Tochter und Mutter aus Lüdinghausen vom Ministerpräsidenten ausgezeichnet
Rettungseinsatz unter Lebensgefahr

Lüdinghausen/Köln -

Jennifer Winkelmann sprang in den Dortmund-Ems-Kanal und rettete so eine Frau vor dem Ertrinken. Unterstützt wurde sie dabei von ihrer Mutter Doris. Beide wurden jetzt von Ministerpräsident Armin Laschet ausgezeichnet

Donnerstag, 07.11.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 17:26 Uhr
Jennifer Winkelmann (l.) mit ihrer Mutter Doris bei der Ehrung durch Ministerpräsident Armin Laschet.
Jennifer Winkelmann (l.) mit ihrer Mutter Doris bei der Ehrung durch Ministerpräsident Armin Laschet. Foto: Land NRW/Ralph Sondermann

Ministerpräsident Armin Laschet hat am Mittwoch im Deutschen Sport- und Olympiamuseum in Köln 20 Bürger aus NRW mit der Rettungsmedaille des Landes ausgezeichnet. Unter ihnen: Jennifer Winkelmann , die in Lüdinghausen vor zwei Jahren eine Frau vor dem Ertrinken aus dem Dortmund-Ems-Kanal rettete. Zu den Ausgezeichneten heißt es im Pressetext der Staatskanzlei: „Sie haben unter Gefahr für sich selbst das Leben anderer Menschen gerettet – vor dem Ertrinken, aus brennenden Häusern oder vor gewalttätigen Übergriffen.“ Sechs weitere Rettungshelfer ehrte der Ministerpräsident zudem mit einer Öffentlichen Belobigung. Zu ihnen gehörte wiederum Winkelmanns Mutter, die Lüdinghauserin Doris Winkelmann.

Jennifer Winkelmann hat durch ihr rasches und beherztes Eingreifen das Leben der Frau gerettet, die sonst ertrunken wäre.

Würdigung während der Feierstunde

Der Anlass für die doppelte Auszeichnung von Mutter und Tochter ereignet sich am späten Vormittag des 18. August 2017, als die beiden Frauen aus ihrem Auto heraus eine leblos im Wasser treibende Person entdecken. Sie halten sofort an und Jennifer Winkelmann versucht durch laute Rufe, Kontakt mit der Person aufzunehmen. Vergeblich. Kurzentschlossen zieht sie einen Teil ihrer Kleidung aus. Als sie ins Wasser springen will, macht ihre Mutter sie auf den Rettungsring eines dort ankernden Schiffs aufmerksam. Mit dem Rettungsring springt die Tochter schließlich von der Kanalböschung aus etwa zwei Metern Höhe ins Wasser. Während sich in der Ferne bereits ein großes Frachtschiff nähert, schwimmt Winkelmann zur der im Wasser treibenden Frau, deren Kopf immer wieder unter die Wasseroberfläche gerät. Der Retterin gelingt es gerade noch die Frau an die Wasseroberfläche zu ziehen, sie zumindest teilweise mit den Rettungsring zu sichern und mit ihr ans gegenüberliegende Ufer zu schwimmen. Dort schafft sie es, die ertrinkende Frau und sich selbst aus dem Wasser herauszuziehen, und beginnt anschließend sofort Erste Hilfe zu leisten.

Da an dieser Stelle eine hohe Absperrung den Weg zum Ufer abriegelt, ruft ihre Mutter nicht nur den Rettungsdienst, sie fährt auch mit dem Auto über eine nahe Brücke zum gegenüberliegenden Ufer, und holt dort einen Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtamtes herbei, der ein Tor in der Absperrung des Ufers aufschließt und so den Weg für den eintreffenden Rettungsdienst freimacht.

„Jennifer Winkelmann hat durch ihr rasches und beherztes Eingreifen das Leben der Frau gerettet, die sonst ertrunken wäre. Dabei war die Retterin selbst in Lebensgefahr, denn die Wassertiefe von etwa vier Metern und der Schiffsverkehr im Dortmund-Ems-Kanal machen das Schwimmen dort lebensgefährlich“, schreibt die Staatskanzlei in ihrer Würdigung.

Bei der Feierstunde dankte der Ministerpräsident allen Geehrten: „Die Menschen, die wir heute hier auszeichnen, sind bei ihren Rettungstaten über sich hinausgewachsen. Sie haben sich selbst in Lebensgefahr begeben und dennoch einen kühlen Kopf bewahrt und so Frauen, Männer und Kinder gerettet, die sich in äußerster Not befanden. Diese Retterinnen und Retter sind Beispiele für herausragenden Mut und Zivilcourage, auf die ganz Nordrhein-Westfalen stolz ist.“

Die Rettungsmedaille wird seit 1951 auf der Grundlage des Gesetzes über die staatliche Anerkennung für Rettungstaten des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Insgesamt wurde die Medaille aus massivem Silber bisher 1286 Mal verliehen.

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