Ausstellung in der Burg Lüdinghausen
Bedrückende Kriegserinnerungen

Lüdinghausen -

Die Deutsch-Polnische-Gesellschaft hat die Ausstellung mit dem Titel „Einst frohe Lande vergeh’n im Brande“ zu ihrer Deutschlandpremiere nach Lüdinghausen geholt. Am Sonntagvormittag wurde zur Vernissage in den Kapitelsaal eingeladen.

Montag, 27.01.2020, 08:00 Uhr
Interessiert wurden die Exponate von den Besuchern unter die Lupe genommen.
Interessiert wurden die Exponate von den Besuchern unter die Lupe genommen. Foto: awf

Persönliche Erfahrungen von Krieg, Besatzung und Verfolgung finden sich in den Werken polnischer Volksbildhauerei, die seit Sonntag in den Ausstellungsräumen des Kulturforums KAKTuS in der Burg Lüdinghausen zu sehen sind. Die Deutsch-Polnische-Gesellschaft (DPG) hatte die Ausstellung mit dem Titel „Einst frohe Lande vergeh’n im Brande“ zu ihrer Deutschlandpremiere nach Lüdinghausen geholt und lud am Sonntagvormittag zur Vernissage in den Kapitelsaal ein.

Ich sammele, um die Erinnerung zu bewahren.

Louis Galinski

Die 42 Exponate nicht professioneller Bildhauer, die aus der Sammlung des Kunstkenners Louis Galinski stammen, spiegeln die im von Nazideutschland okkupierten Polen sowie in den Gulags der Sowjetunion erfahrenen Gräuel wieder. Galinski hob in seiner Rede die identitätsstiftende Rolle der polnischen Volkskunst hervor, die tief mit dem katholischen Glauben verknüpft ist. „Ich sammele, um die Erinnerung zu bewahren“, fasste er schließlich zusammen. „Diese Ausstellung trägt dazu bei, dass die Vergangenheit nicht verblasst“, war sich auch Bürgermeister Richard Borgmann sicher, der die Zuhörer im bis auf den letzten Platz belegten Kapitelsaal dazu aufforderte weiterhin für ein friedliches Europa einzustehen. Als Vorsitzender der DPG dankte Karl-Heinz Kocar den Helfern und Unterstützern des Projektes und hob die Grausamkeit von Krieg und Verfolgung hervor: „Das Böse zeigt sich stets in ganz bestimmten Taten.“

Die Beiträge von fünf jungen Musikern aus der Partnerstadt Neiße ergänzten die Vernissage, bevor sich die Besucher in die Ausstellung begaben. Die ausdrucksstarken Bilder und Schnitzereien, die ungeschönt die Erfahrungen von Krieg und Verfolgung wiedergeben, tragen Titel wie „Germanisierung“ oder „Eine Rose blüht in Auschwitz“ und luden viele Besucher zum nachdenklichen Betrachten ein. In aller Deutlichkeit verewigten die Bildhauer die Verbrechen in den Konzentrationslagern oder erinnern mit einem Triptychon an den deutschen Angriff im September 1939.

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Die Ausstellung, die mit Unterstützung des KAKTuS, der Stadt Lüdinghausen sowie der Sparkasse Westmünsterland und der Volksbank Südmünsterland-Mitte realisiert wurde, ist bis zum 16. Februar jeweils samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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