Schüleraustausch mit dem Rotary Club
„Das beste Jahr meines Lebens“

Lüdinghausen -

Ein Jahr im Ausland – das ist für viele Jugendliche eine willkommene Gelegenheit, mal über den Tellerrand zu blicken und spannende Erfahrungen abseits der Heimat zu machen. Auch der Rotary Club Lüdinghausen ermöglicht Auslandsaufenthalte. Jugenddienstbeauftragter Philipp Noll freut sich jedes Mal, wenn ein Austauschschüler zurück kommt und sagt: „Das war das beste Jahr meines Lebens!“

Dienstag, 27.08.2019, 08:00 Uhr
Freuen sich auf und über spannende Erfahrungen im Ausland: (gr. Bild, v.l.) Jan Schulze zur Wiesche, Jugenddienstbeauftragter Philipp Noll und Gabriel Perez Diez sowie (kl. Bild, v.l.) Sebastian Matebau und Vanessa Hildmann.
Freuen sich auf und über spannende Erfahrungen im Ausland (gr. Bild, v.l.): Jan Schulze zur Wiesche, Jugenddienstbeauftragter Philipp Noll und Gabriel Perez Diez sowie (kl. Bild, v.l.) Sebastian Matebau und Vanessa Hildmann. Foto: Heidrun Riese

„Das war das beste Jahr meines Lebens!“ Diesen Satz hört Philipp Noll häufiger, wenn Jugendliche aus der Steverstadt und Umgebung von ihrem Auslandsaufenthalt zurückkehren, eigentlich sogar jedes Mal. „Das ist fast immer die Kernaussage zum Abschluss“, berichtet der Jugenddienstbeauftragte des Rotary Clubs Lüdinghausen, der schon einige Austausche begleitet hat und freut sich, dass die Schüler so viel Positives mitnehmen. „Das ist eine tolle Erfahrung, die auch beim Erwachsenwerden unterstützt, weiß er. Für die aktuellen Outbounds – so nennen sich die Deutschen, die ins Ausland gehen – hat die spannende Reise erst begonnen, sie haben sich gerade auf den Weg gemacht.

Mit seinem Austauschprogramm ermöglicht der Rotary-Jugenddienst jungen Menschen zwischen 15 und 17 Jahren einen kürzeren oder längeren Auslandsaufenthalt. Es muss also nicht gleich ein ganzes Jahr sein, auch über einen Zeitraum von sechs Wochen lassen sich Erfahrungen in anderen Ländern sammeln. „In den Sommerferien geht ein Jugendlicher von hier weg und über den Jahreswechsel kommt dann die Tochter oder der Sohn aus der Gastfamilie zu uns“, erklärt Noll das Prinzip.

Wer einen Jugendlichen entsendet, muss auch einen aufnehmen.

Philipp Noll

Ein wenig anders läuft das beim Langzeitaustausch: Da dürfen die Schüler drei Wunschländer angeben. „Wobei keines sicher zugesagt werden kann“, betont der Jugenddienstbeauftragte. Aber auch hier gilt: „Wer einen Jugendlichen entsendet, muss auch einen aufnehmen“, informiert Noll. Der könne allerdings aus einem ganz anderen Land kommen als dem, in das das eigene Kind geht.

So ist es zum Beispiel bei Vanessa Hildmann , die jetzt nach Ecuador aufgebrochen ist. Kurz vor ihrem Abflug ist Sebastian Matebau aus Aus­tralien bei der Familie der 15-Jährigen in Seppenrade eingezogen. Er ist bereits seit Januar in Lüdinghausen. Dass alle drei bis vier Monate die Familien gewechselt werden, gehört für die Austauschschüler dazu. Für den 18-Jährigen, der aus Bundaberg im Bundesstaat Queensland kommt und Verwandtschaft in Deutschland hat, begann das Auslandsjahr mit einem kleinen Kälteschock. „Als ich zu Hause abgereist bin, waren es 30 Grad, und hier dann nur elf“, erzählt Sebastian, der vor seiner Rückkehr in die Heimat unbedingt einmal Ski fahren möchte.

Auf eine solche Veränderung musste sich Vanessa nicht einstellen: „In Ecuador ist es nicht so heiß, wie man es sich vorstellt“, hat die Seppenraderin recherchiert. Zwischen sieben Grad in der Nacht und 18 Grad am Tag waren für ihre Ankunft vorhergesagt. Und sie hat noch etwas Interessantes herausgefunden: „Direkt am Äquator geht die Sonne immer zur selben Zeit unter.“

Am meisten freue ich mich darauf, die Niagarafälle zu sehen.

Jan Schulze zur Wiesche

Auch wenn sie bei verschiedenen Familien leben wird, so bleibt die 15-Jährige doch die ganze Zeit über in Quito, der Hauptstadt der Republik im Nordwesten Südamerikas. „Die Jugendlichen besuchen das ganze Jahr über die selbe Schule“, informiert Noll. Das betrifft sowohl die In- als auch die Outbounds. „Sonst würden die sozialen Kontakte zu sehr auseinander reißen“, nennt der Jugenddienstbeauftragte den Hintergrund.

Ein besonderer Reiz für Jan Schulze zur Wiesche, der gerade nach Kanada geflogen ist, ist die sportliche Abwechslung. An seiner Schule wird auch Golf angeboten, das spielt der 15-Jährige in seiner Heimat. In Windsor in der Provinz Ontario möchte er gerne etwas Neues ausprobieren, Baseball zum Beispiel. Und was reizt ihn darüber hinaus? „Am meisten freue ich mich darauf, die Niagarafälle zu sehen“, sagt der Lüdinghauser, „aber eigentlich auf alles.“

Gabriel Perez Diez nickt bekräftigend. Für den 18-Jährigen aus Mendoza in Argentinien ist ein großer Teil seines Aufenthaltes in Lüdinghausen schon vorbei. In der Zeit hat er nicht nur Deutsch gelernt, sondern auch viele Eindrücke gesammelt. „Ich habe viele Leute und eine neue Kultur kennengelernt, und auch viele Orte besucht“, zählt Gabriel auf. Und schon jetzt steht für ihn fest: „Das war das beste Jahr meines Lebens!“

Wissenswertes zum Programm

 „Rotary ist die größte nicht-kommerzielle Austauschorganisation der Welt“, verrät Jugenddienstbeauftragter Philipp Noll. Im Einzugsgebiet des Rotary Clubs Lüdinghausen, das auch Nord- und Südkirchen, Ascheberg, Senden sowie Olfen umfasst, finden in jedem Jahr bis zu drei Langzeit- und bis zu vier Kurzzeitaustausche statt. Jeder Langzeitaustausch beginnt mit einer einjährigen Vorbereitung durch Rebounds, also Rückkehrer, die von ihren Erfahrungen berichten. Es findet auch eine Nachbereitung statt. Zum Abschluss gibt es ein Zertifikat. „Das macht sich gut im Lebenslauf“, weiß Noll. Um den Jugendlichen, die nach Deutschland kommen, den Start zu erleichtern, findet der Austausch versetzt statt. Während sie bereits im Januar anreisen, geht es für die Deutschen erst im Sommer ins Ausland. Die Rotary-Austausche beinhalten immer Reisen. Wer nach Deutschland kommt, macht eine dreiwöchige Europa- und eine zweiwöchige Deutschland-Tour. Für die deutschen Schüler im Ausland gibt es analoge Angebote. Auch während der Kurzzeitaustausche finden Reisen statt, die entsprechend kürzer sind. Weitere Infos zum Rotary-Austausch gibt es bei Philipp Noll ( 01 72/­5 31 86 96 oder E-Mail an pn@ludzay-verpackung.de) und im Internet.  

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