Stadt lässt Leuchtmasten prüfen
Auf Herz und Nieren

Lüdinghausen -

Lichtmasten sorgen dafür, dass Fußganger, Radler und Autofahrer auch im Dunkeln sicher durch den Straßenverkehr gelangen. Damit sie selbst aber nicht zur Gefahr werden, müssen sie regelmäßig auf Herz und Nieren kontrolliert werden.

Freitag, 09.08.2019, 08:00 Uhr
Bernhard Kühne gibt das Ergebnis der Sichtprüfung am Laptop ein.
Bernhard Kühne gibt das Ergebnis der Sichtprüfung am Laptop ein. Foto: ben

Erst werden die Maße genommen: Wie groß ist sie? Wie dick? Dann geht es an die optische Begutachtung der äußeren Haut. Ist sie makellos oder sind da etwa irgendwelche Schäden zu erkennen? Mit ihren immerhin 60 Jahren auf dem Buckel wäre das ja nicht weiter verwunderlich. Doch Bernhard Kühne und Michael Gierspeck belassen es nicht bei den äußeren Werten. Wenn die beiden Mitarbeiter der Firma ZWP Anlagenrevision auf Lüdinghausens Straßen unterwegs sind, um die städtischen Lichtmasten auf ihre Standsicherheit zu überprüfen, haben sie insbesondere auch deren innere Werte auf dem Schirm. Und das darf getrost wörtlich genommen werden. Denn nachdem Gierspeck mit seinem kleinen roten Ultraschallgerät einmal um den Masten gefahren ist, sind die Messergebnisse wenige Sekunden später schon auf dem Display des Laptops im Firmenwagen zu sehen. „Ausgewertet werden die aber von unserem Prüfingenieur, darum schicken wir die Daten sofort weiter“, erklärt Kühne.

55 Betonmasten und noch mal 50 Stahlmasten in Lüdinghausen und Seppenrade haben die beiden am Mittwoch und Donnerstag im Auftrag der Stadt unter die Lupe genommen. Klingt erstmal wenig angesichts der insgesamt 2400 städtischen Lichtmasten. „Wir lassen die Masten sukzessive – je nach Alter und letzter zurückliegender Prüfung – untersuchen“, erklärt Helga Wagner vom städtischen Tiefbauamt das Prozedere. Gerade bei den älteren Exemplaren – die letzten Betonmasten stammen aus dem Jahr 1959 – werde besonders engmaschig geprüft. „Da wollen wir auf der sicheren Seite sein“, so Wagner.

Es gibt schlaue Menschen, die lassen an Masten Efeu wachsen, weil das so schön aussieht.

Bernhard Kühne

Für jeden geprüften Lichtmast erhält die Stadt ein Prüfprotokoll, das nicht nur alle Schäden festhält, sondern auch die daraus resultierenden Maßnahmen angibt. Rund 100 Euro kostet das pro Laterne. Gut angelegtes Geld. Schließlich sind die Masten rund ums Jahr der Witterung ausgesetzt. Ob Korrosionsschäden durch Nässe, Abplatzungen durch Frostschäden oder auch nachlassende Standsicherheit aufgrund einer hohen Windbelastung – die Bandbreite der möglichen Schäden ist groß.

Per Ultraschall wird das Innere des Mastes untersucht.

Per Ultraschall wird das Innere des Mastes untersucht. Foto: ben

Manchmal ist es aber auch der Mensch selbst, der den Lichtmasten zusetzt. Und das nicht nur, wenn der Mast beim Einparken mit dem Auto touchiert wird. „Es gibt schlaue Menschen, die lassen an Masten Efeu wachsen, weil das so schön aussieht“, erzählt Kühne mit einem Schmunzeln. Da seien die Schäden durch die Wurzeln der Kletterpflanze schon vorprogrammiert. Und dann gebe es noch das Phänomen „Hundemast“. Die Bezeichnung lässt schon erahnen, was gemeint sein könnte. „Ich habe schon Masten gesehen, an denen Ummantelungen von acht Millimeter Stahl durch den Hundeurin komplett weggeätzt worden waren“, erklärt Kühne. Manche Masten seien für die Vierbeiner offensichtlich als Toilette besonders attraktiv. Vielleicht mal ein guter Hinweis an den ein oder anderen Hundebesitzer . . .

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