Seniorenbeirat: Wahl im September wirft Schatten voraus
Diesmal ausschließlich per Brief

Lüdinghausen -

Ein Novum bringt die Seniorenbeiratswahl im September mit sich: Das insgesamt dritte Votum dieser Art in Lüdinghausen läuft ausschließlich per Brief. „Die Daten sollen wandern, nicht die Menschen“, spielt der Beigeordnete Matthias Kortendieck auf die schwindende Mobilität im Alter an. Was die überarbeitete Wahlordnung sonst noch mit sich bringt, erläutert er gemeinsam mit den zuständigen Mitarbeiterinnen aus der Verwaltung und den Seniorenbeiratsvorsitzenden.

Mittwoch, 12.02.2020, 08:21 Uhr aktualisiert: 12.02.2020, 15:50 Uhr
Bereiten gemeinsam die Wahl des Seniorenbeirates der Stadt Lüdinghausen vor: Dr. Norbert Lütke Entrup (v. v. l.) und Gerda Danz aus dem aktuellen Vorstand sowie der Beigeordnete Matthias Kortendieck mit den Verwaltungsmitarbeiterinnen (h. v. l.) Ulrike Hattebuer und Katrin Sendermann.
Bereiten gemeinsam die Wahl des Seniorenbeirates der Stadt Lüdinghausen vor: Dr. Norbert Lütke Entrup (v. v. l.) und Gerda Danz aus dem aktuellen Vorstand sowie der Beigeordnete Matthias Kortendieck mit den Verwaltungsmitarbeiterinnen (h. v. l.) Ulrike Hattebuer und Katrin Sendermann. Foto: Annika Wienhölter

Der demografische Wandel sei auch in der Steverstadt deutlich spürbar, sagt der Beigeordnete Matthias Kortendieck im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Der Anteil von Bürgern über 60 Jahre nehme prozentual zu. Daher sei es absolut richtig, dass es seit 1999 einen Seniorenbeirat in Lüdinghausen gibt. Und der wird im September neu gewählt.

Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Vorsitzender Dr. Norbert Lütke Entrup, seine Stellvertreterin Gerda Danz und die anderen Gremiumsmitglieder haben gemeinsam mit der Verwaltung an der Wahlordnung gefeilt. Bereits während des Treffens im Januar segnete der Beirat für alle älteren Lüdinghauser das Schriftstück ab.

Alle ab 60 dürfen mitvoten

In der vergangenen Woche haben Ulrike Hattebuer, Fachbereichsleiterin für Arbeit und Soziales, und ihre Stellvertreterin Katrin Sendermann während der Sozialausschusssitzung die wichtigsten Eckpunkte vorgestellt: Wählbar und wahlberechtigt sind alle Menschen, die am Tag der Kommunalwahl – sprich am 13. September 2020 – das 60. Lebensjahr vollendet und ihren Hauptwohnsitz in Lüdinghausen haben. „Das entspricht derzeit rund 7400 Einwohnern“, verdeutlicht Sendermann.

Gewählt wird erstmals ausschließlich per Brief. „Das war ein Wunschtraum“, erzählt Kortendieck. „Die Daten sollen wandern, nicht die Menschen.“ Schließlich seien viele Senioren nicht mehr so mobil wie in ihren jüngeren Jahren. Darum ist das Prozedere gegenüber den ersten Wahldurchgängen 1999 und 2014 geändert worden. Das begrüßen Lütke Entrup und Danz ausdrücklich, wie sie betonen.

Ab dem 10. August werden alle erforderlichen Unterlagen an die Wahlberechtigten verschickt. „Und dann ist fünf Wochen Zeit, um sie zurückzusenden“, erläutert Sendermann. „Auch das lag uns am Herzen“, sagt Kortendieck. „Die Menschen sollen in Ruhe wählen.“

Wahlbeteiligung von vor sechs Jahren toppen

Am Kommunalwahlsonntag (13. September) um 18 Uhr ist Schluss. „Es gilt der Einwurf in den Briefkasten“, ergänzt Hattebuer. Das Auszählen erfolgt am Tag nach der Kommunalwahl – am 14. September (Montag) – öffentlich im Rathaus. Das Ergebnis wird anschließend bekanntgegeben. Vor sechs Jahren lag die Wahlbeteiligung bei 20 Prozent „Das muss getoppt werden“, findet Lütke Entrup und schmunzelt optimistisch. Kortendieck schlägt in die gleiche Kerbe: Mit dem neuen Wahlverfahren sei das sicherlich zu schaffen.

Zunächst müssen allerdings Kandidaten her. Wahlvorschläge sind bis zum 15. Juni (Montag) schriftlich beim Wahlleiter, dem Bürgermeister, einzureichen. Ab Mittwoch (19. Februar) gibt es die Formulare im Rathaus sowie auf der Homepage der Stadt und des Seniorenbeirates zum Downloaden.

Ob er schon von Amtsanwärtern gehört hat? „Ich bin überzeugt, dass sich genug Bewerber finden werden“, sagt Lütke Entrup voller Zuversicht. Zu besetzen sind acht Positionen. Die Kandidaten, die auf den Rängen neun bis 16 landen, sind automatisch ihre Stellvertreter.

Seniorenbeirat hat viel bewegt

Lütke Entrup und Danz unterstreichen, wie wichtig ein Seniorenbeirat ist – auch wenn dessen Einführung „keine Pflicht, sondern ein Kann“ sei. In Lüdinghausen jedenfalls hätten sie und ihre Mitstreiter in den vergangenen Jahren viel bewegt: Der barrierefreie Bahnhof, ein Führerschein-Praxistest, das Büro des Ehrenamts, Filmvorführungen, der Bürgerbus, verschiedene Weiterbildungs- und Freizeitangebote sowie Info-Broschüren speziell für Menschen der älteren Generation – all das seien Erfolgsprojekte des Gremiums.

Außerdem haben dessen Mitglieder immer ein offenes Ohr für die Anliegen ihrer Mitmenschen, zuletzt beispielsweise als das Bewegungsbad im Krankenhaus geschlossen worden ist.

Drei Seniorenbeiräte im Kreis Coesfeld

Seit nunmehr gut 40 Jahren gebe es Seniorenbeiräte, weiß Dr. Norbert Lütke Entrup, Vorsitzender dieses Gremiums in Lüdinghausen. In den elf Kommunen im Kreis Coesfeld ließen „nur“ drei einen Seniorenbeirat wählen. Er und seine Mitstreiter würden es begrüßen, wenn mehr Gemeinden und Städte mitzögen. Die Lüdinghauser wiederum treffen sich einmal im Monat. Hinzu kommen die Aktionen und Aktivitäten sowie das jährliche Treffen des Dachverbandes im April.

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