Wie die örtlichen Bäcker mit der Bonpflicht umgehen
Brötchen in die Tüte – QR-Code ins Handy

Lüdinghausen -

Noch immer bereitet die mit Jahresbeginn eingeführte Bonpflicht gerade den Bäckern einige Mühe.Doch es gibt findige Ersatzlösungen zum Papierformat. So bietet etwa die Bäckerei Geiping ihrer Kundschaft einen papierfreien, weil digitalen Kassenbon.

Samstag, 15.02.2020, 06:00 Uhr
Wie die örtlichen Bäcker mit der Bonpflicht umgehen: Brötchen in die Tüte – QR-Code ins Handy
Foto: Jan Woitas

Seit der Einführung der Bonpflicht Anfang des Jahres (die WN berichteten) muss beim Brötchenkauf an der Bäckereitheke nebenan ein Kassenbon, sprich ein Beleg, für den Geschäftsvorgang erstellt werden. Und das auch, obwohl kaum ein Kunde diesen Papierbon tatsächlich mitnimmt. „Die Kunden lassen den Bon bei uns auf der Theke liegen und wir müssen ihn entsorgen“, beschreibt Jörg Terjung das für ihn ärgerliche und dank des unnötigen Müllaufkommens wenig nachhaltige Prozedere. Dass der Staat schwarzen Schafen in Handel und Gewerbe auf die Schliche kommen möchte, kann der Bäckermeister durchaus verstehen. „Aber als lokaler Mittelständler wird mein Betrieb ohnehin schon vom Finanzamt komplett durchleuchtet.“ Wareneinsatz, Kassensysteme, die Geschäftsbücher – all das könne jederzeit kontrolliert werden. „Warum dann noch einen Kassenbon für jedes einzelne Brötchen zu verlangen? Das will sich mir einfach nicht erschließen.“

Dazu generieren wir bei jedem Kauf einen QR-Code, den der Kunde mit seinem Handy abfotografieren kann.

Michael Geiping

Beim anderen Lüdinghauser Bäckereibetrieb Geiping hat man inzwischen reagiert und bietet ab sofort einen papierfreien, weil digitalen Kassenbon an. „Dazu generieren wir bei jedem Kauf einen QR-Code, den der Kunde mit seinem Handy abfotografieren kann“, erläutert Geschäftsführer Michael Geiping das Prinzip. Ergebnis des Foto-Vorgangs sei ein PDF-Dokument, das bei Bedarf auch zur steuerlichen Dokumentation die Belegpflicht erfülle.

„Dafür müsste ich meine Kassen extra umrüsten“, winkt Terjung hingegen ab. Die Investition rechne sich für ihn nicht. „Und wer weiß, wie lange es diese neue Vorschrift überhaupt gibt? Die in Berlin denken sich doch ständig etwas Neues aus, mit dem sie uns das Leben schwer machen können“, macht der Bäcker keinen Hehl aus seinem Ärger über die neue Regelung.

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