Tischler-Test am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg
Erst die Theorie, dann die Werkbank

Lüdinghausen -

Jugendliche, die sich für den Tischlerberuf interessieren, absolvierten jetzt am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg einen Eignungstest. Der brachte nicht nur ihnen selbst wichtige Erkenntnisse, sondern auch ihren potenziellen Lehrherren.

Dienstag, 03.12.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 04.12.2019, 17:12 Uhr
Der Weg zur Tischlerausbildung führt die Jugendlichen auch über einen theoretischen Test. Doch später gehr es dann natürlich in die Praxis.
Der Weg zur Tischlerausbildung führt die Jugendlichen auch über einen theoretischen Test. Doch später gehr es dann natürlich in die Praxis. Foto: Bastian Becker/Kreishandwerkerschaft

Wer Tischler werden will, sollte eine praktische Begabung und Interesse am Basteln und Werken mitbringen. Aber auch Kenntnisse vor allem im mathematischen Bereich – zum Beispiel bei der Berechnung von Körpern und Flächen –, logisches Denken und Allgemeinwissen sind gefragt. Aus diesem Grund besteht seit vielen Jahren für interessierte Schüler die Möglichkeit, einen schriftlichen Eignungstest zu absolvieren, um zu prüfen, ob der Beruf zu ihnen passt.

Anlässlich des jetzt erfolgten Tests im Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg, bei dem 18 Schüler eine Stunde lang auch über Aufgaben zur Rechtschreibung und zum technischen Grundverständnis sowie einem zweiminütigen Konzentrationstest rätselten, erklärte Robert Beckmann , stellvertretender Obermeister der Tischler-Innung Coesfeld: „Aufgrund der besseren Arbeitszeiten sind wir im Vergleich zu anderen Handwerksberufen noch gut aufgestellt.“ In den vergangenen zwei Jahren stiegen die Azubi-Zahlen im Kreis leicht an.

Aufgrund der besseren Arbeitszeiten sind wir im Vergleich zu anderen Handwerksberufen noch gut aufgestellt.

Robert Beckmann

Dennoch bleiben einige Ausbildungsplätze mangels Bewerbern unbesetzt. Wenn in einigen Jahren die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, müssen neue Kräfte nachkommen. Der Test sei „gut für Bewerber, die eine Empfehlung bekommen, und die Ausbildungsmeister, die das Ergebnis erhalten“. Die Empfehlung kann sowohl die Rückmeldung geben, dass ein sofortiger Start in die Ausbildung sinnvoll ist, als auch ein Berufsfachschuljahr anregen.

85 Schüler werden derzeit in den drei Jahrgängen der Berufsschule für Holztechnik am Lüdinghauser Berufskolleg von Fachlehrer Johannes Walterbusch unterrichtet. „Man sieht anhand der Tests deutlich, welche Leute schon viel drauf haben“, berichtet Walterbusch. Jedes Jahr kommen einige Schüler neu an die Schule, die zuvor den Test absolviert haben. „Uns geht es darum, die Begeisterung für das Material zu halten und zu füttern“, verdeutlicht der Pädagoge. Der Leistungsdruck sei nicht so hoch wie in allgemeinbildenden Schulen.

Emil Hüser, der derzeit das Gymnasium Canisianum besucht, weiß, dass er „irgendwas Handwerkliches machen“ möchte. Hobbymäßig ist der 15-Jährige mit seiner Familie gerne aktiv. „Ich wollte mir angucken, worauf es ankommt. Speziell weitergeholfen hat es nicht wirklich“, bilanziert er. „Ich habe erfahren, was man als Tischler so können muss. Ich wusste, worauf es ankommt, und habe mich entsprechend vorbereitet“, erklärt der 15-jährige Silas Roberg aus Senden. Ihm war schon vorher klar, dass er auf jeden Fall eine Lehre als Tischler anfangen möchte.

Ich wusste, worauf es ankommt, und habe mich entsprechend vorbereitet.

Silas Roberg

„Der Betrieb in Nordkirchen, bei dem ich eine Ausbildung machen will, hat mir den Test empfohlen“, erzählt Lina Radola. Es sei interessant zu wissen, was alles benötigt werde, vieles habe sie aber bereits auf einer Berufsschule in Dortmund gelernt. „Schwierig war der Rechtschreibtest, ich bin Legasthenikerin, sowie das Umrechnen von Maßen“, beschreibt die 20-Jährige ihr Test-Erlebnis.

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