NRW-Bildungsministerin im Stattstrand
Ruhe ins System Schule bringen

Lüdinghausen -

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer war am Donnerstagabend Gast der heimischen FDP. Im Stattstrand stellte sie sich auch kritischen Fragen aus der Zuhörerschaft – darunter viele Pädagogen.

Samstag, 28.09.2019, 06:00 Uhr
Gut besucht war die Veranstaltung der heimischen FDP mit NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer im Stattstrand.
Gut besucht war die Veranstaltung der heimischen FDP mit NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer im Stattstrand. Foto: wer

Zum „Dialog mit Yvonne Gebauer “ – seit 2017 NRW-Bildungsministerin – hatte die heimische FDP am Donnerstagabend in den Stattstrand eingeladen. Von diesem Angebot machten zahlreiche interessierte Besucher ausgiebig Gebrauch. Das Thema Schule mit seinen unterschiedlichen Facetten zog auch Besucher aus der Umgebung an – unter ihnen eine ganze Reihe Pädagogen.

In ihrem als „Halbzeitbilanz“ deklarierten Eingangsstatement verhehlte Gebauer nicht, dass es im Bereich Schule nicht wenige Baustellen gebe. Stichworte waren unter anderem Lehrermangel, Inklusion, ungleiche Besoldung von Lehrern an unterschiedlichen Schulformen sowie Digitalisierung, die auch von Gästen anschließend in der Diskussions- und Fragerunde immer wieder aufgenommen wurden.

Wer gleich lange studiert, hat gleiche Besoldung verdient.

Yvonne Gebauer

Vor allem Fragen rund um die Situation an den Grundschulen brannten den Zuhörern unter den Nägeln. Den gravierenden Lehrermangel versuche man aktuell zu lindern, indem man Gymnasiallehrern einen zumindest zeitweisen Schulwechsel schmackhaft mache. Und das durchaus mit Erfolg, so die Ministerin. Beim Thema Besoldung hatte sie eine eindeutige Meinung: „Wer gleich lange studiert, hat gleiche Besoldung verdient.“ Zudem kündigte sie an, dass ein „Masterplan Grundschule in Arbeit“ sei.

Das Problem des Lehrermangels, führte Gebauer aus, werde sich sicher noch über Jahre hinziehen – bis zu 10 000 an den Grundschulen. Demgegenüber stünde ein deutlicher Überbedarf im Bereich Sekundarstufe II. Auch das ein Erbe, das ihr die rot-grüne Vorgängerregierung hinterlassen habe.

Streiten und demonstrieren kann man auch außerhalb der Schulzeit.

Yvonne Gebauer

Zugleich verwies sie auf Erfolge ihres Hauses. So sei die Rückkehr zu G 9 an den Gymnasien „geräuschlos umgesetzt worden“. Überhaupt verdeutlichte sie eines ihrer vorrangigen Ziele: „Ich will Ruhe ins System bringen und keine Strukturdebatten anfangen.“ Beifall erhielt die Ministerin bei ihrem Statement zu den „Fridays for Future“-Demonstrationen von Schülern: „Streiken und demonstrieren kann man auch außerhalb der Schulzeit.“ Sie unterstütze das gesellschaftliche Engagement der Jugendlichen, aber „wer entscheidet am Ende des Tages, für was demons­triert werden darf und wofür nicht?“.

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