Artiqo vertreibt und entwickelt Endoprothesen
Gelenke aus einem Guss

Lüdinghausen -

Seit sieben Jahren vertreibt die Firma Artiqo – früher ImplanTec – Implantate, sogenannte Endoprothesen für Hüft-, Knie- oder Sprunggelenke. Seit neuestem werden auch eigene Implantate entwickelt. Das Unternehmen von Ulrich Bücken hat jetzt seinen Standort an der Hans-Böckler-Straße großzügig erweitert.

Samstag, 05.10.2019, 08:00 Uhr
Ulrich Bücken hat das Unternehmen 2012 unter dem Namen ImplanTec in Lüdinghausen gegründet.
Ulrich Bücken hat das Unternehmen 2012 unter dem Namen ImplanTec in Lüdinghausen gegründet. Foto: ben

Ti-6Al-4V – schon mal gehört? Nein, das ist nicht die Typbezeichnung eines neuen SUV-Modells einer noblen Automarke. Der Physiker wird es vielleicht ahnen. Es handelt sich um eine besondere Titanlegierung. Und die dient als Werkstoff tatsächlich in der Autoindustrie, aber nicht nur dort. Auch wenn der Chirurg im OP dem Patienten zu einem neuen Hüftgelenk verhilft, kommt die hochwertige Legierung zum Einsatz. Und genau da kommt auch der Lüdinghauser Ingenieur Ulrich Bücken ins Spiel. Sein Unternehmen, mit Sitz an der Hans-Böckler-Straße, vertreibt seit 2012 eben jene Implantate – auch Endoprothesen genannt – für Hüft-, Knie- oder Sprunggelenke. Bis zum August 2019 unter dem Namen ImplanTec, jetzt wurde die Firma in Artiqo umbenannt. Warum?

„Das hat in erster Linie mit unserer neuen strategischen Ausrichtung zu tun“, erklärt der Geschäftsführer. Und die besteht, grob gesagt, darin, dass Bücken nicht mehr nur die Produkte anderer Implantathersteller vertreibt, sondern inzwischen eigene Implantate entwickelt. Ein aufwendiger Prozess. „In der Medizintechnik gibt es ex­trem hohe Ansprüche für eine Zertifizierung bis ein neues Produkt überhaupt auf den Markt kommt und eingesetzt werden darf“, so Bücken.

In der Medizintechnik gibt es ex­trem hohe Ansprüche für eine Zertifizierung bis ein neues Produkt überhaupt auf den Markt kommt und eingesetzt werden darf.

Ulrich Bücken

Zur Einweihung des Erweiterungsbaus kam auch Bürgermeister Richard Borgmann (2.v.l.). Foto: Artiqo

Wobei es mit der Entwicklung und dem Vertrieb längst nicht getan ist. Bevor eine Klinik die von ihm angebotenen Endoprothesen praktisch einsetzen kann, muss noch eine Menge Vorarbeit geleistet werden. „Wir bieten zum Beispiel die notwendige Schulung der Ärzte an, begleiten sie beratend bei den ersten Eingriffen und stellen zudem den Kliniken alle speziellen OP-Instrumente zur Verfügung, die für den Einsatz der Prothesen benötigt werden.“

Wir bieten zum Beispiel die notwendige Schulung der Ärzte an, begleiten sie beratend bei den ersten Eingriffen.

Ulrich Bücken

Der Markt für solche Implantate sei ein hart umkämpfter, erläutert der Ingenieur, der selbst seit 30 Jahren in der Medizintechnik-Branche unterwegs ist. Nachdem das Unternehmen, in dem er zuletzt lange Jahre tätig war – unter anderem als technischer Leiter und später als Geschäftsführer – durch einen US-Konzern übernommen worden war, sei in ihm nach und nach der Gedanke gereift, den Schritt zu wagen und sich selbstständig zu machen.

Mit Erfolg, wie es scheint. Im Jahr 2018 stieg der Umsatz auf 10,5 Millionen Euro und gerade erst ließ Bücken den Firmenstandort durch einen Anbau erweitern. Zur Einweihung gratulierte auch Bürgermeister Richard Borgmann persönlich. „Wir wachsen stetig und organisch und wollen das auch weiter in Lüdinghausen tun. Dafür haben wir jetzt die nötigen Raumkapazitäten“, so Bücken. 18 Mitarbeiter zählt Artiqo derzeit. Dabei wird es wohl nicht bleiben.

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