Laura Muhle liebt Lolita-Mode
Von süß bis düster

Seppenrade -

Laura Muhle hat vor einigen Jahren den Lolita-Modestil für sich entdeckt. Was mit einem Zufall begann, hat sich zu einem Hobby entwickelt, dem sich die 30-Jährige am liebsten in jeder freien Minuten widmet. Dann stellt sie Outfits zusammen, die allesamt neugierige Blicke auf sich ziehen.

Mittwoch, 15.01.2020, 10:00 Uhr
 Zu Hause näht Laura Muhle viele ihrer Outfits selbst, alle Kleidungsstücke bewahrt sie in einem extra Schrank auf.
 Zu Hause näht Laura Muhle viele ihrer Outfits selbst, alle Kleidungsstücke bewahrt sie in einem extra Schrank auf.

„Bist du ein Manga?“ oder „Ist denn heute schon Karneval ?“ – das sind zwei Fragen, die Laura Muhle aus Seppenrade oft gestellt werden. Die 30-Jährige liebt den Lolita-Modestil, der seinen Ursprung in Japan hat und den sie 2008 für sich entdeckt hat. Seitdem trägt sie in ihrer Freizeit gerne Outfits, die sich am Rokoko und an der viktorianischen Kleidung orientieren: „Knielange Kleider und Röcke werden mit Petticoats und hochgeschlossenen Blusen kombiniert“, erläutert die Rechtsanwältin. Bedruckte Kniestrümpfe oder Strumpfhosen sowie Accessoires jeder Art – Haarschleifen, Perlenketten, Armbänder, Handtaschen und Rüschenschirme – runden die Outfits ab. Viele Lolitas setzen zudem Perücken auf. „Ich habe welche in allen Haarfarben“, sagt Muhle und erklärt, dass es drei große Lolita-Substile gebe – Gothic, Sweet und Classic. Sie selbst mag sich nicht auf eine Richtung festlegen: „Mich reizt es, mit den Stilen zu spielen.“

Sofort fasziniert

Eher zufällig ist die Seppenraderin eine Lolita geworden: Während der Abi-Mottowoche lautete das Thema an einem Tag „Szene-Typen“. Auf der Suche nach einem Kostüm ist Muhle auf eine Internetseite über den japanischen Modestil gestoßen. „Ich habe Fotos gesehen und war sofort fasziniert.“ Daran anlehnend hat sie sich ein Outfit zusammengestellt. Aus heutiger Sicht „ein totales Desaster“, findet die 30-Jährige und lacht. Damals habe sie viele Regeln der Szene noch nicht gekannt.

Mittlerweile ist das anders. Über die sozialen Netzwerke hat sie eine Gruppe mit gleichgesinnten Frauen und Männern aus Bielefeld und Umgebung gefunden. Zweimal im Monat stehen Treffen im Kalender. Dann wird bei Tee, Kaffee und Kuchen geplaudert. Aber auch in den Zoo, ins Theater oder in ein Museum gehen die Lo- und Brolitas – so werden die männlichen Fans des Modestils bezeichnet. „Man muss es schon mögen, wenn alle Augen auf einen gerichtet sind“, gibt Muhle zu, dass sie und ihre Freunde auffallen. „Die Reaktionen sind aber meistens durchweg positiv. Viele Leute sind ehrlich interessiert.“

Stöbern in Secondhand-Shops

Bis ein Outfit komplett ist, vergehen oft Monate. Dafür sucht die Seppenraderin insbesondere in Secondhand-Shops – sowohl online als auch in verschiedenen Städten – nach Kleidungsstücken und Accessoires sowie Stoffen, näht sie doch so manches Stück selbst.

Zwei Träume hat sich Muhle bereits erfüllt: Shoppen in einem speziellen Lolita-Store in Paris und der Besuch einer großen Tee-Party. Was jetzt noch klasse wäre? „Eine Reise nach Japan, ins Ursprungsland des Modestils.“

Für Interessierte

Alle, die mehr über die Lolita-Mode oder Veranstaltungen in Deutschland erfahren möchten, bekommen laut Laura Muhle einen guten Überblick auf www.court-of-fables.de.

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