„Wellcome“-Projekt des SkF
Babyfrei – geschenkte Zeit genießen

Lüdinghausen -

Das „Wellcome“-Projekt des Sozialdienstes katholischer Frauen bietet jungen Müttern Entlastung an. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen kommen in die Familie und kümmern sich ein bis zwei Stunden um das Neugeborene, damit die Mutter mal wieder Zeit hat für sich selbst. Hilal Isik hat das Angebot angenommen und würde es jederzeit weiterempfehlen.

Donnerstag, 05.09.2019, 09:00 Uhr
Marianne Kerkemeier (l.), ehrenamtliche Mitarbeiterin beim „Wellcome“-Projekt des Sozialdienstes katholischer Frauen, besucht regelmäßig Hilal Isik (r.) und kümmert sich zwei Stunden um den kleinen Yusuf (im Kinderwagen). Isik genießt die Zeit mit ihrem Erstgeborenen Can, und wenn er im Kindergarten ist, geht sie unbeschwert zum Sport. Monika Heitmann koordiniert das Projekt beim SkF.
Marianne Kerkemeier (l.), ehrenamtliche Mitarbeiterin beim „Wellcome“-Projekt des Sozialdienstes katholischer Frauen, besucht regelmäßig Hilal Isik (r.) und kümmert sich zwei Stunden um den kleinen Yusuf (im Kinderwagen). Isik genießt die Zeit mit ihrem Erstgeborenen Can, und wenn er im Kindergarten ist, geht sie unbeschwert zum Sport. Monika Heitmann koordiniert das Projekt beim SkF. Foto: Marion Fenner

Die erste Zeit mit einem Neugeborenen kann eine Mutter schon einmal an die Grenzen bringen. Schlaflose Nächte, kaum Zeit, etwas einzukaufen oder sonstige Dinge zu erledigen, und schon gar nicht, um an sich selbst zu denken. Schön, wenn dann eine vertraute Person Zeit hat, sich aushilfsweise stundenweise um das Baby zu kümmern. Hilal Isik hat mit Marianne Kerkemeier so eine Person gefunden. Über das „Wellcome“-Projekt des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) haben sich die beiden kennengelernt.

Zeit mit dem Erstgeborenen

Kerkemeier kommt ein- oder zweimal in der Woche für zwei Stunden und nimmt der jungen Mutter den neun Monate alten Yusuf ab. „Wann immer es geht sind wir draußen, gehen spazieren und wenn nötig, singe ich ihm etwas vor“, sagt die ehrenamtliche „Wellcome“-Mitarbeiterin.

Und Hilal Isik? „Ich freue mich über das ,Zeitloch‘, in das ich dann eintauchen kann.“ Bisher hat sie diese geschenkte Zeit für ihren zweijährigen Sohn Can genutzt. Mit ihm ist sie in die Bücherei gegangen, und er durfte in aller Ruhe in den Büchern blättern, während sie sich selbst etwas zum Lesen aussuchen konnte. „Wir waren auch Eis essen oder haben einfach nur gemeinsam gespielt. Es war Zeit, in der Can meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit hatte und mich nicht mir seinem jungen Bruder teilen musste. Das hat er sehr genossen.“

Kaffee trinken

Mittlerweile geht der Zweijährige in den Kindergarten, doch auf Kerkemeier will Isik nicht verzichten. Sie kümmert sich weiter um den kleinen Jungen. Das „Zeitloch“ nutzt die Mutter jetzt für sich selbst und freut sich darauf, endlich wieder Sport treiben zu können.

„Was die Mutter in ihrer babyfreien Zeit macht, ist völlig egal“, sagt Monika Heitmann , die das „Wellcome“-Projekt beim SkF betreut. Es gibt Mütter, die holen einfach nur etwas Schlaf nach, andere putzen, gehen mit einer Freundin ungestört Kaffee trinken oder kaufen ein. „Ich war bei einer Mutter, die wollte beim ersten Besuch einfach nur endlich wieder ausgiebig duschen“, berichtet Kerkemeier, die sich schon seit mehreren Jahren ehrenamtlich um die kleinen Kinder kümmert.

Das Angebot hat überhaupt nichts mit Bedürftigkeit zu tun.

Monika Heitmann

„Das Angebot hat überhaupt nichts mit Bedürftigkeit zu tun. Wirklich jede Mutter kann es in Anspruch nehmen“, betont Heitmann. Mindestens zwei Stunden Freiraum erwartet die Mütter, in denen sie tun und lassen können, was sie wollen und damit ihren Akku wieder aufladen.“ Die Frauen mit Neugeborenen können sich beim SkF melden. Dann erfolgt ein erstes Kennenlernen. „Dabei können beide Seiten entscheiden, ob sie sich eine Partnerschaft vorstellen können und sich sympathisch sind“, erklärt Heitmann. „Schließlich ist es ein großer Vertrauensbeweis, das Baby in die Hände einer fremden Person zu geben, und auch die Ehrenamtlichen müssen sich vorstellen können, mit der Mutter gut auszukommen.“ Bei Isik und Kerkemeier hat alles gepasst. „Wir verstehen uns prima und der kleine Yusuf ist mir schnell ans Herz gewachsen.“

Abschied

Das „Wellcome“-Projekt endet, wenn das Kind ein Jahr alt ist. Der Abschied von den Kindern fällt auch Kerkemeier nicht immer ganz leicht. Aber ganz aus der Welt ist sie ja nicht, auch wenn sie nicht mehr regelmäßig kommt.

25 Ehrenamtliche stehen jungen Müttern zur Verfügung. „Wir haben noch Kapazitäten frei“, erklärt Heitmann. Für die Vermittlung von Ehrenamtlichen berechnet der SkF eine einmalige Gebühr von zehn Euro und für den „Wellcome“-Einsatz fünf Euro pro Stunde. Damit werden die Versicherung und die Fahrtkosten der ehrenamtlichen Mitarbeiter finanziert. Auch Fortbildungen zu unterschiedlichen Themen für die Ehrenamtlichen werden angeboten.

Zum Thema

Die „Wellcome“-Koordinatorin Monika Heitmann ist unter ' 0 25 91/23 71 20 zu erreichen, E-Mail: luedinghausen@wellcome-online.de.

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