Don Bosco: Bruder Lothar im Sudan
Ein Engel mit Schraubenschlüssel

Lüdinghausen -

Wie können aus Kindersoldaten wieder „normale Kinder“ werden, die den Weg zurück in ihre Familien finden? Im Südsudan bekommen sie dabei Unterstützung von der Don Bosco Stiftung, für die der Lüdinghauser Peter Friemel seit vielen Jahren Spenden „erradelt“.

Donnerstag, 19.12.2019, 12:00 Uhr
Straßenkinder malen Bilder über ihre Familien während einer Beratungssitzung.
Straßenkinder malen Bilder über ihre Familien während einer Beratungssitzung. Foto: Boscoaid PDO AFE-SU

Seit Jahren fährt der Lüdinghauser Peter Friemel zugunsten der Salesianer Don Boscos Sponsorentouren mit dem Rad. In der jüngeren Vergangenheit hat er insbesondere die Aktivitäten des Salesianerbruders Lothar Wagner im Südsudan unterstützt. Über dessen aktuellen Einsatz berichtet aus dem Südsudan Benjamin Akoutou, Projektreferent der Don Bosco Mission Bonn:

„Bruder Lothar Wagner und sein Team führten in den vergangenen Monaten 27 ehemalige Kindersoldaten nach therapeutischen Maßnahmen in ihre Familien zurückführten. Bruder Lothar und seine Mitarbeiter überzeugten sich nun bei den Familienbesuchen vom Kindeswohl der 27 Jungen.

Nach unzähligen Regenfällen war die Fahrt auf maroden Straßen sehr anstrengend. Wegen zerstörter In­frastruktur des Landes blieben Reifenpannen und Steckenbleiben im Morast nicht aus. Bruder Lothar fand Helfer, die mit ihm den Geländewagen aus dem schlammigen Graben zogen. Dann gelang ihm mit dem großen Schraubenschlüssel der Radwechsel.

Bruder Lothar erweist sich nicht nur als Techniker und Sozialpädagoge, sondern auch als Ersthelfer bei Wundversorgungen. Die Ladefläche seines Geländewagens wird dann zur Erste-Hilfe-Station. Bei seiner aufsuchenden Sozialarbeit desinfiziert er Hautverletzungen, insbesondere an Händen und Unterschenkeln, und versorgt die Straßenkinder mit Verbänden. Die Minderjährigen hatten lange Trennungen von ihren Familien zu bewältigen. Sie waren durch militärische Gruppen der Regierung und auch durch verschiedene oppositionelle Rebellengruppen rekrutiert worden. Auch wenn sie wegen ihres jungen Alters nicht direkt in Kampfhandlungen involviert waren, so wurden sie als Arbeitskräfte in Küche und auf dem Feld, beim Waschen von Soldatenuniformen und Putzen von Gewehren ausgebeutet. Ein Großteil ihrer Kindheit wurde ihnen so geraubt. Die nun erfolgte Verankerung in der Familie ist extrem wichtig für die Verarbeitung der erlittenen Traumata.

Kurz vor Weihnachten zeigen die ermutigenden Nachrichten aus Kuajok und Wau, dass durch die Unterstützung der hiesigen Spender Hilfe angekommen ist ( 2018 und 2019 nach der 18. und 19. Rad-Sponsorentour von Peter Friemel circa 19 000 Euro). Das Fundament der Hilfe ist der Bau des Reha- Zentrums in Kuajok. Täglich öffnet sich das Tor der Anlaufstelle zur Gruppenberatung, zu Spiel und Freizeit, zur Möglichkeit des Duschens, zur warmen Mahlzeit und zur „Gute-Nacht -Ansprache“ im Stile von Don Bosco. Jedem Kind werden zudem ein Duschbeutel mit Seife, Zahnpasta und Zahnbürste zur Verfügung gestellt. Die Unterstützung und die Gespräche regen viele Kinder an, die Straße hinter sich zu lassen und in ihre Familien zurückzukehren.“ Dennoch gebe es auch Rückschläge bei der sozial-psychologischen Betreuung, heißt es abschließend im Bericht.

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