Ausstellung „Look & See“ eröffnet
FotografischeKunst hoch drei

Lüdinghausen -

Direkt und unbeschönigt konfrontieren die Fotografien von Rolf Bauerdick ihre Betrachter mit Lebensschicksalen aus aller Welt. Gleichzeitig kommen die Werke einfühlsam für ihre Protagonisten daher. Zu sehen gibt es die bewegende Ausstellung „Look & See“ seit Sonntag - und das an drei besonderen Orten in der Steverstadt.

Dienstag, 04.02.2020, 12:00 Uhr
Professor Rolf Nobel
Professor Rolf Nobel Foto: Arno Wolf Fischer

Nicht nur die Aufteilung in drei Standorte macht die Fotoausstellung „Look & See“ zu einem Projekt der besonderen Art: Die Fotografien von Rolf Bauerdick konfrontieren den Betrachter direkt und unbeschönigt mit Lebensschicksalen aus aller Welt und sind dabei doch von Einfühlsamkeit für ihre Protagonisten geprägt. Realisiert wurde die am Sonntag eröffnete Ausstellung rund um den 2018 verstorbenen Fotografen, Journalisten und Autoren vom Kreis Coesfeld, der Gemeinde St. Felizitas sowie der evangelischen Kirchengemeinde.

Erste Station des Eröffnungsrundgangs war die St.-Felizitas-Kirche, wo Pastoralreferent Michael Kertelge in die Fotografien der Reihe „Meine kleine Welt“ einführte. „Diese Fotos spiegeln die gesamte Welt“, fasste Kertelge mit Blick auf die mit einfühlsam verfassten Texten unterlegten Bilder zusammen. Jungen und Mädchen aus 31 Ländern begegneten die Besucher dann in der evangelischen Kirche an der Burg, wo die Reihe „Kinderseelen“ Eindrücke von Bauerdicks Reisen rund um den Globus wiedergibt. „Das sind Kinder, die um ihre Existenz kämpfen. Das zeigt uns Rolf Bauerdick ohne sie dabei jedoch zu entblößen“, erklärte Pfarrerin Silke Niemeyer. In der Burg Vischering wurden die Besucher schließlich von Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr erwartet, der die Zuhörer zu einem „umfangreichen und besonderen Ausstellungsprojekt“ willkommen hieß.

4119905-Fotografische Kunst hoch drei - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Vernissage mit Familie und Freunden

Der Eröffnung wohnten auch Freunde wie Professor Rolf Nobel und die Familie von Rolf Bauerdick bei. „Durch seine empathische und offene Art gelang es ihm Nähe zu schaffen“, berichtete Nobel von seinem langjährigen Freund, der stets „voller Leidenschaft für seine Geschichten und Mitmenschen“ gewesen sei. Passend zur im Obergeschoss der Burg ausgestellten Fotodokumentation „Gypsy-Passion“ ergänzten die Mezzosopranistin Annette Bialonski und der Pianist Andreas Lobisch die Vernissage mit den „Zigeunerliedern op. 103“ von Johannes Brahms.

Emotionale Gedenkworte von Leonie Bauerdick beendeten schließlich das Programm: „Mein Vater war ein Mensch, der Spuren hinterlässt, und ich bin unglaublich dankbar, dass so viel von ihm bleibt.“

Im Obergeschoss der Vorburg erwarteten die Betrachter dann neben der Fotodokumentationen rund um das Leben der europäischen Sinti und Roma die Reihe „Mama, du siehst zu viel“, die so manchen Besucher am Sonntagabend noch lange verweilen ließen.

 

Die Ausstellung in den beiden Kirchen ist bis zum 10. April geöffnet (Freitag). Derweil bleiben die Fotoreihen in der Burg Vischering bis zum 14. Juni (Sonntag) für Besucher zugänglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7237290?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F
Nachrichten-Ticker