Musica Camerata Westfalica im Kapitelsaal
Konzert zum Mauerfall

Lüdinghausen -

Ein Gedenkkonzert zum Mauerfall vor 30 Jahren sei das Konzert der Musica Camerata Westfalica, betonte Dirigent Hans-Georg Jaroslawski. Und so betonte er, der selbst 1988 aus der DDR geflohen war, dass sich eine Diktatur in Deutschland niemals wiederholen dürfe.

Montag, 07.10.2019, 13:00 Uhr aktualisiert: 10.10.2019, 14:14 Uhr
Der Mauerfall vor 30 Jahren bot Anlass für das Konzert der Musica Camerata Westfalica im Kapitelsaal.
Der Mauerfall vor 30 Jahren bot Anlass für das Konzert der Musica Camerata Westfalica im Kapitelsaal. Foto: Bastian Becker

Das Orchester Musica Camerata Westfalica hat in sechs Jahren schon einige Konzerte im Kapitelsaal gespielt. Für Dirigent Hans-Georg Jaroslawski war das Gedenkkonzert zu 30 Jahren Mauerfall am Samstagabend dennoch „ein Höhepunkt unseres Orchesters in Leistung und Zusammenhalt“. Jaroslawski, der aus Dresden stammt und ein Jahr vor dem Mauerfall bei einer Konzertreise in den Westen flüchtete, warnte in einer eindringlichen Rede vor Konzertbeginn: „So etwas wie eine Diktatur darf in Deutschland nie wieder passieren.“

Mit vier recht unterschiedlichen Stücken bemühte sich das Ensemble, die vielfältigen Stimmungen rund um das geschichtliche Ereignis abzubilden. Zu Beginn gab es moderne klassische Klänge im Concerto Grosso Nr.1 von Ernest Bloch. Dem energischen Beginn im Präludium folgt der sich dahinschleppende Klagegesang, die Melodie entspringt vor allem den Kontrabässen und Celli. In der Pastorale wird der schwere Grundton mit tänzerischen Elementen kombiniert, das Klavier schaltet sich nachdrücklich ein. Im Rustic Tanz wird die Grundmelodie aus fünf Tönen vielfältig variiert. Die Fuge als Hommage an Johann Sebastian Bach beginnt dann kanonartig, die Melodie in den Geigen strebt auf ein explosives Finale zu.

So etwas wie eine Diktatur darf in Deutschland nie wieder passieren.

Hans-Georg Jaroslawski

Großen Applaus erhielt Cello-Solistin Helena Ranck für ihre vom Orchester passend unterstützte Darbietung des „Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur Nr. 1“ von Joseph Haydn. Sowohl den ersten Satz, der an einen Spaziergang mit verschiedenen Tempi erinnert, als auch den dahinschwebenden zweiten und den teilweise übersprudelnden dritten Satz präsentierte sie auch in den höchsten Tönen souverän und stets der Stimmung angemessen.

Das traurige „Adagio“ von Tomaso Albinoni webte einen schwermütigen Klangteppich, unterlegt vom Pizzicato in den Celli und Kontrabässen. Die verzweifelten Einlassungen von Konzertmeister Denis Kryukov beantwortete das übrige Orchester schwerfällig-dumpf,

Aber das Konzert sollte natürlich hoffnungsvoll enden, deswegen schloss die Musica Camerata mit Mozarts bekannter Sinfonie Nr. 29 A-Dur. Das Allegro moderato kommt pulsierend-vital daher, das Andante kreist eher selbstvergessen, das Menuetto transportiert viel Leichtigkeit und im finalen Allegro con spirito wird dann die frohe Botschaft lautstark verkündet.

Zum Thema

Am 15. Dezember steht das Weihnachtskonzert der Musica Camerata Westfalica im Kapitelsaal auf dem Programm, es spielt eine kleinere Besetzung ohne Jaroslawski.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6982117?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F
Legenden, Freaks und coole Socken
Kinder der Kita St. Peter und Paul in Nienborg singen im Karaoke-Studio „Däpp Däpp Däpp, Johnny Däpp Däpp“ . . .
Nachrichten-Ticker