Familienbegleiter des Hospizdienstes
Geschenkte Zeit schafft Freiräume

Lüdinghausen -

Der ambulante Hospizdienst Königskinder vermittelt Familien mit schwerkranken Kindern ehrenamtliche Unterstützung. Karin Hagelschuer ist so eine Familienbegleiterin. Seit knapp zwei Jahren kümmert sie sich um einen Jungen aus Lüdinghausen und verschafft seiner alleinerziehenden Mutter damit kleine Freiräume im kräftezehrenden Alltag.

Montag, 14.10.2019, 11:00 Uhr
Seit knapp zwei Jahren kümmert sich Karin Hagelschuer (l.) um Luce und verschafft seiner Mutter Judith K. (2.v.r.) damit kleine Freiräume. Katrin Beerwerth vom Hospizdienst Königskinder hat die Betreuung koordiniert.
Seit knapp zwei Jahren kümmert sich Karin Hagelschuer (l.) um Luce und verschafft seiner Mutter Judith Kowalczik. (2.v.r.) damit kleine Freiräume. Katrin Beerwerth vom Hospizdienst Königskinder hat die Betreuung koordiniert. Foto: Inga Kasparek

„Königskinder“ sind sie in den Augen ihrer Familien und Betreuer. Gemeint sind Kinder und Jugendliche, denen eine lebensverkürzende Erkrankung attestiert wurde, teils schon kurz nach ihrer Geburt, teils erst viel später. In jedem Fall stellt eine solche Diagnose die gesamte Familie vor riesige Herausforderungen. Das ganze Leben gerät zunächst in Unruhe. Allen Ansprüchen und Erfordernissen gerecht zu werden, stellt Vater und Mutter vor oftmals unlösbar erscheinende Aufgaben.

Da sind die Familienbegleiter wertvolle Hilfen. Sie werden vom ambulanten Hospizdienst Königskinder in Münster gesucht, sorgfältig ausgebildet und dann mit viel Augenmaß und Einfühlungsvermögen mit den Familien zusammen gebracht. Dabei kann es durchaus auch mal sein, dass zunächst gar nicht das kranke, sondern ein Geschwisterkind die vorrangige Betreuung in Anspruch nehmen darf.

Das bringt mir persönlich auch sehr viel.

Karin Hagelschuer

Seit 2011 ist Katrin Beerwerth die pädagogische Leiterin und Koordinatorin des Hospizdienstes. Sie sorgt zusammen mit den übrigen Mitarbeitern vor Ort für die optimale Zusammenführung der ehrenamtlich tätigen und der erkrankten Menschen. Mit Münster als Mittelpunkt dieser unterstützenden Arbeit versorgt der Verein im Umkreis von 50 Kilometern derzeit rund 50 Familien mit der notwendigen Hilfe.

Eine sinnvolle und effektive Hilfe sollte möglichst drei bis fünf Wochenstunden nicht unterschreiten. Dabei kommen die unterschiedlichsten Leistungen zum Tragen: Zeit mit dem erkrankten Kind zu verbringen, Behördengänge, Krankenhausbesuche, Familienunterstützung allgemeiner Art oder auch „nur“ ein offenes Ohr für die Sorgen der einzelnen Familienmitglieder – all das wird benötigt, all das wird geleistet, oftmals auch als willkommene Verschnaufpause für die ohnehin stark angespannten Familien.

Besondere Voraussetzungen für eine solche ehrenamtliche Tätigkeit gibt es eigentlich nicht.

Katrin Beerwerth

Seit fast zwei Jahren unterstützt Karin Hagel­schuer die Lüdinghauserin Judith Kowalczik, Mutter des mehrfach behinderten Luce. Einmal wöchentlich betreut Karin Hagelschuer den Jungen, der Herpesenzephalitis mit Lennox-Gastaut-Syndrom hat. Sie geht mit Luce spazieren, spielt mit ihm, bringt ihn – wenn erforderlich – zu Bett. Kleinigkeiten, die aber der alleinerziehenden Mutter für kurze Zeit einen kleinen Freiraum verschaffen, der sie wieder neue Kräfte sammeln lässt. Für Karin Hagelschuer eine erfüllende Aufgabe, der sie sich gerne stellt. „Das bringt mir persönlich auch sehr viel“, sagt sie.

„Besondere Voraussetzungen für eine solche ehrenamtliche Tätigkeit gibt es eigentlich nicht“, so Katrin Beerwerth. Die Vorgespräche und die sich anschließende gründliche Vorbereitung auf den Einsatz schafften bei den Menschen, die ihre Zeit für eine solche Aufgabe zur Verfügung stellen möchten, in jedem Fall die richtige Herangehensweise und innere Stabilität.

Zum Thema

Der Verein Königskinder bietet auch im nächsten Jahr wieder eine solche Ausbildung an, zu der sich Interessierte im Vorfeld informieren beziehungsweise anmelden können (E-Mail: info@kinderhospiz-koenigskinder.de). Bei einer Informationsveranstaltung am 5. November (Dienstag) in den Räumen des Hospizdienstes werden Fragen dazu beantwortet. Der Verein freut sich über jede Unterstützung.

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