Schüler des Berufskollegs zum Europäischen Tag der Sprachen
Rüstzeug für Multikulti-Gesellschaft

Lüdinghausen -

Zum Europäischen Tag der Sprachen lassen Lilli Roßbach und Leon Görshop an ihrer Vorfreude auf die bevorstehenden Auslandspraktika teilhaben – und verraten, warum Sprachen im Allgemeinen, aber auch für sie als angehende Erzieher so wichtig sind.

Donnerstag, 26.09.2019, 11:00 Uhr
Sprachen haben einen hohen Stellenwert am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg. Christine Köhler (hinten) ist als EU-Koordinatorin unter anderem für die Auslandspraktika zuständig, die Leon Görshop und Lilli Roßbach Ende des Jahres absolvieren.
Sprachen haben einen hohen Stellenwert am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg. Christine Köhler (hinten) ist als EU-Koordinatorin unter anderem für die Auslandspraktika zuständig, die Leon Görshop und Lilli Roßbach Ende des Jahres absolvieren. Foto: Heidrun Riese

Heute ist der europäische Tag der Sprachen – ein jährlicher Aktionstag, der 2001 auf Initiative des Europarates eingeführt wurde, um zur Wertschätzung aller Sprachen und Kulturen beizutragen. Etwas, das am Richard-von Weizsäcker-Berufskolleg als Europaschule jeden Tag gelebt wird.

Lilli Roßbach und Leon Görshop absolvieren dort eine Erzieherausbildung mit allgemeiner Hochschulreife. „Erzieher und Fremdsprachen bringt man erstmal nicht in Zusammenhang“, weiß Christine Köhler , Lehrerin und als EU-Koordinatorin für die Auslandspraktika zuständig. Genau auf die bereiten sich die Zwölftklässler gerade vor. Für Lilli geht es Ende des Jahres für vier Wochen nach Schweden, nach Älmhult in Småland. Leon verbringt den selben Zeitraum in Italien, in Vicenza nahe Venedig.

Die englische Sprache ist in Schweden sehr kultiviert.

Lilli Roßbach

Beide büffeln derzeit fleißig in Intensivkursen die Landessprachen, um beim Blick über den Tellerrand möglichst viel mitnehmen zu können. Geht das nicht auch mit Englisch? „Die englische Sprache ist in Schweden sehr kultiviert“, weiß Lilli. „Das ist hilfreich, um in der Einrichtung kommunizieren zu können. Schwedisch zu sprechen, ist aber unumgänglich, um mit den Kindern zu interagieren.“ Generell findet die 16-Jährige: „Es ist eine immense Erleichterung für einen selber, wenn man eine Fremdsprache gut beherrscht, auch um in die Kultur einzutauchen.“

„Englisch sollte man auf jeden Fall können“, stimmt Leon zu. „Weil man überall damit konfrontiert wird.“ Er spricht auch Niederländisch, aber das reicht ihm nicht: „Ich hatte auf der Realschule zwei Jahre lang Französisch, das will ich wieder auffrischen“, sagt der 18-Jährige. „Außerdem möchte ich gerne Kroatisch lernen, weil ich häufiger in Kroatien im Urlaub bin.“ Dass er jetzt Italienisch paukt, hat auch, aber nicht nur mit dem bevorstehenden Praktikum zu tun. „Meine Oma kommt aus Italien“, verrät Leon. „Ich kann noch nicht so gut Italienisch, aber ein bisschen bin ich schon damit aufgewachsen.“

Wer vier Wochen im Ausland war, spricht die Sprache gleich deutlich besser.

Christine Köhler

„Wir leben in einem Land, das immer multikultureller wird“, nimmt Lilli den Faden auf und schlägt gleich den Bogen zu ihrem Berufszweig. „Fremdsprachen sind wichtig, um den Bildungsauftrag zu erfüllen – um mit den Kindern zu kommunizieren und zu interagieren“, weiß sie. „Und wenn wir Gespräche mit den Eltern führen, müssen wir auch über Entwicklungsaspekte, die Stärken und Schwächen der Kinder, reden können – so, dass es für beide Seiten verständlich ist.“

Neben dem persönlichen Bezug – ob privater oder beruflicher Natur – hilft auch Neugier dabei, sich auf fremde Sprachen und Kulturen einzulassen. Davon bringt die 16-Jährige eine ganze Menge mit. „Ich habe mit meinen Eltern schon viele Länder, auch andere Kontinente bereist, aber in Schweden war ich noch nie.“ Was sie beim Lernen motiviert, sind Erfolgserlebnisse. Wie einmal, als die Zwölftklässlerin drei Spanierinnen ratlos vor einem Fahrkartenautomaten vorfand. „Da war ich die Einzige, die helfen konnte“, berichtet sie. Als die jungen Frauen aus Südeuropa ihre Tickets in den Händen hielten, „das war schon ein tolles Gefühl“.

Und wie lässt sich eine Sprache am besten lernen? „Indem man sie spricht“, betont Köhler. Aus ihren Erfahrungen mit den Auslandspraktika weiß sie: „Wer vier Wochen im Ausland war, spricht die Sprache gleich deutlich besser.“

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