Gasthof Wember wehrt sich gegen Schließungsgerüchte
„Wir wollen, dass das aufhört“

Lüdinghausen -

Der Gasthof Wember in Seppenrade ist eine Traditionsgaststätte, wie sie traditioneller nicht sein kann. Seit Monaten haben die Betreiber Marianne Schneider und ihr Sohn Michael Selker mit Schließungsgerüchten zu kämpfen. Das sei blanker Unsinn, im Gegenteil: Die Wirtsleute investieren sogar in die Gaststätte.

Freitag, 08.11.2019, 06:00 Uhr
Allen üblen Gerüchten zum Trotz: Marianne Schneider und ihr Sohn Michael Selker werden ihre Gaststätte weiter betreiben.
Allen üblen Gerüchten zum Trotz: Marianne Schneider und ihr Sohn Michael Selker werden ihre Gaststätte weiter betreiben. Foto: Besse

„Wir wissen nicht, was wir dagegen tun können. Das muss doch mal aufhören.“ Marianne Schneider ist ratlos. Mit ihrem Sohn Michael Selker betreibt sie den Gasthof Wember im Ortskern von Seppenrade. Seit Monaten hat sich herumgesprochen, dass die Gaststätte bald schließen wird. Dagegen spricht nur eins: Es stimmt nicht, der angebliche Verkauf des Lokals ist ein Gerücht – mehr nicht.

Der Gasthof Wember ist eine Traditionsgaststätte, wie sie traditioneller nicht sein kann. Seit 1871, dem Jahr, als Bismarck das Deutsche Reich gründete, werden an der Seppenrader Hauptstraße 7 Gäste bewirtet. Nun soll es damit zu Ende sein, sagt der Dorfklatsch im Rosendorf.

Vergangene Woche sagte uns ein Gast, es stünde schon im Internet, dass wir verkaufen..

Marianne Schneider

Die Gerüchte begannen im Juni, sagt Schneider, als sie in der Reha war. Als diese für zweieinhalb Wochen verlängert wurde, schloss der Sohn die Gaststätte für diesen Zeitraum – Betriebsferien. Schneider: „Da fing alles an. Aus gesundheitlichen Gründen müssten wir den Gasthof schließen, hieß es.“ Wer dahintersteckte, weiß die 68-Jährige bis heute nicht. Sie konnte nur die Nachfragen über das angeblich bevorstehende Aus entschieden verneinen – was sie bis heute tut. Sogar ihre Tochter sei schon an ihrem Arbeitsplatz angerufen und nach dem Gerücht befragt wurden.

Doch all die klaren „Neins“ der Familie nutzten nichts – im Gegenteil. „Als in der Zeitung stand, dass der benachbarte Schulzenhof abgerissen wird, wurde es noch schlimmer“, so Schneider. „Vergangene Woche sagte uns ein Gast, es stünde schon im Internet, dass wir verkaufen.“ Das Gerücht habe sich schon bis nach Olfen und Selm ausgebreitet. Noch läuft der Betrieb so gut wie gewohnt. Doch Schneider und ihr Sohn befürchten, dass das nicht mehr lange so bleibe. „Man weiß nie, ob die Leute ihre Feierlichkeiten langfristig noch bei uns buchen, wenn sie befürchten, dass es uns ohnehin nicht mehr lange gibt“, sagt Selker.

Neuer Biergarten

Doch das sei blanker Unsinn, so seine Mutter: „Wir machen eine neue Nasszelle, eine neue Polsterung, einen neuen Biergarten – das wäre doch alles Wahnsinn, wenn wir verkaufen würden.“ Die beiden sind mit ihrem Latein am Ende: „Das einzige, was wir uns wünschen, ist, dass das endlich aufhört.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7048296?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F
Polizei befragt Passanten am Grenzübergang
Polizeibeamte haben am Mittwochmorgen am Grenzübergang Glane Passanten im Zusammenhang mit den Schüssen auf einen niederländischen Anwalt Passanten befragt.
Nachrichten-Ticker