Stinka-„Sommertour“: Fahrradverkehrspolitik im Mittelpunkt
„Wir vermissen den Drive“

Lüdinghausen -

Nicht nur auf, sondern auch um das Fahrrad ging es bei der Lüdinghauser Etappe von André Stinkas „Sommertour“. Der SPD-Landtagsabgeordnete traf sich auf dem Marktplatz unter anderem mit Mitgliedern des ADFC, der auf Gefahren und Erschwernisse für Fahrradfahrer in der Steverstadt aufmerksam machte.

Donnerstag, 22.08.2019, 09:00 Uhr
Gut gelaunt und bei strahlendem Sonnenschein machten sich die Radler mit André Stinka am Mittwochvormittag auf den Weg. Dabei war das Thema – Sicherheit für Fahrradfahrer in Lüdinghausen – ein durchaus ernstes.
Gut gelaunt und bei strahlendem Sonnenschein machten sich die Radler mit André Stinka am Mittwochvormittag auf den Weg. Dabei war das Thema – Sicherheit für Fahrradfahrer in Lüdinghausen – ein durchaus ernstes. Foto: Christian Besse

Im Sommer schwingt sich André Stinka immer aufs Rad. Dann lädt der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Coesfeld die Einwohner des Kreises etappenweise zu seiner „Sommertour“ ein.

Am Mittwoch war das Zweirad nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern auch Programm: Auf dem Lüdinghauser Marktplatz traf sich Stinka mit Mitgliedern der örtlichen SPD und des ADFC . Von dort aus machte sich die Gruppe auf den Weg zu Verkehrspunkten in der Steverstadt, die nach Ansicht des ADFC Gefahren oder Erschwernisse für Fahrradfahrer bereithalten – wie etwa die Kreuzung B 58/B 235/Steverstraße, der Edeka-Kreisel oder der Ortskern Seppenrade (Dattelner und Dülmener Straße).

Es muss klar werden, dass der Fahrradverkehr in den Innenstädten noch gefördert werden muss.

André Stinka

Er setze sich für mehr Abstellplätze für Zweiräder, mehr Fahrradwege im Kreisverkehrsnetz und auch für Fahrradstraßen ein, so Stinka gegenüber den WN. Und: „Es muss klar werden, dass der Fahrradverkehr in den Innenstädten noch gefördert werden muss.“ Wobei, so betonte der SPD-Mann, er nicht die Fußgängerzonen meine.

Das sah Dirk Havermeier, Ratsherr in Lüdinghausen und Experte der SPD in Radverkehrsfragen, ganz ähnlich: „Der Stadt fehlt ein bisschen der Mut, auch mal etwas zu tun, was den Autofahrern weh tut. Verkehrsraum ist genügend da.“ Wobei, so Havermeier weiter, die Stadtverwaltung nicht alleine verantwortlich sei, sondern auch die Kreisverkehrsbehörde in Coesfeld.

25 Prozent aller Fahrradunfäller werden der Polizei gar nicht gemeldet.

Dirk Havermeier

Auch Herbert Baur, Pressesprecher des ADFC Lüdinghausen, zeigte sich anlässlich der „Sommertour“-Etappe, wenig angetan vom Engagement aus dem Rathaus in Sachen Zweiräder: „Wir vermissen den Drive“, sagte Baur in Bezug auf die Mitgliedschaft der Stadt in der AGFS, der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Seit November 2018 sei Lüdinghausen in der AGFS, doch eine Aufbruchstimmung sei nicht zu erkennen, so Baur. Was vielleicht auch daran liege, dass der Radbeauftragte der Stadtverwaltung, der ohnehin nur eine Halbtagsstelle habe, „zu einem überwiegenden Teil für andere Planungsarbeiten eingesetzt“ werde.

Dabei gehe es dem ADFC nicht nur um mehr Fahrradfreundlichkeit in der Steverstadt, sondern vor allem um eine Reduzierung der Unfälle. Von 2013 bis 2018 habe sich deren Zahl fast verdoppelt – mit 45 Unfällen im vergangenen Jahr sei Lüdinghausen, gemessen an den Einwohnerzahlen, trauriger Spitzenreiter im Kreis Coesfeld. Die Dunkelziffer sei sogar noch höher, so Havermeier: „25 Prozent aller Fahrradunfäller werden der Polizei gar nicht gemeldet.“

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