Theater im Ricordo
Ein Wechselbad der Gefühle

Lüdinghausen -

Viel Beifall erntete das Darsteller-Duo Melanie Süverling und Toni Röhrig vom Theater „Quasi so“ am Donnerstagabend im Ricordo. Es vermochte das Publikum mit seinem Stück „Kleine Eheverbrechen“ in den Sog eines Wechselbades der Gefühle hineinzuziehen.

Samstag, 02.11.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 15:18 Uhr
Melanie Süverling und Toni Röhrig vom Theater „Quasi so“ begeisterten am Donnerstagabend ihr Publikum im Ricordo.
Melanie Süverling und Toni Röhrig vom Theater „Quasi so“ begeisterten am Donnerstagabend ihr Publikum im Ricordo. Foto: Inga Kasparek

Michael Oberhaus bewies wieder einmal ein glückliches Händchen bei der Auswahl des Zwei-Personen-Theaterstückes, das er am Donnerstag seinem Publikum vorstellte. Nicht nur die Gäste auch die Akteure zieht es immer wieder in das „Weinhaus Ricordo“, manche Künstler sind bereits viele Jahre mit dabei, wie der Gastgeber betonte. Die Gäste jedenfalls freuten sich zu Recht auf einen gemütlichen und unterhaltsamen Abend.

„Kleine Eheverbrechen“ so der Titel des Psychothrillers von Eric-Emmanuel Schmitt und genauso heißt auch einer der Kriminalromane, den Gill ( Toni Röhrig ) geschrieben hat, und der gleichzeitig die Fantasie der Ehefrau Lisa (Melanie Süverling) in verhängnisvoller Art und Weise befeuert. Lügen, Intrigen bis hin zum Mord werden in diesem Roman ausführlich beschrieben und erzeugen in Lisa den Verdacht, Gill hege in seinem tiefen Inneren ähnliche Gedanken und Pläne.

Lügen, Intrigen bis hin zum Mord

Um dem zuvorzukommen verübt sie einen Mordanschlag auf ihren ahnungslosen Mann, den dieser zwar überlebt, aber nun für seine Zwecke nutzt. Er mimt eine Totalamnesie und lässt sich nun von seiner Ehefrau das eigene Leben, vor allen Dingen die eigene Person, wieder nahebringen. Lisa nutzt die Gelegenheit und beschreibt ihm die Person so, wie sie sie gerne hätte, was Gill wiederum so nicht stehen lassen will und er entschließt sich, wenigstens in Teilbereichen ein Erinnerungspotenzial zuzugeben.

Dem Zuschauer eröffnen sich Höhen und Tiefen einer 15-jährigen Ehe, die mit großen Gefühlen und einer stark ausgeprägten erotischen Anziehungskraft begann und sich ganz allmählich im langjährigen Alltag teils ins Gegenteil verkehrt.

Publikum spendet viel Applaus

Den Schauspielern gelang es in eindrucksvoller Weise, die Zuschauer in den Sog dieses Wechselbades der Gefühle hineinzuziehen. Die Leistung der Künstler sei dabei nicht unerwähnt. Das derart textlastige, nahezu 90-minütige Stück ohne Pause aufzuführen, verlangte eine hohe Konzentration der Akteure, die nicht zulasten der überzeugenden Darbietung ging – eine großartige Leistung. Das Publikum honorierte es mit entsprechendem Applaus.

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