Dankesbrief von Schwester Jeanne an die Indienhilfe St. Ludger
Arbeit wird 2020 fortgesetzt

Lüdinghausen -

In einem Brief dankt Schwester Jeanne Devos aus dem indischen Mumbai der Indienhilfe St. Ludger für ihre langjährige Unterstützung. Die Ordensschwester hat in Indien Hilfsprojekte für Heimarbeiterinnen und Kinderarbeitern ins Leben gerufen.

Dienstag, 24.12.2019, 06:00 Uhr
Schwester Jeanne Devos
Schwester Jeanne Devos Foto: privat

Alle Jahre wieder – so könnten auch die Berichte von Schwester Jeanne Devos aus Indien umschrieben werden. Erneut teilt sie jetzt mit, wie die Arbeit in der indischen Metropole Mumbai in ihren Projekten „National Domestic Workers’ Movement“ (NDWM) und Child Rights Movement ( CRM ) läuft. Die Projekte werden seit vielen Jahren von der Lüdinghauser Indienhilfe St. Ludger begleitet und unterstützt.

So schreibt Schwester Jeanne: „Gemeinsam sind wir im Fluss unseres Einsatzes für Frieden und Gerechtigkeit – so auch in dieser Weihnachtszeit 2019. Wir danken für Ihre Unterstützung und Solidarität mit National Domestic Workers´ Movement, was bedeutet, Hilfe für die Ärmsten unter den Armen in Indien. Oft sind die Hausarbeiter, die unsere Bewegung zu unterstützen sucht, Flüchtlinge, Hungernde, Wanderarbeiterinnen, Frauen auf der Suche nach einem besseren Leben.

Situation von Hunger und Hilflosigkeit

National Domestic Workers´ Movement ist gegründet worden in den 1980er Jahren, und die Bewegung ist stark geworden – zu vergleichen mit einem Fluss, wie es der Prophet Ezechiel sagt in Kap. 47, 1-2/8-9/12.

Zu Beginn unserer Bewegung gab es eine Situation von Hunger und Hilflosigkeit für Millionen von indischen Frauen in Hausarbeit. Unsere Bewegung ist für diese Menschen gegründet worden; und sie wird von ihnen mitgetragen. Die Bewegung hat die Ausgangssituation von totaler Abhängigkeit der Hausarbeiterinnen, ihrer Armut, ihrem Ausgebeutetsein entwickelt zu einer Solidargemeinschaft von gegenseitiger Information und Hilfestellung.

Es war ein bescheidener Anfang, aber hoffnungsvoll und zukunftsorientiert. Unsere Bewegung hat begonnen in vielen kleinen Gruppen von Hausarbeiterinnen in 28 indischen Sprachen. Die Hausarbeiterinnen haben ihr Recht eingefordert, als Arbeiter anerkannt zu werden; auf diese Weise haben sie zugleich die Erfahrung ihrer eigenen Stärke gemacht.

Verantwortung für Kinderarbeiter übernommen

Viele Hausarbeiterinnen sind befreit worden aus ihrer Abhängigkeit; sie sind heute Arbeiterinnen mit Mindestlohn. Seit 1988 ist die Bewegung unterstützt worden von der Indienhilfe St. Ludger Lüdinghausen.

In einer weiteren Initiative hat NDWM das Schicksal von Kinderarbeitern öffentlich gemacht. NDWM hat Verantwortung für Kinderarbeiter übernommen: Es ist gelungen, Kinderarbeiter unterzubringen in Schutzhäusern; zurzeit gibt es fünf solcher Schutzhäuser für Kinder als Opfer von Ausbeutung, Orte, an denen Kinder spielen und lernen können.

Child Rights Movement (CRM), diese Kinderrechtsbewegung, versucht, Kindern ihre Kindheit wiederzugeben, sie zu schützen, zu ernähren, stundenweisen Schulbesuch zu ermöglichen und sie vorzubereiten auf einen Mainstream-Schulbesuch. CRM arbeitet bereits in zehn indischen Staaten mit Tausenden von Kindern. Ermutigt fühlen wir uns durch die Entwicklung dieser Kinder, die etwa in der Lederwaren- und Modeschmuckherstellung arbeiten, Krabben pulen – und gleichzeitig zur Schule gehen.

Auch in 2020 werden unsere Bewegungen NDWM und CRM wachsen, indem wir anstreben, noch mehr Frauen- und Kinderarbeiter zu erreichen. Einem wunderbaren Fluss gleich wird die Bewegung fließen; Gerechtigkeit entwickeln.“

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