Anton-Schüler erlebten ungewöhnlichen Tagesausflug
NS-Terror auch auf Schalke

Lüdinghausen -

Was hat ein Besuch „auf Schalke“ mit einer Unterrichtsreihe zum Thema „Nationalsozialismus“ zu tun? Diesem Rätsel gingen jetzt die Neuntklässler des St.-Antonius-Gymnasium auf den Grund und erlebten einen bewegenden Tag.

Freitag, 14.02.2020, 06:09 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 16:20 Uhr
Vorm Stadion stellten sich die Neuntklässler zum Gruppenfoto auf. Im Stadion gab es einen bewegenden Vortrag über das Schicksal eines jüdischen Fußballspielers in der NS-Zeit.
Vorm Stadion stellten sich die Neuntklässler zum Gruppenfoto auf. Im Stadion gab es einen bewegenden Vortrag über das Schicksal eines jüdischen Fußballspielers in der NS-Zeit. Foto: St.-Antonius-Gymnasium

Zur aktuellen Unterrichtsreihe „Nationalsozialismus“ unternahm die Jahrgangsstufe 9 des St.-Antonius-Gymnasiums jetzt einen außergewöhnlichen Ausflug: eine Tagesfahrt zum FC Schalke 04 . Was die Schüler dort erlebten, schildern Sophie Pelster und Tim Loheider aus der Klasse 9a in ihrem Bericht:

„Nach der ersten Unterrichtsstunde machten wir uns auf den Weg. Im Stadion hörten wir uns einen Vortrag über die Entstehung des Vereins und seine Rolle im Nationalsozialismus an. Dabei war es sehr interessant, zu erfahren, wie die Nationalsozialisten die Kontrolle über den Verein erlangten, ihn gleichschalteten und für ihre nationalsozialistische Propaganda missbrauchten. Die Gelsenkirchener Elf wurde zum Beispiel ab 1941 in die besetzten Gebiete gesandt, um die dort stationierten deutschen Soldaten mit Fußballspielen zu unterhalten.

Exemplarisch wurde die Geschichte von Ernst Alexander , einem jüdischen Mitbürger und talentierten Fußballspieler auf dem Weg in die erste Mannschaft des FC Schalke 04, vorgestellt. Er wurde am 5. Februar 1914 in Gelsenkirchen geboren. Bis Januar 1929 besuchte er das Realgymnasium in Gelsenkirchen. In dem Einzelwarenladen seiner Eltern absolvierte er eine Ausbildung. Sein Leben schien normal zu verlaufen, bis im Juni 1938 sein Vater von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert wurde. Seine Mutter hielt diesem Druck nicht stand und nahm sich das Leben. Nach der Reichspogromnacht und einigen anderen Zwischenfällen entschlossen sich Ernst Alexander und seine beiden Geschwister, in die vermeintlich sicheren Niederlande zu flüchten. Dort verlieren sich die drei aus den Augen – für immer.

Im Dezember 1938 wird Alexander im Flüchtlingslager bei Hoek in Holland erstmals registriert. Im Juli 1942 steigt er in den Zug nach Auschwitz, mit der Hoffnung, dass alles gut werden wird. Nur zwei Monate später wird Alexander in Auschwitz von den Nationalsozialisten umgebracht. Er wird nur 28 Jahre alt.

Auch seine übrige Familie wird von den Nationalsozialisten in den Konzentrationslagern Mauthausen, Riga und Auschwitz getötet.

76 Jahre nach seinem grausamen Tod ruft der FC Schalke 04 in Erinnerung an Alexander die nach ihm benannte Stiftung ins Leben. Mit dieser Stiftung ehrt der Verein einmal im Jahr öffentliches Engagement für Demokratie, Menschenrechte und ein friedliches Miteinander sowie gegen Rassismus, Diskriminierung, Antisemitismus, Extremismus und Gewalt.

Nach diesem bewegenden Vortrag teilten wir uns auf und bekamen eine sehr interessante Stadionführung. Wir sahen die Umkleiden der Spieler von innen und bekamen auch einen Einblick in die VIP-Lounge, von der man das ganze Stadion überblicken kann. Nachdem alle Klassen ihre Führung beendet hatten, gingen wir geschlossen auf die andere Seite des Stadions, wo sich das Schalke-Museum befindet. Dies durften wir uns alle in Ruhe anschauen. Natürlich blieb auch zwischendurch Zeit für ein paar Fotos als Erinnerung an diesen Tag. Auch das Gruppenfoto durfte nicht fehlen.“

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