Forum „30 Jahre friedliche Revolution in der DDR“
Persönliche Erlebnisse

Lüdinghausen -

Die Schilderung persönlicher Erlebnisse machte das Forum „30 Jahre friedliche Revolution in der DDR“ am Donnerstagabend in der Aula des St.-Antonius-Gymnasiums zu einem beeindruckenden Erlebnis für die Besucher. Eingeladen dazu hatten das Regionalbüro Westfalen der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Volkshochschulkreis und die Schule.

Samstag, 09.11.2019, 12:00 Uhr
Geprägt von den Schilderungen persönlicher Erlebnisse in der DDR war die Podiumsdiskussion zum Mauerfall 1989 in der Aula des St.-Antonius-Gymnasiums.
Geprägt von den Schilderungen persönlicher Erlebnisse in der DDR war die Podiumsdiskussion zum Mauerfall 1989 in der Aula des St.-Antonius-Gymnasiums. Foto: Arno Wolf Fischer

Mit emotionalen Zeitzeugenberichten und Diskussionsbeiträgen rund um Geschichte und Zukunft der deutschen Einheit erwies sich das Forum „30 Jahre friedliche Revolution in der DDR“ in der Aula des St.-Antonius-Gymnasiums als Publikumsmagnet. Das Regionalbüro Westfalen der Konrad-Adenauer-Stiftung hatte in Kombination mit dem Volkshochschulkreis und der Schule am Donnerstagabend zu der Veranstaltung eingeladen.

Sie ist ein stetiger Auftrag für jetzt und morgen.

Dietmar Panske

„Die deutsche Einheit ist ein Glücksfall in der deutschen Geschichte“, betonte der CDU-Landtagsabgeordnete Dietmar Panske in seinem Grußwort und appellierte an das Publikum: „Sie ist ein stetiger Auftrag für jetzt und morgen.“ Nach einem Impulsvortrag durch den Historiker Dr. Bertram Triebel, der vor allem das Verhältnis zwischen Diktatur und scheinbar normalem Alltag hervorhob, berichteten Manuela Keilholz und Gerd Keil von ihrem Leben in der DDR. „Ich möchte einen kleinen Beitrag gegen die Verklärung dieses Unrechtsstaats leisten“, fasste Keil zusammen, der genau wie Keilholz seine Erlebnisse auch in Buchform niedergeschrieben hatte. Vom parteitreuen Elternhaus, dem Kinderwochenheim bis zu Erfahrungen in Schule und Beruf erzählten die beiden aus ihren Biografien, wobei der persönliche und emotionale Charakter der Erzählungen das Publikum sichtlich fesselte.

Ich merke, wie sehr mich das Thema immer noch berührt.

Gerd Keil

So beschrieb Keil etwa seinen Gefängnisaufenthalt nach einem gescheiterten Fluchtversuch, und Keilholz fasste ihre Erfahrungen mit ihren Eltern zusammen, die alle Fragen im Keim erstickt hätten. „Ich merke wie sehr mich das Thema immer noch berührt“, erklärte Keil. Er berichtete gemeinsam mit Keilholz auch von ihrer noch immer anhaltenden Aufarbeitung des Geschehenen. In diesem Prozess entstand zwischen den beiden schließlich „eine Liebe, die es zu Ostzeiten nicht gegeben hätte.“

Gemeinsam mit Moderatorin und VHS-Leiterin An­drea Bauhus sowie dem ehemaligen stellvertretenden Anton-Schulleiter Jörg Schürmann stellten sich Keil, Keilholz, Triebel und Panske schließlich den Fragen des Publikums, das sich aus Besuchern aller Altersgruppen zusammensetzte. Von der jüngsten Wahl in Thüringen bis zum eigenen Erleben des Mauerfalls erkundigten sich die Zuhörer nach aktuellen und historischen Sichtweisen auf den Mauerfall und nutzten auch nach dem offiziellen Programm noch die Gelegenheit, um mit den Referenten und Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen.

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