Abi Wallenstein & BluesCulture im Ricordo
Mundharmonika-Soli sorgen für Begeisterung

Lüdinghausen -

Nostalgie und gute Laune, zwischen diesen Polen bewegten sich Wallenstein, Baker und Röttger bei ihrem Konzert am Freitagabend im Ricordo gekonnt.

Sonntag, 09.02.2020, 15:08 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 17:14 Uhr
Abi Wallenstein zog zusammen mit Mundharmonikaspieler Steve Baker und Schlagzeuger Martin Röttger das Publikum in seinen Bann.
Abi Wallenstein zog zusammen mit Mundharmonikaspieler Steve Baker und Schlagzeuger Martin Röttger das Publikum in seinen Bann. Foto: beb

„So voll war es selten“, stellte Michael Oberhaus, Wirt des Ricordo, am Freitagabend fest. Die Stühle reichten nicht aus, hatte sich mit Abi Wallenstein doch eine absolute Größe des europäischen Blues angekündigt. Der Hamburger zog zusammen mit Mundharmonikaspieler Steve Baker und Schlagzeuger Martin Röttger das Publikum in seinen Bann.

„I´ll be coming home soon“, sang Wallenstein im Klassiker „Long as I Can See The Light“ von Creedence Clearwater Revival. Passend dazu spielte Wallenstein am Samstag bereits in Hamburg. Wallensteins Stimme ist kaum greifbar, eine stets heisere Mischung aus Bellen, Flüstern und Raunen.

Es ist eine der Stimmen, die sich im jungen Alter alt und im fortgeschrittenen Alter eher jung anhören. „Eine schön kaputte Stimme“, nannte es ein Zuhörer, was nicht unwesentlich half, den Songs eine Extraportion Gefühl hinzuzufügen.

Mit dem energischen „Let´s Work Together“ nahm das Trio früh das Publikum mit. Die Aufforderung wurde fast hypnotisierend wiederholt, bis die Zuschauer in den Wechselgesang einstimmten. Die extrem eingängige Melodie von „Shake your Boogie“ (John Williams) lud zum Mitwippen ein, während Wallenstein im langsamen texanischen Blues „Silver City Bound“ gefühlvoll die Liebe zu der Heimat besang. Nostalgie und gute Laune, zwischen diesen Polen bewegten sich Wallenstein, Baker und Röttger gekonnt.

Das lag auch an dem hervorragenden Instrumentalspiel. Baker erntete für seine leidenschaftlichen Soli zwischen Entrücktheit und Begeisterung reihenweise Applaussalven, Röttger lieferte bei seinen Solopassagen Trommelwirbelkaskaden und unterstützte gekonnt die vielen Rhythmuswechsel. Baker sang zudem ein Rock´n´Roll-Stück von seiner eigenen CD. Wallenstein trug an der achtsaitigen Gitarre zum unverwechselbaren Klang bei.

Im zweiten Teil hielt es das Publikum dann nicht mehr auf den Sitzen. Zum Boogie-Woogie erhoben sich alle und tanzten mit. Zuvor hatte der 74-jährige Sänger eine Runde durch das Weinlokal gedreht und seine unbändige Freude an der Musik demonstriert. Ohne Zugabe durfte sich das Trio nicht verabschieden, Wallenstein versprach: „Wir werden diesen Abend nicht vergessen.“

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