Polnische Musiker im Kapitelsaal
Publikum reagiert begeistert

Lüdinghausen -

Viel Applaus erhielten am Sonntagabend die fünf Musiker aus der polnischen Partnerstadt Nysa bei ihrem Auftritt im Kapitelsaal. Sie spielten im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Einst frohe Lande vergeh’n im Brande“.

Montag, 20.01.2020, 20:00 Uhr
Die fünf Akteure aus der polnischen Partnerstadt Nysa bei ihrem Auftritt im Kapitelsaal (v.l.): Karolina Krason, Marta Kubow, Anna Urzedowska, Agnieszka Zemlik und Dominik Zablocki (hinten).
Die fünf Akteure aus der polnischen Partnerstadt Nysa bei ihrem Auftritt im Kapitelsaal (v.l.): Karolina Krason, Marta Kubow, Anna Urzedowska, Agnieszka Zemlik und Dominik Zablocki (hinten). Foto: Inga Kasparek

Die Vernissage der aus Berlin kommenden Ausstellung „Einst frohe Lande vergeh’n im Brande“ in den Ausstellungsräumen der Burg Lüdinghausen am Sonntag wurde musikalisch begleitet durch fünf Musiker aus Nysa, der polnischen Partnerstadt Lüdinghausens. Wem das aber nicht genug war oder wer es gar nicht erlebt hatte, für den ergab sich am Abend des selben Tages die Gelegenheit, die Künstler während eines umfangreichen Konzertes im Kapitelsaal zu hören.

Karl-Heinz Kocar (rundes Bild, vorne r.), Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft (DPG) Lüdinghausen, machte in seiner kurzen Begrüßungsansprache einmal mehr deutlich, wie wichtig eine möglichst lebendige und vielgestaltige Begegnung deutscher und polnischer Kultur ist. In diesem Zusammenhang war auch das Sondergastspiel der fünf jungen Künstler zu sehen.

Marta Kubow eröffnete den Abend mit den Violinen-Soli von Johann Sebastian Bach und Charles Dancla. Die junge Geigerin ist Preisträgerin in zahlreichen Wettbewerben und erhielt in der Vergangenheit bereits hohe Auszeichnungen.

Feine Abstimmung

Weiter übernahmen Agnieszka Zemlik und Karolina Krason, beide Absolventen der bekannten Witold Lutoslawski Musikschule in Nysa, jeweils mit der Konzertflöte die Fortsetzung des Programms, in feiner Abstimmung begleitet von Dominik Zablocki. Der renommierte Klavierdozent und Musiklehrer darf ebenfalls auf zahlreiche gewonnene Wettbewerbe und Auszeichnungen blicken, an diesem Abend begleitete er sowohl die Flötistinnen als auch die Violinenspielerin, die allesamt in ihren Darbietungen überzeugten.

Ja, und dann war da noch Anna Urzedowska. Dieses sehr junge Mädchen am Klavier zu sehen und zu hören, war ein ganz besonderes Erlebnis. Klein, beinahe zerbrechlich und bescheiden setzte sie sich an ihr Instrument, sammelte sich einen Augenblick lang und legte im wahrsten Sinne des Wortes los. Völlig untypisch in der Körperhaltung hatte man bei ihr den Eindruck, sie wolle in das Klavier eindringen, so sehr näherte sie sich zeitweilig der Tastatur. Ohne Noten, teils mit geschlossenen Augen brillierte das gerade einmal 13-jährige Talent mit der Klaviersonate C-Dur von Joseph Haydn ebenso wie mit Stücken von Frederic Chopin und Johann Sebastian Bach.

Innige Hingabe

Die innige Hingabe, abgewechselt von nuanciertem, teils aber auch wieder kraftvollem Spiel, brachte die Zuschauer zu wahren Begeisterungsstürmen, wozu sie sich zwischen jeder Darbietung hinreißen ließen und die die junge Musikerin schüchtern, aber stolz entgegennahm. In Anbetracht ihres Alters darf man gespannt sein, was von diesem Ausnahmetalent noch zu hören sein wird.

Ein sehr besonderer Abend setzte diesem lang erwarteten Tag ein würdiges Ende, sicherlich ein weiterer Meilenstein in der erwünschten Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen, zwischen Lüdinghausen und Nysa.

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