Kläranlage Lüdinghausen
Üblen Gerüchen begegnen

Lüdinghausen -

Der Betriebsausschuss beschäftigte sich in seiner Sitzung am Donnerstagabend mit den Geruchsbelästigungen durch die Lüdinghauser Kläranlage im Sommer 2018. Dazu stellte Dr. Heinz Hiegemann vom Lippeverband entsprechende Untersuchungsergebnisse vor.

Samstag, 30.11.2019, 06:00 Uhr
Heinz Hiegemann vom Lippeverband referierte in der Sitzung des Betriebsausschusses zu den Ergebnissen der Untersuchung in Sachen Geruchsbelästigung durch die Lüdinghauser Kläranlage.
Heinz Hiegemann vom Lippeverband referierte in der Sitzung des Betriebsausschusses zu den Ergebnissen der Untersuchung in Sachen Geruchsbelästigung durch die Lüdinghauser Kläranlage. Foto: ae/wer

Der Sommer 2018 war heiß und trocken. Das, so Dr. Heinz Hiegemann , könne unter anderem ein Grund für die Geruchsbelästigungen der Kläranlage für die Nachbarschaft gewesen sein ( WN berichteten). Der Sachbearbeiter Industrieabwasser, Geruch und Korrosion beim Lippeverband skizzierte am Donnerstagabend in der Sitzung des Betriebsausschusses die Ergebnisse umfangreicher Untersuchungen, die in den vergangenen Monaten vom Lippeverband als Betreiber der Anlage mit Unterstützung der Emschergenossenschaft durchgeführt worden seien.

Dabei, so Hiegemann, seien an verschiedenen Stellen der vier städtischen Pumpwerke – Vossweg, Paterkamp, Valve und Tüllinghoff Nord – sowie im Bereich der Druckrohrleitungen Messgeräte installiert worden. Ursache für die Geruchsbildung im Abwasser, erklärte der Experte, sei die Bildung von Schwefelwasserstoff – ein übelriechendes giftiges Gas.

Diese werde durch verschiedene Bedingungen begünstigt. Zum einen ein geringerer Wasserverbrauch in den Haushalten, die – gewollte – Versickerung von Regenwasser, das nicht mehr in die Kanalisation gelange, insgesamt geringerer Niederschlag und vor allem eine geringere Fließgeschwindigkeit im Kanalnetz. Dadurch würden Ablagerungen und chemische Abbauprozesse begünstigt. Die Folge: Das Abwasser fault, Schwefelwasserstoff entsteht – und somit auch die Gerüche. Dieses Ergebnis untermauerte Hiegemann mit einer Auswertung von detaillierten Messdaten.

An die Luft käme das Gas dann allerdings erst im Bereich der Kläranlage selbst, nicht dagegen beim Transport durch die Druckrohrleitungen. Hiegemann schilderte dem Ausschuss die Schlussfolgerung der Untersuchung so: „Alle Pumpwerke und Druckrohrleitungen sind im Trockenwasserfall überdimensioniert.“

Alle Pumpwerke und Druckrohrleitungen sind im Trockenwasserfall überdimensioniert.

Heinz Hiegemann

Enrico Zanirato (FDP), nach eigener Aussage selbst im vergangenen Jahr als Anwohner von den Gerüchen betroffen, fragte nach Möglichkeiten, die Belästigungen künftig abzustellen. Kurzfristig, so die Verwaltung, könne dies durch Zugabe von Chemikalien geschehen. Das sollte allenfalls kurzzeitig betrieben werden, betonte Thomas Suttrup (CDU). Vielmehr müsse es doch darum gehen, die Verweildauer der Abwässer in den Leitungen zu verringern. Das sei, erläuterte Hiegemann, vor allem durch eine Verringerung der Durchmesser zu erreichen. Was wiederum „ein erheblicher Kostenfaktor“ sei, so Suttrup.

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