Thema im Schulausschuss – die Stadtbücherei
Personaldecke ist zu kurz

Lüdinghausen -

Die Stadtbücherei sollte personell aufgestockt werden. Darin war sich der Schulausschuss am Donnerstagabend einig. Der Weg dahin war allerdings umstritten.

Samstag, 01.02.2020, 12:05 Uhr aktualisiert: 02.02.2020, 13:30 Uhr
Büchereileiter Peter Mählmann.
Büchereileiter Peter Mählmann. Foto: Anne Eckrodt

Darin waren sich am Donnerstagabend alle Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport einig: In der Stadtbücherei St. Felizitas wird nicht nur gute Arbeit geleistet wird, sondern auch so viel, dass eine weitere Stelle eingerichtet werden sollte. Der Weg dorthin allerdings blieb bis zum Schluss strittig. Immerhin ging es um eine Position von 60 000 Euro, die dafür in den städtischen Haushalt für 2020 eingestellt werden sollten.

Drei Vorschläge standen zur Abstimmung. Während die sechs CDU-Ausschussmitglieder diese Position mit einem Sperrvermerk versehen wollten, votierten SPD , Grüne und UWG zunächst für eine Freigabe der Summe, um diese Stelle zu schaffen. Beide Anträge fanden keine Mehrheit. Schließlich sprachen sich SPD, Grüne, UWG und FDP für einen Kompromissvorschlag aus: 40 000 Euro werden mit einem Sperrvermerk versehen, 20 000 Euro sollen für eine Überbrückung des Personalengpasses bereitgestellt werden. Ob dieser Empfehlung indes der Stadtrat in seiner Sitzung am 18. Februar (Dienstag) mehrheitlich folgen wird, steht auf einem anderen Blatt.

Der Beigeordnete Matthias Kortendieck hatte vor Beginn der Debatte erklärt, dass die zusätzliche Stelle, sollte sie denn eingerichtet werden, komplett von der Stadt zu tragen sei. Die Kirchengemeinde St. Felizitas als Träger der Bücherei habe „einen Deckel“ auf ihr finanzielles Engagement gelegt. Das habe diese der Verwaltung auch schriftlich mitgeteilt. Die Stadt finanziert die Stadtbücherei zu zwei Dritteln, den Rest die Kirche. Und darüber hinaus fließen die Ausleihgebühren ins kirchliche Säckel.

Wenn wir den Zeitpunkt verpassen, ist die Bücherei ruckzuck Geschichte.

Peter Mählmann

Im Vorfeld hatte Büchereileiter Peter Mählmann ausführlich die Arbeit und Aufgaben der Bibliothek dargestellt und den dringenden Mehrbedarf an Personal anhand eines umfangreichen Zahlenwerks begründet. Dringend benötigt werde ein Medienpädagoge, auch um beispielsweise die mit der Sekundarschule bestehende Bildungspartnerschaft tatsächlich mit Leben zu füllen.

Mählmann belegte zudem den gewachsenen Zuspruch der Lüdinghauser für „ihre Bücherei“. Nach der Renovierung und Erweiterung seien die Besucherzahlen deutlich gestiegen – 44 097 im Jahr 2019, ein Plus von 8,5 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor. Eindringlich sprach er sich dafür aus, die Bücherei weiter zu entwickeln: „Wenn wir den Zeitpunkt verpassen, ist die Bücherei ruckzuck Geschichte.“

Während Niko Gernitz (SPD) den Ausführungen von Mählmann uneingeschränkt folgen wollte („Die SPD sagt Ja zur Empfehlung des Büchereirates.“), mahnte Dieter Tüns ( CDU ) Zurückhaltung in der städtischen Ausgabenpolitik an. Zunächst sollte man doch nach Refinanzierungsmöglichkeiten für die neue Stelle suchen. Dabei sprach er unter anderem die Gebühren für die Nutzer an.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7230265?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F
Nachrichten-Ticker