Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg: Projekt-Team entwickelt Handbuch
So macht Mathe Spaß

Lüdinghausen -

Um angehenden Schülern die Angst vor Zahlen, Koordinatensystemen und Co zu nehmen, hat ein Projekt-Team des Richard-von-Weizsäcker-Berufskollegs (RvW) ein Handbuch entwickelt. „Mathematische Bildung für Kinder im Vorschulalter“ heißt das 72 Seiten starke Heft, das in den Kitas und Kindergärten in der Region zum Einsatz kommen soll.

Mittwoch, 04.03.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 16:38 Uhr
Haben gemeinsam das Handbuch „Mathematische Bildung für Kinder im Vorschulalter“ entwickelt: Laura Hagemann (v. v. l.) und Rudolf Hege sowie Christine Köhler (h. v. l.), Christian Morshuis und Helga Laurenz. Auf dem Foto fehlt Christine Zimmer.
Haben gemeinsam das Handbuch „Mathematische Bildung für Kinder im Vorschulalter“ entwickelt: Laura Hagemann (v. v. l.) und Rudolf Hege sowie Christine Köhler (h. v. l.), Christian Morshuis und Helga Laurenz. Auf dem Foto fehlt Christine Zimmer. Foto: Annika Wienhölter

Addition und Subtraktion, Wurzeln ziehen, Koordinatensysteme zeichnen und den Flächeninhalt geometrischer Figuren berechnen: Für so manche Schüler ist all das ein Albtraum. Vor dem Matheunterricht graut es ihnen, einigen treibt eine nahende Schulstunde den Angstschweiß auf die Stirn. Damit es soweit erst gar nicht kommt, hat ein Projekt-Team des Richard-von-Weizsäcker-Berufskollegs (RvW) ein Handbuch entwickelt. „Mathematische Bildung für Kinder im Vorschulalter“ lautet der Titel des 72 Seiten starken Hefts, das jetzt 150 Mal gedruckt worden ist. Zusätzlich steht es als PDF-Datei zum Downloaden auf der Homepage des Berufskollegs.

Begeisterung für Zahlen

Sowohl im Unterricht der angehenden Erzieher am RvW in Lüdinghausen und in Dülmen als auch in den Kindergärten und Kitas in der Region soll das Handbuch eingesetzt werden. Die Ziele: bei Jungen und Mädchen noch vor der Einschulung den Spaß an Mathe wecken, sie für Zahlen zu begeistern sowie ihre Fähigkeiten für räumliches Wahrnehmen und Denken zu fördern. „Und das auf eine spielerische Art und Weise“, sagt Christian Morshuis . Der Berufskolleglehrer hat nicht nur an dem neuen Handbuch mitgearbeitet, sondern ist einer der 25 Teilnehmer der landesweiten „Erzieherinnen und Erzieher machen Mathematik“-Fortbildung – kurz „EmMa“. Er weiß: „Die Vorschulzeit ist eine Oase ohne Systemdruck.“ Und genau in dieser Phasen müssten Kinder erkennen, dass Mathe mehr ist als bloßes Zahlen-Jonglieren. Sie verstecke sich überall im Alltag, etwa in bekannten Spielen – von „Memory“ bis „Mensch ärgere dich nicht“, erläutert das Projekt-Team. Das machen sich Morshuis und seine Mitstreiter – seine Kollegen Rudolf Hege , Christine Köhler und Helga Laurenz sowie die beiden ehemaligen RvW-Schülerinnen Laura Hagemann und Christine Zimmer – zu eigen. Zwei Jahre lang haben sie an ihrem Konzept getüftelt. Ihre Devise: „Mathe lernt man nicht durch Lernen, sondern durch Machen“, zitiert Hege den einleitenden Satz im Handbuch-Vorwort. Mal singend, mal rätselt, mal spielerisch, aber immer alltagsnah – alles, was die Kindergarten- und Kita-Kids fasziniert, ist erlaubt.

Willi, der Wurm

Die Titelseite ziert der rosa-türkis geringelte Wurm Willi. Das Tier mit der großen, schwarzen Brille dient als Maskottchen, das sich auch in den beiden Mathe-Koffern wiederfindet, die in Kooperation mit regionalen Praxiseinrichtungen und Förderern zusammengestellt worden sind. Insbesondere die Bürgerstiftung Dülmen hat das Team beim Handbuch-Erstellen unterstützt. Inhalt besagter Koffer: sinnliche Materialien für die mathematische Bildung im frühen Kindesalter. Diese sollen dabei helfen, dass bei den Jungen und Mädchen „der Funke überspringt“, wie es Laurenz auf den Punkt bringt.

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