Plattdeutscher Abend der Struckgemeinschaft: „Es coronat ein wenig“
Allerhand „Vertellkes“ und „Dönekes“

Lüdinghausen -

Mit längeren und kürzeren „Vertellkes“ und „Dönekes“ sowie später zur Sicherheit auch noch mit ein bis zwei Gläsern Korn haben sich am Freitagabend die Gäste des plattdeutschen Abends der Struckgemeinschaft präventiv „desinfiziert“. Dennoch stellte der erste Vorsitzende André Schlierkamp fest: „Es coronat ein wenig.“ Alle, die trotz des grassierenden Virus’ gekommen waren, erlebten unterhaltsame, kurzweilige Stunden.

Montag, 09.03.2020, 10:21 Uhr aktualisiert: 09.03.2020, 10:30 Uhr
Unterhielten das Publikum mit allerhand Dönekes: Josef Helmig (v.l.), Heinz Altenbockum und Bernhard Altenbockum.
Unterhielten das Publikum mit allerhand Dönekes: Josef Helmig (v.l.), Heinz Altenbockum und Bernhard Altenbockum. Foto: Bastian Becker

„Es coronat ein wenig“, stellte André Schlierkamp , der erste Vorsitzende der Struckgemeinschaft, beim Blick auf die übersichtlich gefüllten Plätze beim plattdeutschen Abend am Freitagabend fest. Etwa 30 Gäste waren da.

Wer sich von der nahenden Epidemie nicht einschüchtern ließ, wurde mit etlichen längeren und kürzeren „Vertellkes“ und „Dönekes“ sowie später zur Sicherheit auch noch mit ein bis zwei Gläsern Korn präventiv „desinfiziert“.

Den Auftakt machte traditionell die Jugend der Theatergruppe Seppenrade. Die elf Mädchen und Jungen präsentierten mit „Seß, de wat tellt, kurmt gurt dör de Welt“ ihre Version eines Märchens der Gebrüder Grimm. Sechs Männer mit unterschiedlichen Fähigkeiten schließen sich zusammen und ziehen durch die Welt. Gemeinsam bestehen sie das eine oder andere Abenteuer. Einer von ihnen darf schließlich sogar die Königstochter heiraten.

„Kürt Platt en Dörp und Stadt!“

Nachdem die Gäste mit Applaus verabschiedet worden waren, nahm sich Josef Helmig der Weltlage im Allgemeinen und in „Lünkhusen“ an. So stellte er angesichts der Brexit-Politik fest, dass Donald Trump in Boris Johnson einen Bruder gefunden habe. Mit Blick auf die Steverstadt lobte Helmig die Bauprojekte und die neuen gastronomischen Angebote und freute sich über den abgeschlossenen Glasfaserausbau – vor allem „up’m Land“. Für die Landwirte werde es angesichts von Tierwohl- und Düngeverordnungen dagegen immer schwieriger.

Heinz Altenbockum wiederum las zu Beginn einige Gedichte vor. Darin enthalten war unter anderem die Aufforderung, den Dialekt zu pflegen – „Kürt Platt en Dörp und Stadt!“ – und die Würdigung der Sprache. „Dat guode olle Platt“, brachte er es auf den Punkt. In der Folge bewegten sich die lustigen Anekdoten zwischen Kirche, Kneipe und Ehebett. Bei den vielen Scherzen über- und unterhalb der Gürtellinie zündete naturgemäß nicht jede Pointe. Insgesamt sorgte das von Bernhard Altenbockum komplettierte Trio aber für einige Heiterkeit.

Letzterer spielte zudem mit dem Akkordeon zu traditionellem Liedgut wie „Et geiht nicks üöwer de Gemötlickkeit“ oder „O Lünkhusen, miene Heimoat“. Zum Finale wurde traditionell zu der Lüdinghauser Nationalhymne geschunkelt.

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