Literarisch-musikalische Lesung
Hans Christian Andersen und sein Hunger nach Kunst

Lüdinghausen -

Den Märchenerzähler Hans Christian Andersen kennt jedes Kind. Dass der dänische Dichter und Schriftsteller auch ganz andere Texte verfasst hat, erlebten die Zuschauer bei der literarisch-musikalischen Lesung von Claudia Wulf und Andrea Sauer im Kapitelsaal.

Montag, 14.10.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 14.10.2019, 16:54 Uhr
Ernteten viel Applaus des begeisterten Publikums: Claudia Wulf (r.) und Andrea Sauer.
Ernteten viel Applaus des begeisterten Publikums: Claudia Wulf (r.) und Andrea Sauer. Foto: Arno Wolf Fischer

Einen Einblick in die unbekannte Seite des Hans Christian Andersen erhielten die Zuhörer der lyrisch-musikalischen Lesung der Bürgerstiftung am Freitagabend im Kapitelsaal. Claudia Wulf rezitierte Werke des bekanntesten Dichters und Schriftstellers Dänemarks fernab seiner bekannten Märchen und nahm das Publikum dabei mit auf eine Reise in die Zeit des 1875 verstorbenen Andersen. Ergänzt wurde die stimmungsvolle Lesung durch die Pianistin Andrea Sauer, die mit zeitgenössischer Musik die Gedichte und emotionalen Höhepunkte aus dem Leben des Dichters untermalte.

„Er hat einen sehr interessanten Lebenslauf“, war sich Wulf sicher und begann ihre Darbietung mit Erzählungen aus der Kindheit des Dichters, der in ärmlichen Verhältnissen zwischen Napoleonischen Kriegen und Reaktionsära aufwuchs. Vom ersten Theaterbesuch des „Einzelgängers und Traumtänzers“ bis zu seiner ersten Anstellung in einer Fabrik machte Wulf eines immer wieder deutlich: „Andersen hungerte nach Kunst.“

Er hat einen sehr interessanten Lebenslauf.

Clauida Wulf

So verzauberte er etwa seine Arbeitskollegen schon als Jugendlicher mit Gesang und Theaterdarbietungen, präsentierte sein Können vor den Kunstgrößen seiner Zeit und bekam dafür gar eine Ausbildung ermöglicht und veröffentlichte schließlich Gedichte, die ihn schlagartig bekannt machten.

Immer wieder wurde am Freitagabend Andersens romantische Haltung zur Natur deutlich. Und emotionale Gedichte wie „Das sterbende Kind“ oder „Die Teekanne“ rührten das Publikum im vollen Kapitelsaal sichtlich.

Bei seinen Reisen durch Europa lernte Andersen Künstler und wichtige Menschen kennen, pflegte viele Freundschaften und begeisterte den Komponisten Robert Schumann so sehr, dass dieser prompt vier seiner Gedichte vertonte.

Musik untermalt Stimmung der Gedichte

Sauer nutzte diese Verbindungen zur Musik bei der Auswahl der Stücke, mit denen sie die Stimmung der Gedichte untermalte. Als Wulf vom Läuten aller Glocken in Kopenhagen beim Tod Andersens berichtete, wurde es zum Schluss doch noch einmal märchenhaft. So schrieb der Dichter einst: „Das Leben ist das schönste Märchen, denn darin kommen wir selber vor.“

Lang anhaltender Applaus war schließlich die Belohnung für die Darbietung von Wulf und Sauer, die dem Publikum noch eine Zugabe präsentierten. Die Einnahmen der Lesung werden zugunsten der gemeinnützigen Aktivitäten der Bürgerstiftung verwendet. Passend zum Gegenstand der Lesung soll damit die Lüdinghauser Märchenwoche 2020 realisiert werden.

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