Gültig ab Januar 2020
Erhaltungssatzung schützt Bausubstanz

Lüdinghausen -

Einen wichtigen Schritt in Sachen Mitsprache bei künftigen Bauprojekten in der Innenstadt von Lüdinghausen sowie im Ortskern von Seppenrade hat der Planungsausschuss am Donnerstagabend gemacht. Für beide Bereiche brachte er eine Erhaltungssatzung auf den Weg.

Samstag, 14.12.2019, 15:00 Uhr
Die Innenstadt von Lüdinghausen ist künftig – ebenso wie der Ortskern von Seppenrade – durch eine Erhaltungssatzung geschützt. 
Die Innenstadt von Lüdinghausen ist künftig – ebenso wie der Ortskern von Seppenrade – durch eine Erhaltungssatzung geschützt.  Foto: Peter Werth

Vorausgesetzt, auch der Rat gibt am Dienstag (17. Dezember) grünes Licht, treten zum 1. Januar 2020 zwei Erhaltungssatzungen in Kraft – eine für die Innenstadt von Lüdinghausen und eine für den Ortskern in Seppenrade. Der Planungsausschuss gab dafür in seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig grünes Licht.

Stadt hat künftig ein Mitspracherecht

Durch die Satzungen sei die Kommune eher in der Lage, den Charme der Altstadt beziehungsweise des Dorfkerns zu erhalten und habe bei Bauvorhaben mehr Gestaltungsmöglichkeiten, erläuterte Stadtplanerin Janine Schmidt . Denn: Durch die neue Landesbauordnung NRW, die seit Anfang dieses Jahres in Kraft ist, müssen Abbrüche nur noch unter bestimmten Voraussetzungen bei der Kreisverwaltung angezeigt werden. Viele Gebäude sowohl in der Innenstadt als auch im Dorfkern von Seppenrade unterschreiten diese Voraussetzungen. Daher bestehe die Gefahr, dass denkmalwürdige Gebäude abgerissen würden, ohne dass die Stadt ein Mitspracherecht habe, machte Schmidt deutlich. Darüber hinaus ist in den Satzungen festgelegt, dass Bauvorhaben in deren Geltungsbereich durch die Kommune genehmigt werden müssen. Der Gestaltungsbeirat kann da im Einzelfall hinzugezogen werden, wie es in der Beschlussvorlage der Verwaltung heißt.

Geltungsbereich etwas weiter fassen

„Wir werden auch in Zukunft sicher nicht jedes Gebäude erhalten können, aber wir haben künftig sehr viel mehr Mitsprachemöglichkeiten“, hob der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernhard Möllmann hervor. Grünen-Fraktionssprecher Eckart Grundmann fügte hinzu: „Auch wenn die Satzung für das eine oder andere Gebäude zu spät kommt, ist sie ein Signal an die Eigentümer, dass wir das, was wir haben, für erhaltenswert halten.“ Im Hinblick auf die Satzung für den Seppenrader Dorfkern regte unter anderem Dagmar Stallmann (SPD) an, den Geltungsbereich etwas weiter zu fassen, um einige ortsbildprägende Gebäude wie die frühere Gaststätte Gudorf oder das ehemalige Pfarrhaus einzubeziehen. Bürgermeister Richard Borgmann wies darauf hin, dass der Rat den Geltungsbereich der Satzungen jederzeit ändern könne. „Wir nehmen die Anregungen heute als Prüfauftrag mit. Wichtig ist, dass wir die Satzungen zum 1. Januar 2020 auf den Weg bringen, und zwar rechtssicher“, betonte Borgmann.

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