Neue Extensivflächen
Artenvielfalt statt Rasen

Lüdinghausen -

Früher diente es als Spielplatz, in schneereichen Wintern auch als Rodelrevier. Nun wird das Areal hinter dem Jugendzentrum Exil hin zum Nottengartenweg zur Extensivfläche. Im Sinne der Artenvielfalt mäht die Stadt dort nur noch einmal im Jahr und fährt das Mahdgut anschließend ab. Nach dem Prinzip verfährt sie auch anderen Stellen im Stadtgebiet.

Donnerstag, 22.08.2019, 06:00 Uhr
Eine der neuen Extensivflächen, die die Stadt im Sinne der Artenvielfalt von nun an nur noch einmal im Jahr mäht, liegt hinter dem Jugendzentrum Exil.
Eine der neuen Extensivflächen, die die Stadt im Sinne der Artenvielfalt von nun an nur noch einmal im Jahr mäht, liegt hinter dem Jugendzentrum Exil. Foto: Anne Eckrodt

Vor 15 Jahren war die Fläche noch ein Spielplatz. In kalten Wintern mit Schnee diente sie auch als Rodelgelände. Heute steht das Gras auf dem rund 3500 Quadratmeter großen Areal hinter dem Jugendzentrum Exil hin zum Nottengartenweg kniehoch. Disteln mit Blüten in leuchtendem Violett sorgen für ein paar Farbtupfer. Ist das Wildwuchs oder soll das so? Beides ist der Fall, wie Heinz-Helmut Steenweg mit einem Schmunzeln deutlich macht. „Im Zuge der Diskussion um Artenvielfalt haben wir uns entschieden, das Areal von nun an nur noch einmal im Jahr, nämlich im Herbst, zu mähen und das Mahdgut anschließend abzufahren“, berichtete der städtische Umweltbeauftragte auf Anfrage der WN .

9000 Quadratmeter

Dabei ist das Gelände am Exil nicht die einzige Extensivfläche der Stadt, die zuvor eine reine Rasenfläche war, am Friedhof und am Struckhaus gibt es weitere. Steenweg: „Insgesamt sind es fast 9000 Quadratmeter.“ Hinzu kommen rund 12 000 Qua­dratmeter, die bislang nur gemulcht wurden, wo das Gras also nach dem Mähen liegen blieb. Auch auf diesen Flächen soll der Grünschnitt künftig abgefahren werden, damit – im Sinne der Artenvielfalt – Gräser und andere Pflanzen besser nachwachsen können.

„Darüber hinaus bieten wir auch etwas fürs Auge“, berichtete Steenweg weiter und spielte damit auf diverse Areale im Stadtgebiet an, in denen Blumenzwiebeln gesetzt wurden. „Wir haben uns bewusst für Mischungen verschiedener Arten entschieden, um von Februar bis Juni immer etwas Blühendes zu haben“, erläuterte der Umweltbeauftragte. Um nicht nur Beete und Grünanlagen, sondern auch Rasen- und Grasflächen artenreicher zu gestalten, setzt die Stadt auch auf Blumenwiesenmischungen. Darunter ist eigens eine aus Südfrankreich, der Trockenheit so schnell nichts anhaben kann. Steenweg: „Und wir nutzen verstärkt mehrjährige Arten, die wiederkommen.“

Was macht wo Sinn?

Gleichzeitig betonte der Umweltbeauftragte, dass nicht jede Fläche für alles geeignet ist. „Wir gucken, wo macht es Sinn, nur noch einmal im Jahr zu mähen, wo lassen sich Zwiebeln setzen, wo besser Blumensamen aussäen.“ Dabei ist die Verwaltung auch offen für Anregungen.

Zurück zum Gelände hinter dem Exil: Die Fläche wird, davon ist Steenweg überzeugt, bald nicht mehr wiederzuerkennen sein. „Wenn wir hier ein paar Jahre nur im Herbst mähen, wird der Bereich im positiven Sinne explodieren.“

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