von insgesamt 253 000 Euro trägt die Stiftung „Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen“ mit Sitzung in Bonn. Sie hat eine 80-prozentige Förderung zugesagt. Von der Stadt gibt es einmalig einen höheren Zuschuss als sonst, nämlich 40 000 Euro. „Für den Rest steht unser Trägerverein ein“, so Papke. Zur offiziellen Einweihung am 17. Mai 2020 hat übrigens Landesumweltministerin Ursula Heinen-Esser ihr Kommen zugesagt.

Derweil verfolgen vor allem die Teilnehmer der Ferienprogramme den Baufortschritt live. „Das läuft prima, denn das Meiste spielt sich im hinteren Bereich unseres Geländes ab, so dass sich niemand ins Gehege kommt“, berichtet Papke. Noch ein Grund mehr für ihre Begeisterung.

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Auf der Internetseite des Biologischen Zentrums lässt sich der Baufortschritt verfolgen. Dort stellt Dr. Irmtraud Papke auch regelmäßig Fotos ein.   | www.biologisches-zentrum.de

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