Tipps und Tricks für Kamin und Ofen
Lagerfeuerromantik mit Nutzwert

Lüdinghausen -

So ein Kaminfeuer ist schön anzusehen und wärmt dazu auch noch. Was dabei zu beachten ist und wie ein Ofen optimal zu nutzen ist, verraten der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger Michael Warmes und Ofenbaumeister Andreas Neuer.

Dienstag, 07.01.2020, 08:00 Uhr
So ein Kaminfeuer ist schon etwas Feines. Es erfreut sich aber nicht nur wegen der Optik großer Beliebtheit, sondern immer mehr auch wegen seines Nutzwerts, weiß Ofenbaumeister Andreas Neuer.
So ein Kaminfeuer ist schon etwas Feines. Es erfreut sich aber nicht nur wegen der Optik großer Beliebtheit, sondern immer mehr auch wegen seines Nutzwerts, weiß Ofenbaumeister Andreas Neuer. Foto: Heidrun Riese

Mit seinem flackernden Flammenspiel erfüllt ein Kaminfeuer den Raum nicht nur mit Wärme, sondern erzeugt auch eine ganz besondere Atmosphäre. Die macht jetzt, zur kalten Jahreszeit, besonders viel Freude. Damit diese nicht getrübt wird, haben der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger Michael Warmes und Ofenbaumeister Andreas Neuer ein paar Tipps für alle Ofenbesitzer – und die, die es noch werden wollen.

Wichtig ist, dass der Ofen auf die Räumlichkeiten und das Nutzungsverhalten abgestimmt ist.

Andreas Neuer

Letzteren rät Neuer, Inhaber der gleichnamigen Kaminwelt: „Wichtig ist, dass der Ofen auf die Räumlichkeiten und das Nutzungsverhalten abgestimmt ist. Es gibt eine enorme Bandbreite, was Technik, Optik und Größe angeht.“ Vom kleinen Kamin- bis zum großen Grundofen. „Der Kaminofen gibt sofort Wärme an den Raum ab, kein Heizlüfter ist schneller“, erklärt der Experte. „Beim Grundofen dauert es länger, aber dafür hält auch die Wärme an. Da reicht es, ihn morgens und abends einmal anzumachen, um den ganzen Tag etwas davon zu haben.“

Genau dieser Nutzwert, ein Ofen als Ergänzung zur Wärmepumpe, sei im Kommen. „In den vergangenen zehn Jahren diente der Ofen eher der Optik und Romantik, das ändert sich aktuell wieder“, verrät Neuer. Er ist überzeugt: „Das wird der Weg sein, den Ofen immer mehr in die Haustechnik einzubinden, ohne dass er seine Eigenständigkeit verliert.“ Denn wenn mal der Strom ausfalle, gebe es eine Wärmequelle, die auch ohne auskommt. Fakt am Rande: Trotz all der technischen Möglichkeiten wie der automatischen Regelung der Luftzufuhr werde ein Großteil der Öfen immer noch manuell bedient, informiert der Ofenbaumeister.

Holz erst dann nachlegen, wenn nur noch das Glutbett zu sehen ist und keine Flamme mehr.

Michael Warmes

Wer die Luftzufuhr per Hand regelt, sollte sie nicht zu sehr drosseln, ergänzt Warmes. „Für eine saubere Verbrennung ist eine bestimmte Luftmenge nötig.“ Gleichzeitig rät er von einer Überlastung durch zu große Holzmengen ab. „Oft beschweren sich Leute über Qualm“, berichtet der Bezirksschornsteinfeger. Er empfiehlt: „Holz erst dann nachlegen, wenn nur noch das Glutbett zu sehen ist und keine Flamme mehr.“ Außerdem sei es nützlich, eine Ascheschicht von etwa zwei bis drei Zentimetern im Ofen zu belassen. „Das ist ein super Isolier- und Dämmstoff“, informiert Warmes. „Wenn die alte Asche im Ofen bleibt, hat man länger etwas vom nächsten Feuer, weil das Glutbett länger erhalten bleibt.“ Sinnvoll sei, den Ofen regelmäßig zu prüfen – die Dichtung der Tür, die Innenauskleidung, das Rost, das viele Kaminöfen haben, und auch das Ofenrohr. „Da sollte man ein Mal im Jahr reingucken und es säubern“, rät der Fachmann.

Ein aktuelles Thema ist Feinstaub. „Öfen, die zwischen 1985 und 1995 eingebaut wurden und die nicht die zulässigen Grenzwerte einhalten, müssen bis zum 31. Dezember dieses Jahres mit einem entsprechenden Filter nachgerüstet werden“, informiert Warmes. „Am besten beim Schornsteinfeger anrufen und fragen, ob beim eigenen Ofen etwas gemacht werden muss.“

Ganz entscheidend sei der Brennstoff, und der müsse ausreichend trocken sein. „Unter 25 Prozent Restfeuchtigkeit, das ist so im Bundesimmissionsschutzgesetz so verankert“, betont Warmes. „Denn je nasser das Holz ist, desto mehr Wasserdampf entsteht beim Verbrennen und der bildet in Verbindung mit Ruß eine Teerschicht, die sich beim normalen Kehren nicht entfernen lässt und die Gefahr eines Kaminbrandes erhöht.“ Generell sollten nur zugelassene Brennstoffe verwendet werden. Das sind neben Holz zum Beispiel auch Braun- und Steinkohle.

Von oben statt von unten anfeuern.

Andreas Neuer

„Die Briketts bekommt man mittlerweile im Supermarkt“, weiß der Bezirksschornsteinfeger. Auf keinen Fall sollten lackiertes, imprägniertes oder angestrichenes Holz verfeuert werden – wegen der Schadstoffe und der hohen Verbrennungstemperatur, für die viele Kaminöfen nicht ausgelegt seien. Zu guter Letzt hat Neuer auch noch einen Tipp: „Von oben statt von unten anfeuern“, empfiehlt er. So brenne das Feuer nicht nur schneller an, sondern auch länger, es entstehe weniger Feinstaub. Und, besonders praktisch: „Die Scheiben bleiben länger sauber.“

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