Tafel richtet neues Domizil her
1000 Stunden für den Umzug

Lüdinghausen -

Seit gut einem Monat werkeln Ehrenamtliche der Tafel Lüdinghausen in der Betriebshalle des ehemaligen Getränkehandels Möllerfeld. Wände und Regale wurden bereits aufgebaut und auch die neue Ausgabetheke steht schon, über die am 4. Dezember erstmals Waren gehen sollen.

Mittwoch, 13.11.2019, 09:00 Uhr
Mit dem Wissen und der Manpower ihrer Ehrenamtlichen wuppt die Tafel den Umzug (v.l.): Albert Boländer, Wilhelm Beckmann, Bernhard Böckenholt, Wilhelm Baake, Bruno Bierschenk, Karl Westrup und Eckehard Henke. Es fehlt Bernard Dinkelborg. Einige Regale sind schon aufgebaut..
Mit dem Wissen und der Manpower ihrer Ehrenamtlichen wuppt die Tafel den Umzug (v.l.): Albert Boländer, Wilhelm Beckmann, Bernhard Böckenholt, Wilhelm Baake, Bruno Bierschenk, Karl Westrup und Eckehard Henke. Es fehlt Bernard Dinkelborg. Einige Regale sind schon aufgebaut.. Foto: Heidrun Riese

Oben am Giebel der Betriebshalle an der Mühlenstraße hängt noch das Schild des ehemaligen Getränkehandels Möllerfeld. Doch auf den automatischen Schiebetüren ist bereits zu sehen, was an dieser Stelle künftig zu finden sein wird. Tafel Lüdinghausen steht dort in weißen Buchstaben auf orangefarbenem Hintergrund geschrieben. Während der Betrieb an der Alten Valve noch wie gewohnt läuft, wird am neuen Standort schon seit gut einem Monat fleißig um- und aufgebaut. Denn wenn alles nach Plan läuft, soll am 4. Dezember (Mittwoch) dort die erste Ausgabe stattfinden.

300 Quadratmeter für das neue Tafel-Domizil

Um die Halle vom ehemaligen Getränkehandel übernehmen zu dürfen, musste die Tafel zunächst eine Baugenehmigung beim Kreis Coesfeld einholen. „Richtig, eine Baugenehmigung“, bestätigt Bruno Bierschenk , Vorsitzender des 2008 gegründeten Vereins. Klingt komisch, zieht die Tafel doch in ein bestehendes Gebäude. „Nach der neuen Gesetzgebung ist das bei einer Umnutzung aber nötig.“ Eine der Auflagen war, ein Hygienewaschbecken anzuschaffen, dessen Wasserhahn sich mit dem Ellenbogen bedienen lässt. „Da muss der Anschluss noch gelegt werden“, informiert Bierschenk. Außerdem waren Notausgang-Schilder anzubringen und Feuerlöscher aufzustellen.

300 Quadratmeter stehen der Tafel am neuen Standort zur Verfügung, wo sie fast doppelt so viel Platz hat wie an der Alten Valve. Es ist auch schon eine ganze Menge passiert. So wurde im hinteren Bereich eine Trennwand hochgezogen. Dahinter befinden sich ein vom Getränkehändler übernommenes Hochregal und das Tiefkühlhaus, das bereits rübergeschafft wurde. „Wir holen auch noch das Kühlhaus, die großen Kühlschränke und alle Regale, die noch brauchbar sind“, zählt der Vorsitzende auf. Aber erst nach der letzten Ausgabe am alten Standort, die am heutigen Mittwoch stattfindet.

Planung und Umsetzung in Eigenregie

Ein neues Regal aus Metall steht schon, zwei weitere Ablagereihen aus Holz wurden gesponsert. Auch die Ausgabetheke ist bereits aufgebaut und das Büro, für das zimmerhohe Wände hochgezogen wurden, nimmt ebenfalls Gestalt an. Sogar der Empfangstresen, der bei der Ausgabe jeden Mittwoch von 12.30 bis 18 Uhr die erste Anlaufstelle ist, ist schon zu erkennen.

Geplant und umgesetzt wird alles komplett in Eigenregie. „Wir haben den großen Vorteil, dass wir das Wissen und die Manpower in den eigenen Reihen haben“, freut sich Bierschenk über das große Engagement seines Teams. Zusammen mit Albert Boländer, Wilhelm Beckmann, Bernhard Böckenholt , Wilhelm Baake, Karl Westrup, Eckehard Henke und Bernard Dinkelborg hat der Vorsitzende nach aktuellem Stand bereits 600 Arbeitsstunden in den Umbau gesteckt. „Wenn wir den Umzug abgeschlossen haben, kommen wir wohl auf etwa 1000 Stunden“, hat Böckenholt ausgerechnet. „Das ist nicht die Regel, sondern viel mehr, als man eigentlich von Ehrenamtlichen erwarten darf“, weiß Bierschenk.

Einladung an die Anwohner

Bedenken der Anwohner, der Betrieb der Tafel könne Lärm verursachen, möchte der Vorsitzende vorgreifen. „Unsere Fahrer liefern über den Hof an“, informiert er. „Montags, dienstags und mittwochs.“ Über die Geschwister-Scholl-Straße, an der die angrenzende Wohnbebauung liegt, laufe lediglich der Kundenverkehr bei der Ausgabe. „Das ist nur ein Nachmittag in der Woche“, betont Bierschenk. Und vom Hof, vermutet er, würden künftig wohl weniger laute Geräusche kommen als bisher. „Früher haben hier die Flaschen in den Kisten gerappelt, aber wir geben regulär gar keine Getränke aus.“ Interessierte sollen die Möglichkeit bekommen, bei einem „Tag der offenen Tür“ reinzuschauen und mit den Ehrenamtlichen der Tafel ins Gespräch kommen – „im Sinne der guten Nachbarschaft“, betont der Vorsitzende. Angedacht ist der Termin für Januar, „wenn wir uns ein bisschen eingelebt haben“.

Übrigens ist der neue Standort nicht die einzige Baustelle der Tafel, die derzeit ihre Internetseite überarbeitet. Ende des Monats soll die neue Version online gehen – pünktlich zur Eröffnung der neuen Ausgabestelle. Dann muss auch noch das bisherige Domizil an der Alten Valve in den Originalzustand versetzt werden. „Stellwände, Regale . . . – alles muss raus“, informiert Bierschenk. „Auch der Fliesenboden, den wir gelegt haben.“

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