Dr. Friederike Rüter beim Theologischen Forum
Vertrauen im Angesicht des Sterbens

LÜdinghausen -

„Vertrauen am Krankenbett angesichts des Sterbens“ war ein Vortrag mit Pfarrerin Dr. Friederike Rüter im Stephanus-Gemeindezentrum überschrieben, mit dem das diesjährige Theologische Forum begann.

Samstag, 21.09.2019, 20:00 Uhr
Dr. Friederike Rüter sprach zum Auftakt des Theologischen Forums über „Vertrauen am Krankenbett angesichts des Sterbens“.
Dr. Friederike Rüter sprach zum Auftakt des Theologischen Forums über „Vertrauen am Krankenbett angesichts des Sterbens“. Foto: koc

Er könne besser andere Menschen trösten als die eigene Ängstlichkeit ertragen, bekannte Dietrich Bonhoeffer einmal. Jener evangelische Pfarrer, der im April 1945, nur einen Monat vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs , im KZ Flossenbürg ermordet wurde. Kurz vor Weihnachten 1944 hatte er in einem persönlichen Brief die Worte gefunden, die heute bei kaum einer Beerdigung fehlen dürfen: „Von guten Mächten wunderbar geborgen.“

Das diesjährige, wieder dreiteilige Theologische Forum hatte jetzt am ersten Vortragsabend im Stephanus-Gemeindezentrum Dr. Friederike Rüter zu Gast, selbst Pfarrerin mit Erfahrung in der Krankenhausseelsorge und seit fünf Jahren in der Evangelischen Kirche von Westfalen für die Ausbildung anderer Seelsorger zuständig. „Vertrauen am Krankenbett angesichts des Sterbens“ – das war ihr Thema.

Unterschiedlichen Orte des Sterbens

Zur Einführung wies Rüter auf das Bild „Der Leichnam Christi im Grabe“ von Hans Holbein d. J. hin, gemalt um 1521/22 in Öl auf Lindenholz. Es zeigt in naturalistischem Stil den toten Christus in einer steinernen Grabnische. Zwei weitere Bilder von Ferdinand und Clara Siewert stellten die Situation einer todkranken bettlägerigen Frau beziehungsweise den nahen Abschied von Mutter und Tochter am Krankenbett vor Augen. Darauf kam sie auf die unterschiedlichen Orte des Sterbens hin: die häusliche Umgebung, das Altenpflegeheim, das Hospiz, die Intensivstation. Jede Sterbesituation werde anders erlebt und biete spezifische Herausforderungen an die Begleiter, seine es Angehörige, Pflegende oder Ärzte. Immer aber gehe es auch um Aufbau und Stärkung von Vertrauen.

Hoffnung und festes Gottvertrauen

Die Referentin wies auf Beschädigungen von Vertrauen hin, etwa durch die immer stärkere Beanspruchung des Personals und eine zunehmende Kommerzialisierung des Gesundheitsbetriebs. Der Pflegenotstand führe beim Patienten oft zu einer Vereinsamung. Entscheidend für den Todkranken sei, ob er das Gefühl hat, wirklich umsorgt zu werden, im kurativen und palliativen Sinn. Nur so könne er noch Signale der Zuwendung empfangen, durch persönliche Worte oder liebevolle Berührungen.

Einige von Hoffnung und festem Gottvertrauen erfüllte Verse von Hilde Domin und Paul Gerhardt sowie kurze Anleitungen zum ruhigen Sterben von Martin Luther ergänzten die Ausführungen Rüters, die zum Schluss noch ein paar Gedanken mit auf den Weg gab: Man solle sich die Fragmenthaftigkeit des Lebens zwischen Geburt und Tod immer wieder bewusst machen, Beziehungen klären, die eigenen Ressourcen ins Leben holen, Dankbarkeit, Frieden und Liebe suchen und sich Hoffnungsbilder und Bilder vom Leben nach dem Tode erschließen. Das habe auch Dietrich Bonhoeffer im Tod Stärke verliehen.

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