Josephine Kleyboldt und Anton Holz sind ehrenamtliche Bürgermeister
Die Stellvertreter haben das Wort

Lüdinghausen -

Josephine Kleyboldt und Anton Holz sind ehrenamtliche Bürgermeister in Lüdinghausen. Ihr Amt als Stellvertreter von Richard Borgmann nehmen sie gerne und engagiert wahr. Dabei sehen sie ihre Aufgaben nicht in denen als die sprichwörtlichen „Grüß-Auguste“ erschöpft.

Samstag, 18.01.2020, 10:00 Uhr
Anton Holz und Josephine Kleyboldt sind stellvertretende Bürgermeister in Lüdinghausen. Der Christdemokrat und die Sozialdemokratin begreifen ihre Aufgabe als Vertreter von Richard Borgmann als überparteilich.
Anton Holz und Josephine Kleyboldt sind stellvertretende Bürgermeister in Lüdinghausen. Der Christdemokrat und die Sozialdemokratin begreifen ihre Aufgabe als Vertreter von Richard Borgmann als überparteilich. Foto: Peter Werth

Dass sie deutlich mehr sind als die sprichwörtlichen „Grüß-Auguste“, deren Aufgabe sich im Überreichen des Blumenstraußes zu Omas 90. Geburtstag erschöpft, stellen Josephine Kleyboldt und Anton Holz gleich zu Beginn des Gespräches klar. Beide sind seit Jahren als ehrenamtliche Bürgermeister Vertreter des hauptamtlichen Stadtoberhaupts Richard Borgmann. Und dieses Amt führen sie nicht nur gerne, sondern engagiert aus.

Josephine Kleyboldt

Josephine Kleyboldt

„Es macht mich stolz, Lüdinghausen repräsentieren zu dürfen“, sagt Kleyboldt, die seit 2014 diese Funktion ausübt, diese aber auch schon in der Zeit vor 1999 in zwei Amtsperioden innehatte. Politisch aktiv ist die Sozialdemokratin in der Lüdinghauser Kommunalpolitik schon seit 1989. Seit 2014 sitzt sie wieder im Rat. Auch für Anton Holz begann sein politisches Engagement in den 1980er Jahren, zunächst als sachkundiger Bürger, ab 1989 als CDU-Ratsmitglied. Und zehn Jahre später wurde er dann zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt. Ein Amt, das der 71-Jährige bis heute ausübt. Er habe dies auch angestrebt, sagt er: „Es war klar, dass ein ehrenamtlicher Bürgermeister aus Seppenrade kommen musste.“ Das habe damals noch Josef Holtermann „in den Stiel gestoßen“, der selbst als Seppenrader lange Jahre ehrenamtlicher Bürgermeister in Lüdinghausen war.

Es war klar, dass ein ehrenamtlicher Bürgermeister aus Seppenrade kommen musste.

Anton Holz

An den erinnert sich auch Kleyboldt nur allzu gerne: „Mit ihm bin ich immer gut zurecht gekommen.“ Er habe ihr stets das Gefühl vermittelt, „dass man nicht Akademiker sein muss, um Politik zu machen“. Sie selbst ist über ihren Einsatz in der Dritte-Welt-Arbeit und ihr kirchliches Engagement in die Politik gekommen. Die Aufgabe als ehrenamtliche Bürgermeisterin mache ihr Spaß, man müsse sich immer wieder auf neue Themen einlassen. Bei Besuchen zu Geburtstagen werde nicht selten auch über Lokalpolitik gesprochen. Meist lese sie den Jubilaren die Glückwünsche des Bürgermeisters vor. „Manche wollen aber auch unbedingt etwas loswerden“, berichtet die 70-Jährige. Nur einmal, erzählt sie mit einem Schmunzeln, sei sie auf einem Geburtstag nicht willkommen gewesen. Sie wolle keine Gratulation „von einer SPD-Frau, ich will den Holtermann“, habe das Geburtstagskind damals gesagt.

Man bekommt immer wieder sehr viel von den Menschen zurück.

Josephine Kleyboldt

An ein ähnlich negatives Erlebnis kann sich Holz nicht erinnern: „Es gibt keinen Termin, über den ich mich geärgert hätte.“ Über sein Amt hinaus als Vertreter von Richard Borgmann Menschen zu Jubelfesten zu gratulieren oder Vereine zu besuchen, sehe er seine Aufgabe auch darin, als ein Mittler zwischen den Fraktionen im Rat zu fungieren, „wenn die Gespräche mal verhakt sind“. Bei den verschiedenen Hausbesuchen sehe er, dass die Menschen ihm vertrauten. Er fühle sich ein wenig wie „das Ohr des Rathauses“. Er habe immer sein Notizbuch dabei, könne Beschlüsse der Politik vermitteln und „sagen warum etwas genau so entschieden wurde“.

Ich habe viele Menschen kennengelernt, denen ich sonst nie begegnet wäre.

Anton Holz

Das Miteinander der drei Bürgermeister der Stadt bezeichnen sowohl Kleyboldt als auch Holz als reibungslos. „Wir kommen alle drei vom Bauernhof und sind manchmal dickköpfig“, sagt die SPD-Frau mit einem nachsichtigen Lächeln. Kleyboldt wie auch Holz sind sich einig, dass sie bislang aus ihrer Tätigkeit viele positive Erfahrungen ziehen konnten. „Man bekommt immer wieder sehr viel von den Menschen zurück“, so die Sozialdemokratin. Und Holz ergänzt: „Das hat mir persönlich sehr viel gebracht. Ich habe viele Menschen kennengelernt, denen ich sonst nie begegnet wäre.“ Und in einem weiteren Punkt stimmen sie ebenfalls überein: Parteipolitik spiele dabei keine Rolle, schließlich müssten sie auch mit einer Drei-Viertel-Mehrheit vom Rat gewählt werden.

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