Duo „Chorda Giocosa“ spielt im Kapitelsaal
Kammermusikalische Raritäten

Lüdinghausen -

Mit Werken unter anderem von Niccolò Paganini glänzten jetzt Violinist Alban Pengili und Gitarrist Peter Ansorge im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen. Bei ihrem Auftritt hätten sie ein größeres Publikum verdient gehabt.

Montag, 04.11.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 15:52 Uhr
Violinist Alban Pengili und Gitarrist Peter Ansorge konzertierten im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen mit Werken unter anderem von Niccolò Paganini.
Violinist Alban Pengili und Gitarrist Peter Ansorge konzertierten im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen mit Werken unter anderem von Niccolò Paganini. Foto: Bastian Becker

Niccolò Paganini spielte den Menschen quasi in die Seele“, erklärte Gitarrist Peter Ansorge den etwa 30 Zuhörern im Kapitelsaal das Erfolgsrezept des „Teufelsgeigers“. Aus dem Repertoire des Italieners präsentierten Ansorge und Violinist Alban Pengili , das Duo „Chorda Giocosa“ am Samstagabend insgesamt fünf hörenswerte Stücke. Weitere „kammermusikalische Raritäten“ etwa von Ludwig van Beethoven und Franz Schubert komplettierten das zweistündige Programm des ungewöhnlichen Duos.

Beim von Anton Diabelli arrangierten „Potpourri aus Beethovens beliebtesten Werken“ beginnt die Gitarre mit einer schwermütigen Melodie, es folgen im Wechsel etwas entrückte Geigentöne und beruhigende Gitarrenklänge. Im zweiten Teil enthält die Geigenmelodie sowohl fließende als auch eher abgehackte Passagen. Von Schubert spielten Pengili und Ansorge das „Ständchen“, dabei werden mit theatralischer Geige und gleitender Gitarre die unterschiedlichen Facetten von Sehnsucht ausgelotet, und das „Ave Maria“, in dem Pengili ein reduziertes und sehr stimmungssicheres Geigenspiel präsentierte.

Entführung nach Spanien

Den Höhepunkt des ersten Teils bildeten die ersten beiden Paganini-Stücke, vor allem die Fantasia über ein Thema aus Rossinis „Mose in Eggito“, ein Stück mit zunächst eher getragenem Geigenspiel, das sich später entfaltet, als wäre die Schwermut verflogen. Es entsteht ein fast hypnotischer Sog aus Melodienwirbeln. Das Besondere: Die komplette Geigenstimme wird ausschließlich auf der G-Saite gespielt.

Bevor abermals Paganini an der Reihe war, wurde es doppelt tänzerisch: Zunächst wurden drei Alt-Wiener Tanzweisen von Fritz Kreisler dargeboten, dann entführte „Chorda Giocosa“ in das Spanien um 1900, neben Tango- und Flamencoklängen überzeugte vor allem auch das Wiegenlied „Nana“ mit singender Geige und beschwichtigender Gitarre.

Vollends gefesselt wurde das Publikum dann aber mit Paganini, besonders mit dessen „Variazoni di bravura über Caprice Nr. 24“. Mal langsam, mal mit unglaublicher Fingerfertigkeit rasant dahineilend, mal behutsam, mal explodierend, hier zeigte Pengili sein ganzes Können. Die Mehrzahl der Zuschauer erhob sich von ihren Plätzen, die Musiker dankten es mit drei Zugaben.

Pengili spielt am 21. Dezember erneut in Lüdinghausen, dann mit einer Pianistin aus seiner Heimat Albanien. Der Auftritt hätte durchaus einige Zuschauer mehr verdient.

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