Gedenkfeiern anlässlich des Volkstrauertages
„Wir müssen aufmerksam bleiben“

Lüdinghausen / Seppenrade -

Als einen „Widerstandstag“ bezeichnete Pfarrerin Silke Niemeyer in ihrer Rede den Volkstrauertag. Jeder sei aufgerufen, sich Ausgrenzung und Vorurteilen entgegenzustellen.

Montag, 18.11.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 22.11.2019, 16:36 Uhr
Sowohl in Lüdinghausen an der St.-Felizitas-Kirche als auch in Seppenrade am Ehrenmal wurde am Sonntag anlässlich des Volkstrauertages den Opfern von Krieg und Gewalt gedacht.
Sowohl in Lüdinghausen an der St.-Felizitas-Kirche als auch in Seppenrade am Ehrenmal wurde am Sonntag anlässlich des Volkstrauertages den Opfern von Krieg und Gewalt gedacht. Foto: awf

Mit Gedenkfeiern in Seppenrade und Lüdinghausen begingen zahlreiche Bürger sowie Abordnungen verschiedener Vereine und Organisationen am Sonntag den Volkstrauertag .

So fanden sich im Rosendorf auf Einladung des Heimatvereins Vertreter des DRK, der Feuerwehr, des Sozialvereins VdK sowie der St.-Johanni-Schützenbruderschaft, der Dorfmusikanten und des Spielmannszuges Klingendes Spiel vor dem Ehrenmal zusammen. „Trauer ist etwas Persönliches. Sie braucht Gesichter“, machte Pfarrerin Silke Niemeyer in ihrer Gedenkrede deutlich. Mit den Namen von neun in Prag durch die SS ermordeten Studenten erinnerte Niemeyer daher an die Terrorherrschaft der Nationalsozialisten. Ausgrenzung und Vorurteilen, die den Weg zu solchen Taten ebenen würden, sollte die „Begegnung von Mensch zu Mensch“ entgegengestellt werden. „Der Volkstrauertag ist ein Widerstandstag gegen den Krieg“, fasste Niemeyer den Geist der Gedenkfeier zusammen. „Wir müssen aufmerksam bleiben“, appellierte sie schließlich an die Zuhörer und gab zu bedenken: „Krieg ist kein Schicksal. Er braucht Menschen, die ihn wollen.“

Bei der Gedenkfeier im Rosendorf mahnte Pfarrerin Silke Niemeyer, aufmerksam zu bleiben und den Frieden zu verteidigen.

Bei der Gedenkfeier im Rosendorf mahnte Pfarrerin Silke Niemeyer, aufmerksam zu bleiben und den Frieden zu verteidigen. Foto: awf

Auch am Missionskreuz an der St.-Felizitas-Kirche hatten sich am Sonntag Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie von Feuerwehr, DRK, THW, VdK und den Lüdinghauser Vereinen versammelt. Bürgermeister Richard Borgmann erinnerte an das „millionenfache Sterben in den Kriegen in aller Welt“ und mahnte: „Frieden ist auch heute leider keine Selbstverständlichkeit.“ Im Dienste der Friedenssicherung und Völkerverständigung seien neben der internationalen Politik auch Städte, Gemeinden und einzelne Bürger gefragt: „Erst der Frieden zwischen den einzelnen Menschen ermöglicht den Frieden zwischen den Staaten.“ Eine zentrale Rolle komme dabei der europäischen Einigung zu. Auch Schülerinnen und Schüler des St.-Antonius-Gymnasiums beteiligten sich wieder an der Gedenkveranstaltung. Sie hatten gemeinsam mit ihrem Lehrer Johannes Kretschmer unter anderem das Gedicht „Primaner in Uniform“ von Erich Kästner vorbereitet. Mit Kränzen des VdK, der Stadt Lüdinghausen und der 2. Kompanie des Aufklärungsbataillons 7 der Westfalenkaserne in Ahlen wurde schließlich an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert

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