Der Grüne Eckart Grundmann kandidiert
Ein Sprung ins kalte Wasser

Lüdinghausen -

Eckart Grundmann, langjähriger Fraktionssprecher der Grünen, hat bei der Mitgliederversammlung am Dienstagabend seinen Hut in den Ring geworfen: Er tritt bei der Bürgermeisterwahl im nächsten Jahr als Kandidat an. Noch offen ist, ob die SPD den Bewerber der Grünen unterstützen wird.

Donnerstag, 28.11.2019, 23:00 Uhr aktualisiert: 29.11.2019, 05:03 Uhr
Gruppenbild mit Bürgermeisterkandidat (v.l.): Lars Reichmann (Kassierer), Tilde Haase und Annette Mönning (Sprecherinnen des Vorstands), Eckart Grundmann, Melanie Vogel und Rainer Michaelis sowie Dennis Sonne (vorne, alle Beisitzer).
Gruppenbild mit Bürgermeisterkandidat (v.l.): Lars Reichmann (Kassierer), Tilde Haase und Annette Mönning (Sprecherinnen des Vorstands), Eckart Grundmann, Melanie Vogel und Rainer Michaelis sowie Dennis Sonne (vorne, alle Beisitzer). Foto: Anne Eckrodt

Mit viel Applaus und Rückenwind der Mitglieder warf Eckart Grundmann am Dienstagabendabend seinen Hut in den Ring: Der Fraktionssprecher der Grünen tritt bei der Bürgermeisterwahl am 13. September nächsten Jahres an. „Das ist zugegebenermaßen ein Sprung ins kalte Wasser“, räumte der 55-Jährige in seiner Bewerbungsrede während der Mitgliederversammlung im „Hotel zur Post“ ein. Dabei helfe ihm die Erfahrung aus seiner Zivildienstzeit: „Da habe ich festgestellt, dass so ein Sprung ins kalte Wasser durchaus klappt.“

Da habe ich festgestellt, dass so ein Sprung ins kalte Wasser durchaus klappt.

Eckart grundmann

Grundmann, der als Ingenieur für Chemietechnik bei der Effizienzagentur NRW tätig ist und Unternehmen berät, zeigte sich fest davon überzeugt, dass auch jemand ohne Verwaltungserfahrung Bürgermeister werden kann. „Dafür gibt es in der Region viele gute Beispiele, unter anderem in Telgte.“ Es gehe vielmehr darum, gemeinsam gute Lösungen zu entwickeln und diese im Dialog mit den Kommunalpolitikern und den Bürgern umzusetzen. Dabei komme es auf Kommunikations- und Dialogfähigkeit, Offenheit und die Bereitschaft, Kompromisse zu finden, an. „All das nehme ich für mich in Anspruch“, betonte Grundmann. Und er fügte hinzu: „Die Verwaltungsarbeit muss transparenter werden.“

Die Verwaltungsarbeit muss transparenter werden.

Eckart Grundmann

Als Beispiele dafür, was sich in seinen Augen künftig für die Bürger ändern soll und muss, nannte der zweifache Vater und Großvater die Stichworte Klimaschutz („der hat aktuell nicht den Stellenwert, der ihm zukommen muss“), die Windkraft („die Flaute in dem Bereich müssen wir hinter uns lassen und Gemeinschaftsprojekte mit der Bürgerschaft umsetzen“), eine umweltverträgliche Landwirtschaft, die Eindämmung des Flächenfraßes, mehr bezahlbaren Wohnraum und eine Verkehrspolitik weg vom Auto hin zu intelligenter Mobilität mit einem Vorrang für den Radverkehr.

Die Vorstandsmitglieder Annette Mönning und Rainer Michaelis hatten den Mitgliedern zuvor die Beweggründe für einen grünen Bürgermeisterkandidaten erläutert. „Wir sind der Meinung, dass es in Lüdinghausen ganz kräftig hakt, und das schon seit geraumer Zeit. Hauptproblem dabei ist, dass Bürger, aber auch Ratsmitglieder quer durch alle Fraktionen nicht ernst genommen und ausreichend informiert werden“, so Michaelis.

Immer wieder wurde an dem Abend deutlich, dass auch die Grünen auf Ortsebene eine Menge Selbstbewusstsein aus dem gesamtpolitischen Klima auf Landes- und Bundesebene ziehen. „Das gibt uns eine Menge Auftrieb“, räumte Michaelis unumwunden ein. „Dabei sind wir uns durchaus bewusst, dass Eckart Grundmann nun der Herausforderer eines Bürgermeisters ist, der sich noch gar nicht erklärt hat. Vielleicht hilft ja die Kandidatur ein wenig.“

Wenn andere Parteien unseren Kandidaten unterstützen, ist das gut – aber es ist nicht zwingend.

Rainer Michaelis

Ob denn der grüne Kandidat von der SPD mitgetragen werde, wollte eine Teilnehmerin der Versammlung wissen. „Über den Namen Eckart Grundmann haben wir mit der SPD noch nicht gesprochen, wir wollten erst die heutige Mitgliederversammlung abwarten“, so Vorstandsmitglied Dennis Sonne. Es werde nun weitere Gespräche geben. Michaelis: „Wenn andere Parteien unseren Kandidaten unterstützen, ist das gut – aber es ist nicht zwingend.“

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