128 Sternsinger ziehen durch Lüdinghausen
Mit Krone und Spendendose

Lüdinghausen -

Sie sind derzeit mit Kronen, Spendendosen und Aufklebern mit dem „20*C+M+B+20“-Schriftzug in Lüdinghausen unterwegs – die Sternsinger der St.-Felizitas-Gemeinde, die gestern Temperaturen rund um den Gefrierpunkt trotzten. Zwei weitere Tage sammeln sie noch für Kinder im Libanon.

Freitag, 03.01.2020, 08:00 Uhr
Nach dem Aussendungsgottesdienst in der St.-Felizitas-Kirche ziehen 128 Sternsinger durch Lüdinghausen, auch am Freitag und Samstag sind sie noch unterwegs.
Nach dem Aussendungsgottesdienst in der St.-Felizitas-Kirche ziehen 128 Sternsinger durch Lüdinghausen, auch am Freitag und Samstag sind sie noch unterwegs. Foto: Heidrun Riese

Sie tragen alle ein weißes Gewand, einen farbigen Umhang und eine Krone aus goldglänzendem Karton auf dem Kopf. Damit sind die 128 Sternsinger der St.-Felizitas-Gemeinde, die in diesen Tagen durch Lüdinghausen ziehen, eindeutig als solche zu erkennen. Auch wenn sie für die Menschen, an deren Türen sie klingeln und um Spenden bitten, vielleicht nicht auseinanderzuhalten sind, so sind die Rollen doch klar verteilt. „Ich bin Caspar“, stellt sich Carolin Hölper vor. „Ich bin Melchior“, schließt sich Alycia Zombik an. „Und ich bin Balthasar“, komplettiert Monja Meyer das königliche Trio. Dann ist da noch Leonie Krüskemper, die mit dem Stab in der Hand dagegen leicht als Sternträger auszumachen ist.

Ohne Ablesen

Warum so wichtig ist, welcher Sternsinger in welche Rolle schlüpft? Jeder der heiligen drei Könige und auch der Sternträger hat seinen eigenen Text. Und der geht den vier Zwölfjährigen, die bei Temperaturen um den Gefrierpunkt unter ihren Gewändern dick eingepackt sind, ganz leicht über die Lippen – ohne Fehler und ohne Ablesen. Sobald die Münzen oder sogar Geldscheine in der Spendendose verschwunden sind, bedanken sie sich wie aus einem Mund: „Der Herr schenke euch ein gesegnetes Jahr, das wünschen euch Caspar, Melchior und Balthasar.“ Nur als der Sticker mit dem „20*C+M+B+20“- Schriftzug nicht auf dem Rathaus-Klinker kleben möchte und die Kreide zum Einsatz kommen muss, schauen die Mädchen doch lieber einmal nach.

Ansonsten sind die vier Freundinnen super routiniert, auch wenn Monja erst zum zweiten Mal mitläuft. Ohne jede Hemmung gehen die Mädchen, die für den Innenstadtbereich zuständig sind, in die Geschäfte. Mit ihren Kostümen brauchen sie sich in der Regel gar nicht vorzustellen, sondern können gleich mit ihrem Lied starten und ihre Zeilen aufsagen. Dann dürfen sie nicht nur die Spendendose hin-, sondern zudem ihre Beutel aufhalten.

Etwas Süßes

Denn meistens gibt es auch noch etwas Süßes. Oder einen Korb voller Äpfel, wie vom Beigeordneten Matthias Kortendieck im Rathaus. Aus den Läden bringen die Mädchen seltener Leckereien mit, aber Monja weiß: „In den Wohngebieten bekommt man richtig viel, das kann man gar nicht alles selber essen“. Dass die Sternsinger nur einen Teil behalten und der Rest beim Rückkehrgottesdienst am Sonntag (5. Januar) um 10.30 Uhr in der St.-Felizitas-Kirche in die Spendenkisten wandert, um an die Musikschule, die Tafel und ein Kinderheim in Polen zu gehen, findet das Quartett klasse. Ihre kostbaren Ferientage für die Sternsinger-Aktion zu opfern, finden sie überhaupt nicht schlimm. Ganz im Gegenteil: „Man weiß ja, dass es für eine gute Sache ist“, sagt Alycia.

Gesammelt wird in diesem Jahr für Mädchen und Jungen im Libanon. „Über das Kindermissionswerk gehen die Spenden unter anderem an die Adyan-Stiftung und den Jesuiten-Flüchtlingsdienst“, erklärt Klaus Bruns. Mit einem Team hat der Pastoralassistent die Sternsinger-Aktion vorbereitet. „Alleine ist das gar nicht zu stemmen“, betont er und hebt eine Person besonders hervor: Marlies Hölper, die Mutter von Carolin, die sich unter anderem um die Aufteilung der Straßen gekümmert hat. „Das ist ein unglaublicher Aufwand“, weiß Bruns.

„Wir waren da“-Zettel

Übrigens: Wer die Sternsinger verpasst hat, kann seine Spende direkt an das Kindermissionswerk überweisen. Alle nötigen Daten stehen auf dem „Wir waren da“-Zettel, der eingeworfen wird, wenn niemand die Tür öffnet. Es besteht außerdem die Möglichkeit, Geld und Süßigkeiten im Pfarrbüro abzugeben. Bruns: „Dort gibt es im Gegenzug dann auch den Segenszettel.“

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