Susanne Lenfers: Schleichwege zu den Großeltern
„Wir waren fast immer draußen“

Lüdinghausen -

Susanne Lenfers erinnert sich gerne an ihre Kindheit, die sie als „unbeschwert“ beschreibt. besonders wohl hat sich die heute 54-Jährige bei ihren Großeltern gefühlt. Die sie als „Geburtstagsgeschenk“ regelmäßig mit in den Urlaub auf Norderney mitnahmen.

Mittwoch, 18.09.2019, 09:00 Uhr
Zu den Kindheitserinnerungen von Susanne Lenfers gehören auch die Bastel- und Malkurse in der Familienbildungsstätte und natürlich die Spiele draußen mit ihren Freundinnen.
Zu den Kindheitserinnerungen von Susanne Lenfers gehören auch die Bastel- und Malkurse in der Familienbildungsstätte und natürlich die Spiele draußen mit ihren Freundinnen. Foto: privat

Wenn sich Susanne Lenfers (geb. Davids) an ihre Kindheit erinnert, denkt sie zunächst an ihren Schatten. „Das war Kiko, mein kleiner Bruder, zwei Jahre jünger als ich.“ Der sei immer irgendwie dabei gewesen. Aufgewachsen ist die Lüdinghauserin an der Bahnhofstraße. Von dort war es nicht weit zu den Großeltern an der Stadionallee. „Dahin sind wir durch die Gärten der Nachbarn auf einem Schleichweg gekommen“, erinnert sich die 54-Jährige.

Einen Unterschied zu Kindern unserer Tage hat sie auch ausgemacht: „Wir waren fast immer draußen.“ Im Gegensatz zu Kindern von heute seien die Tage weniger getaktet gewesen mit Sportverein, Musikunterricht und anderen Terminen. „Wir hatten mehr Freiräume. Uns war wichtig, dass wir Kreide dabei hatten und die Rollschuhe funktionierten.“ Nachhaltig im Gedächtnis sind ihr die Kurse in der Familienbildungsstätte geblieben. Damals hätten ihre Eltern sie in nahezu jeden Kursus gesteckt: Malen, Nähen, Kochkurse – schon mit fünf Jahren sei sie dort regelmäßig aktiv gewesen. Insgesamt hat Lenfers ihre Kindheit als „unbeschwert“ in Erinnerung.

Um 18 Uhr gab es Abendessen. Da mussten wir zu Hause sein.

Susanne Lenfers

Andererseits seien für die Kinder der Familie Davids feste Regeln einzuhalten gewesen: Nach dem Mittagessen wurden zuerst Schularbeiten erledigt. Bis 15 Uhr sei ohnehin Ruhe gewesen. Und: „Um 18 Uhr gab es Abendessen. Da mussten wir zu Hause sein.“ Ihre Kindheit sei doch eher streng gewesen, so Lenfers im Rückblick. Zumal sie als Mädchen noch behüteter aufgewachsen sei. Um später als Jugendliche abends länger rausgehen zu dürfen, „dafür habe ich kämpfen müssen. Das war nicht so einfach.“ Das habe sich dann geändert, als sie zur Kolpingjugend gestoßen sei. Das sei sie 17 Jahre alt gewesen. „Das war aus Sicht meiner Eltern verlässlich“, sagt Lenfers mit einem Schmunzeln. „Aber“, so ergänzt sie, „über die Stränge geschlagen habe ich eigentlich nie.“

Ungern denkt sie allerdings an manchen Aufenthalt im Lüdinghauser Freibad zurück. Schwimmen habe sie bei dem damals durchaus gefürchteten Bademeister gelernt. Dessen Talent im Umgang mit Kindern sei doch eher unterentwickelt gewesen. Umso lieber denkt sie an die Urlaube mit den Großeltern. „Im Herbst ging es nach Norderney. Das war mein Geburtstagsgeschenk.“ Überhaupt hätten die Großeltern für die Kinder eine große Bedeutung gehabt. „Wenn wir dort übernachtet haben, durften wir immer länger aufbleiben als bei den Eltern.“ Es wurde selbst Milchreis gekocht, es ging mal in die Eisdiele – „eine Kugel in der Waffel“ und abends wurde Halma oder Mensch-ärgere-dich- nicht gespielt.

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