Ernährungstrends
„Snackification“ auf dem Vormarsch

Lüdinghausen -

Der „Food Report 2020“ präsentiert einige interessante Ernährungstrends, der wohl wichtigste ist die „Snackification“. Die Lüdinghauser Ernährungsberaterin Lioba Birkenhauer kennt die Zusammenhänge zwischen veränderten Lebens- und Ernährungsgewohnheiten.

Samstag, 10.08.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 12.08.2019, 16:51 Uhr
Ernährungsberaterin Lioba Birkenhauer präsentiert das Ernährungsdreieck. Sie bevorzugt gesunde Snacks wie den Couscous-Salat (Rezept rechts).
Ernährungsberaterin Lioba Birkenhauer präsentiert das Ernährungsdreieck. Sie bevorzugt gesunde Snacks wie den Couscous-Salat (Rezept rechts). Foto: Bastian Becker

Seit 2014 veröffentlicht die österreichische Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler jedes Jahr einen „Food Report“. Darin geht sie auf aktuelle und zukünftige Ernährungstrends ein. Ein wesentlicher Punkt in dem unlängst erschienenen „Food Report 2020“ ist die „Snackification“. Demnach wird der klassische Dreiklang aus Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise zunehmend durch Mini-Mahlzeiten für zwischendurch abgelöst.

„Die Zeit wird immer knapper, alle sind berufstätig. Wir widmen dem Grundbedürfnis Essen immer weniger Zeit“, stellt auch Lioba Birkenhauer fest. Die Lüdinghauser Ernährungsberaterin und Diätassistentin erkennt zwar einen Trend hin zu gesünderen Snacks, auch bei deren Anbietern, häufig würden aber eher die „Snacks to go“ beispielsweise im Auto oder in Verbindung mit anderen Beschäftigungen verzehrt. „Das ist natürlich aus ernährungstechnischer Sicht nicht so schön“, sagt Birkenhauer. In ihren Beratungen an Schulen oder in Betrieben erkläre sie die Unterschiede zwischen gesunden und ungesunden Snacks. „Die Menschen haben Aufklärungsbedarf und wollen nähere Informationen haben“, meint sie.

Mit unserem Ernährungsdreieck empfehlen wir schon seit Jahren eine Tendenz zu Gemüse.

Lioba Birkenhauer

Gemüse und Kräuter seien in den vergangenen 15 bis 20 Jahren oft vernachlässigt worden, erläutert die Fachfrau. „Mit unserem Ernährungsdreieck empfehlen wir schon seit Jahren eine Tendenz zu Gemüse.“ Laut „Food Report 2020“ sollen Gemüse und Kräuter zukünftig dem Fleisch häufiger die Tellermitte streitig machen.

„Essen kann mit viel Aufwand und Stress verbunden sein“, schildert die Lüdinghauserin. Wenn in einer mehrköpfigen Familie auf die individuellen Bedürfnisse aller Familienmitglieder eingegangen werden müsse, könne das zu Problemen führen. „Man muss sich für das Essen Zeit nehmen“, fordert Birkenhauer. Nebenbei sollte auf keinen Fall das Smartphone oder der PC laufen.

Uns ist nicht mehr bewusst, welche Fertigprodukte wir zu uns nehmen.

Lioba Birkenhauer

Rützler fordert angesichts der individuellen Bedürfnisse von der Gastronomie variable Portionsgrößen. „Das wäre sinnvoll“, bestätigt Birkenhauer. Für einen kräftigen Zwei-Meter-Mann und eine Frau von 1,60 Meter seien nicht unbedingt die gleichen Portionen angemessen. Gerade bei jüngeren Erwachsenen sei laut Birkenhauer eine Zweiteilung zu beobachten: Die einen würden sich vorwiegend von Fast Food, Limonaden und Süßigkeiten ernähren, die anderen sich intensiv mit ihrem Körper beschäftigen, was zu gesunder, häufig auch zu veganer Ernährung führe.

Zudem verzichten Menschen, die auf ihre Ernährung achten, immer mehr auf bestimmte Lebensmittel. Der aus den USA stammende Trend „clean eating“ propagiert etwa den Verzicht auf Fertigprodukte und Zusatzstoffe und den Verzehr von natürlichen Lebensmitteln. „Uns ist nicht mehr bewusst, welche Fertigprodukte wir zu uns nehmen“, sagt dazu Birkenhauer. Auch der in den vergangenen Jahren zunehmende Flexitarismus (ein reduzierter Fleischkonsum mit Blick auf die Haltung der Tiere) ist „für Ernährungsfachkräfte wünschenswert“ (Birkenhauer).

Entscheidend für eine angemessene Ernährung ist für Birkenhauer „eine Achtsamkeit dem Körper gegenüber.“ „Essen to go“ sei grundsätzlich nicht schlimm, aber man dürfe etwa nicht zu schnell essen, weil das Sättigungsgefühl erst nach etwa 20 Minuten einsetzt. Wichtig sei auch hier die richtige Auswahl der Speisen.

Rezept Couscous-Salat

Zutaten für 4 Personen: 250 g Couscous, Gemüsebrühe, 150 g Fetakäse, 3 gewürfelte Tomaten, 2 EL Pesto, 1 Knoblauchzehe, gepresst, ½ Salatgurke, gewürfelt, evtl. gehackte Petersilie, Salz, Pfeffer, EssigZubereitung: Den Couscous in der Gemüsebrühe ausquellen lassen (am besten am Vortag) und mit einer Gabel auflockern. Den Fetakäse in Würfel schneiden und mit dem Pesto marinieren. Das Gemüse schneiden, den Knoblauch pressen und alle Zutaten unter den Couscous rühren. Mit den Gewürzen abschmecken.

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