„Norland Wind“ zu Gast im Ricordo
Von Bergtrollen und einer Räbin

Lüdinghausen -

Vor etwas mehr als drei Jahren waren die fünf Musiker zuletzt in Lüdinghausen zu Gast. Anders als üblich konnte Gitarristin Kerstin Blodig allerdings wegen Stimmproblemen diesmal nur sporadisch singen.

Freitag, 20.09.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 20.09.2019, 16:46 Uhr
Stellte Lieder aus seinem neuen Album vor: das Quintett „Norland Wind“ gastierte nicht zum ersten Mal im Ricordo.
Stellte Lieder aus seinem neuen Album vor: das Quintett „Norland Wind“ gastierte nicht zum ersten Mal im Ricordo. Foto: Bastian Becker

„Storm in a teacup“ – oder frei übersetzt „Sturm im Wasserglas“, heißt das aktuelle Album des Quintetts „Norland Wind“, das am Mittwochabend nicht zum ersten Mal im Weinhaus Ricordo zu Gast war. Der Titel beschreibt den Auftritt der Gruppe ausgezeichnet: Die Band präsentierte Melodien mit Ursprung in Irland, Schottland oder auf den Färöer Inseln oft ruhig, aber immer wieder mal auch schwungvoll und aufwühlend.

Mal tänzerische Jigs, mal dramatische Melodien

Vor etwas mehr als drei Jahren waren die fünf Musiker zuletzt in Lüdinghausen zu Gast. Anders als üblich konnte Gitarristin Kerstin Blodig wegen Stimmproblemen diesmal nur sporadisch singen. Bei einem Solo zeigte die Berlinerin dafür ihr ganzes Können an ihrem Instrument. Das Thema des Stückes waren norwegische Bergtrolle.

Natur, Tier- und Fabelwelt bilden die Grundlage für etliche Texte, Gitarrist und Sänger Noel Duggan bringt zahlreiche Lieder aus seiner irischen Heimat ein, so das traditionelle „The Foggy Dew“ in Erinnerung an den Osteraufstand von 1916, das Duggan mit seinem rauhen Bariton kernig vortrug. Bei einem späteren traurigen Lied vergaß der Routinier dann kurz den Text, seine spontane Erklärung: „Ich werde zu emotional.“ Einer der Höhepunkte des Abends war definitiv „The Raven“ (Die Räbin), in Blodigs Vertretung dargeboten von Liv Vester Larsen. Die dänische Geigerin, die mit ihrem hervorragenden Spiel mal tänzerische Jigs, mal dramatische Melodien gut akzentuierte, überzeugte auch mit ihrer glasklaren Stimme, zunächst nur durch eine minimale Keyboard-Begleitung unterstützt. Der poetische Text, dessen deutsche Übersetzung Blodig zuvor vorgelesen hatte, enthält Passagen wie „Verloren bin ich an dich für immer, meine Geliebte“. Im späteren Verlauf des Liedes entflieht die Geigenmelodie dann in extreme Höhen.

Gefühlvolle Harfensoli

Thomas Loefkes genaue und gefühlvolle Harfensoli regten zum Nachdenken und Innehalten an. Eines seiner Lieder hat es sogar in die größte Fernsehshow der Färöer-Inseln geschafft. Die zuverlässige Grundlage am Keyboard lieferte Benjamin Nørholm Jacobsen.

Das Zusammenspiel der fünf hervorragenden Musiker begeisterte die Zuschauer, Loefke meinte lobend: „Schön, dass es das Ricordo gibt. Es ist ein Kleinod hier.“ Wobei: Der gute Besuch lag aber nicht nur am Ort, sondern vor allem auch an den bereits bekannten und beliebten Musikern.

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