Jubiläum geht mit Projekttagen und Gottesdienst über die Bühne
Eine Schule spielt Schule

Lüdinghausen -

Seit 350 Jahren unterrichten Lehrer die Seppenrader Mädchen und Jungen. Ein Grund zum Feiern für das Kollegium und die Schüler der heutigen Marienschule. Und das geschieht mit Projekttagen, einem Gottesdienst und einem ganz besonderen Versuch.

Dienstag, 10.03.2020, 13:00 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 14:06 Uhr
Gebäude mit Geschichte: Seit 350 Jahren werden in Seppenrade Jungen und Mädchen unterrichtet. Die heutige Marienschule prägt seit 2011 ein moderner Anbau.
Gebäude mit Geschichte: Seit 350 Jahren werden in Seppenrade Jungen und Mädchen unterrichtet. Die heutige Marienschule prägt seit 2011 ein moderner Anbau. Foto: Annika Wienhölter

Auf den Tag genau vor 350 Jahren, am 10. März 1670, fand der erste offizielle Schulunterricht in Seppenrade statt. Damals noch in einem Raum ziemlich weit von der heutigen Marienschule entfernt. Dennoch ein guter Anlass für eine Feier – und für einen historischen Rückblick. Dafür hat sich Schulleiter Martin Flügel in den vergangenen Wochen – unter anderem mit freundlicher Unterstützung des Heimatvereins – durch alte Aufzeichnungen und Fotos gearbeitet und damit die Grundlagen für eine historische Ausstellung geschaffen. Zum anderen sollen sich aber auch die jetzigen Schüler und Lehrer selbst einen ganz realen Einblick in die „gute alte Zeit“ erarbeiten, wo adrette Schuluniformen Pflicht und das „In der Ecke stehen“ die übliche Straße für schlechtes Benehmen waren.

Los geht es heute erst einmal mit einem gemeinsamen Geburtstagsständchen von allen Schülern, Lehrern und Mitarbeitern beim sogenannten Monatstreffen. „Da singen wir üblicherweise für alle Kinder, die Geburtstag hatten, ein Lied. Dieses Mal wird auch eines für unsere Schule gesungen“, erzählt Flügel mit einem Augenzwinkern.

Schüler erforschen alte Schriftarten

Medias in res geht es dann morgen, wenn klassenübergreifend die vier Jahrgangsstufen ganz unterschiedliche Projekte unter der Überschrift „Schule früher“ in Angriff nehmen. Da werden alte Schriftarten erforscht, Handarbeiten wie zu Großmutters Zeiten angefertigt, historische Spiele und Schullieder ausprobiert und die damalige Schulkleidung in Augenschein genommen. „Und wir haben Zeitzeugen eingeladen, die den Kindern von ihren ganz persönlichen Erinnerungen aus der alten Schulzeit berichten können“, erzählt Flügel. Die Ergebnisse der Projektarbeiten fließen in die große Ausstellung ein, die am Freitag (13. März) in der Schule zu sehen sein wird.

Reise in die Vergangenheit

Vor allem sind sie aber auch das notwendige Rüstzeug für einen ganz besonderen Schulversuch: „Am Freitagmorgen wird die ganze Schule zwei Unterrichtsstunden lang Schule von früher spielen“, wie es der Rektor treffend beschreibt. „Der gesamte Unterricht, angefangen von der Sitzordnung über die passende Kleidung bis zur Regel, dass der Schüler erst aufstehen muss, bevor er etwas sagen darf – alles wird dabei sein“, zählt Flügel auf. Angst, dass auch der früher so gefürchtete Rohrstock zum Einsatz kommen könnte, müssen die Schüler aber zum Glück nicht haben. „Vielleicht mal zur Strafe in der Ecke stehen“, unkt der Schulleiter gut gelaunt.

Feier am Freitag

Die Schulfeier beginnt mit einem gemeinsamen Wortgottesdienst am Freitag (13. März) um 14.45 Uhr in der St.-Dionysius-Kirche. Zu dem kurzen Gottesdienst unter der Leitung von Pastoralreferentin Alice Zaun sind Schüler, Eltern, Lehrer und sonstige Gäste eingeladen. Danach geht’s gemeinsam zur Marienschule, wo neben der Jubiläumsausstellung verschiedene Mitmachangebote und eine Caféteria von Schulpflegschaft und Förderverein auf die Besucher warten. Das Ende der Veranstaltung ist für 18 Uhr geplant.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7318880?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F
Nachrichten-Ticker