Neubau und Sanierung der Ludgerischule
Zwei Varianten stehen zur Wahl

Lüdinghausen -

Die Ludgerischule muss aus Brandschutzgründen saniert und in Teilen sogar abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Wibke Evert vom Büro „Lindner Lohse Architekten“ stellte in der gemeinsamen Sitzung des Schul- und des Bauausschusses am Donnerstagabend zwei Varianten vor. Knackpunkt ist die Frage, ob ein Speisesaal samt Küche integriert werden soll.

Samstag, 28.09.2019, 08:00 Uhr
Muss aus Brandschutzgründen abgerissen werden: der alte Teil der Ludgerischule, die frühere Paul-Gerhardt-Schule, die in den Jahren 1965 bis 1971 errichtet wurde.
Muss aus Brandschutzgründen abgerissen werden: der alte Teil der Ludgerischule, die frühere Paul-Gerhardt-Schule, die in den Jahren 1965 bis 1971 errichtet wurde. Foto: ae

Aus Brandschutzgründen hat die Stadt keine andere Wahl: Der alte Teil der Ludgerischule, die einstige Paul-Gerhardt-Schule aus den 1960er Jahren, muss abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Das Büro „Lindner Lohse Architekten“, das auch für die Erweiterung der Sekundarschule verantwortlich ist, hat die Planung für das Großprojekt mit einem Kostenvolumen von rund 6,5 Millionen Euro übernommen. Architektin Wibke Evert stellte in der gemeinsamen Sitzung des Schul- und des Bauausschusses am Donnerstagabend zwei Alternativen für den Neubau und die Sanierung der Grundschule vor. Die gute Nachricht: „Bei beiden Varianten kommen wir ohne eine übergangsweise Nutzung von Containern aus“, betonte Evert.

Dann präsentierte sie den Politikern die beiden in enger Abstimmung mit der Schulleitung und der Stadt entwickelten Möglichkeiten:

► Variante eins besteht aus einem schlichten, langen zweigeschossigen Neubau, in dem vor allem die Unterrichtsräume untergebracht würden. „Der Bereich des offenen Ganztags passt wunderbar in den bestehenden Schulteil aus den 1990er Jahren“, machte Evert deutlich. Verbunden würden beide Komplexe über ein ­Atrium, an das sich auch ein Speisesaal samt Küche andocken ließe. Direkt am Haupteingang sind Verwaltung und Sekretariat vorgesehen, darüber – im ersten Stock – das Lehrerzimmer.

Hier könnte ein Atrium in der Mitte des quadratischen Baukörpers entstehen.

Wibke Evert

► Als zweite Variante stellte Evert einen Neubau in Form eines quadratischen, dreigeschossigen Gebäudes vor, das für sich alleine steht und nur einen schmalen Verbindungsgang zum Klinkerbau mit dem Offenen Ganztagsbereich bekommen soll. „Hier könnte ein Atrium in der Mitte des quadratischen Baukörpers entstehen. Daran ließen sich Speisesaal und Küche angliedern. Die Verwaltung ist auch hier im Erdgeschoss direkt am Eingang vorgesehen“, erläuterte die Architektin.

Beide Neubeuten bieten Platz für die erforderlichen 2500 Quadratmeter. „Und wir kommen bei beiden Varianten mit dem vorgesehenen Budget von rund 6,5 Millionen Euro hin“, so Evert. Würde Variante eins mit Speisesaal und Küche umgesetzt, kämen noch einmal knapp 200 000 Euro dazu, bei der zweiten Variante wären es knapp 240 000 Euro.

„Hier gilt es abzuwägen, ob die Grundschule einen eigenen Speisesaal benötigt oder die Mensa im Schulzentrum nutzen kann“, machte der Beigeordnete Matthias Kortendieck deutlich. Schulleiterin Tanja Grewe berichtete vom Probelauf dazu mit den Dritt- und Viertklässlern. Ein Weg habe – mit allen Vorbereitungen – 17 bis 20 Minuten gedauert. Losgelöst davon machte Grewe keinen Hehl daraus, dass sie sich die jüngeren Grundschüler im großen Mensabetrieb der Sekundarschule nicht vorstellen kann. „Die Kinder essen bei uns in der OGS in drei Schichten nach der vierten, fünften und sechsten Stunde, und das jeweils 30 bis 40 Minuten in einem ruhigen Umfeld mit vielen Gesprächen. Das ist wichtig.“

So muss Schule sein.

Tanja Grewe

„Wir stehen da ein Stück weit im Wort – nach dem Motto ,kurze Beine, kurze Wege‘“, meinte Dieter Tüns (CDU). Sabine Schäfer (FDP) wollte von Grewe wissen, welche der beiden Alternativen sie bevorzuge. Die eindeutige Antwort der Schulleiterin: „Die erste Variante mit dem langgezogenen Baukörper und der Anbindung an den Altbau über ein Atrium als Herz des Gesamtkomplexes. So muss Schule sein.“

Die Fraktionen haben nun bis zum 10. Oktober (Donnerstag) Zeit, über die beiden Möglichkeiten zu diskutieren. „Dann gibt es unmittelbar vor der Ratssitzung noch einmal eine gemeinsame Sitzung beider Ausschüsse, um dem Rat eine Beschlussempfehlung zu geben“, umriss Susanne Havermeier (SPD), Vorsitzende des Schulausschusses, die weitere Vorgehensweise. Baubeginn könnte dann im Sommer 2020 sein. Zwei Jahre später soll der Neubau fertig sein.

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