Erweiterung des Gerätehauses
Feuerwehr braucht weiter Geduld

Lüdinghausen -

Seit Anfang des Jahres ist das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr in großen Teilen eine Baustelle. Die Arbeiten für die Erweiterung dauern jedoch deutlich länger als anfangs geplant – auch, weil einige Aufträge mehrfach ausgeschrieben werden mussten. Wehrführer Günter Weide vergleicht die Situation mittlerweile mit dem Brexit.

Dienstag, 05.11.2019, 08:00 Uhr
Immerhin: Das Gerüst am Anbau des Gerätehauses ist mittlerweile verschwunden. Zurzeit läuft der Innenausbau. Ende des Jahres, so die Planung der Stadt, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Immerhin: Das Gerüst am Anbau des Gerätehauses ist mittlerweile verschwunden. Zurzeit läuft der Innenausbau. Ende des Jahres, so die Planung der Stadt, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Foto: Anne Eckrodt

Die Geduld der Freiwilligen Feuerwehr wird weiter auf die Probe gestellt: Der zuletzt für Ende Oktober angepeilte Fertigstellungstermin für die Erweiterung des Gerätehauses ließ sich nicht halten, wie Anja Kleykamp auf Anfrage der WN mitteilte. „Wir gehen jetzt davon aus, dass die Arbeiten Ende des Jahres abgeschlossen sein werden“, so die Pressesprecherin der Stadt.

Die erneuten Verzögerungen seien vor allem darauf zurückzuführen, dass bei den Trockenbauarbeiten – ebenso wie seinerzeit bei den Fenstern – eine zweite Ausschreibung erforderlich gewesen sei. „Wenn dann endlich ein Unternehmen gefunden ist, kann es passieren, dass dieses nicht gleich mit den Arbeiten beginnen kann. Das hängt auch mit der aktuellen Auftragslage zusammen“, machte Kleykamp deutlich. „Es ist leider so, dass ein Gewerk ins andere greift. Und das bedeutet dann, wenn einer später anfängt, müssen die anderen warten, obwohl die eigentlich schon parat stünden.“

Mittlerweile ist die Situation jedoch untragbar.

Günter Weide

Anfang Februar haben die Arbeiten für die Erweiterung begonnen (WN berichteten). Durch den Anbau haben die Einsatzkräfte der Feuerwehr künftig knapp 200 Quadratmeter mehr zur Verfügung. Der Platz wird vor allem für Umkleideräume dringend benötigt. Im Moment werden die Fliesen verlegt, anschließend beginnen die Trockenbau- und die Malerarbeiten. In puncto Möbel sind Stadt und Architekt in den letzten Vorbereitungen. Kleykamp: „Die müssen zum Teil passgenau angefertigt werden, und für die Spinde in den Umkleideräumen sind wieder Ausschreibungen erforderlich.“

Günter Weide vergleicht die Erweiterung des Gerätehauses mittlerweile mit dem Brexit – „der wird auch immer wieder nach hinten verschoben“, so der Wehrführer gegenüber den WN. Mittlerweile laufe der Informationsfluss zwischen der Stadtverwaltung und der Feuerwehr zwar etwas besser, dennoch sei die Stimmung bei den ehrenamtlichen Einsatzkräften inzwischen schlecht. „Dass wir eine Zeit lang mit Staub und Dreck würden leben müssen, war allen von Anfang an klar. Mittlerweile ist die Situation jedoch untragbar, vor allem auch deshalb, weil wir keinerlei Rückzugsmöglichkeiten haben, um nach schwierigen Einsätzen – wie beispielsweise bei dem Unfall auf der Baustelle der Leistungssporthalle – das Erlebte in Ruhe aufzuarbeiten“, betonte Weide.

Man hat uns bei der Baumaßnahme oberste Priorität versprochen.

Günter Weide

Dafür, dass die Baustelle sowohl im Sommer als auch jetzt noch einmal über mehrere Wochen stillgestanden hat, fehlt ihm jegliches Verständnis. „Man hat uns bei der Baumaßnahme oberste Priorität versprochen. Da passt es nicht, dass auf der Baustelle wochenlang gar nichts passiert“, kritisierte der Wehrführer.

Bürgermeister Richard Borgmann zeigte durchaus Verständnis für den Unmut. Die Stadt sei bei derartigen Maßnahme jedoch leider auf Dritte angewiesen und gezwungen, gewisse Arbeiten auszuschreiben. Hinzu käme, dass bestimmte Vergaben zuvor im Bauausschuss vorgestellt werden müssten. Und all das koste Zeit.

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